Blitzaktion gegen MinderheitThailand schiebt 40 Uiguren nach China ab und erntet scharfe Kritik
Jahrelang sassen Dutzende Uiguren in Abschiebehaft in Thailand. Nun mussten sie zurück nach China. Menschenrechtler sind empört. Auch das EDA hat die Abschiebung verurteilt.

Die Abschiebung einer Gruppe von Uiguren nach China hat grosse Empörung über die thailändische Regierung hervorgerufen. «Thailand hat in eklatanter Weise Landesrecht und seine internationalen Verpflichtungen missachtet, indem es diese Uiguren zwangsweise nach China schickte, wo sie Verfolgung ausgesetzt sind», kritisiert Human Rights Watch.
Am Donnerstag hatte die Nichtregierungsorganisation berichtet, dass die thailändische Regierung am frühen Morgen in einer Blitzaktion 40 Uiguren zurück nach China geschickt hatte. Den Menschenrechtlern zufolge brachte die Maschine einer chinesischen Airline die Männer von der Hauptstadt Bangkok nach Kaschgar im äussersten Westen der chinesischen Provinz Xinjiang.
China bestätigt die «Heimholung». Regierungssprecher Lin Jian betonte, sie stehe im Einklang mit chinesischem und thailändischem Recht sowie dem Völkerrecht. Sie erfolgte nach chinesischen Angaben zur Bekämpfung von Menschenschmuggel und grenzüberschreitenden Verbrechen. Die Rechte und Interessen der betroffenen Menschen würden geschützt, sagte Lin. Videoaufnahmen zeigen die Uiguren bei ihrer Ankunft in Kaschgar im Beisein ihrer Angehörigen. Wieweit das Wiedersehen propagandistisch inszeniert wird, kann nicht überprüft werden.
Die überraschende Abschiebung erfolgt wenige Wochen nach einem Treffen zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und der thailändischen Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra. Die 40 Menschen waren seit rund zehn Jahren in Thailand inhaftiert. Human Rights Watch und andere Menschenrechtsorganisationen warnen seit Jahren vor einer Rückführung.
Das EDA hat die Deportation der Uiguren am Freitagabend in einer Medienmitteilung auf X verurteilt. Die Abschiebung stelle einen Verstoss gegen internationale Menschenrechte dar. Es sei wichtig, dass der Grundsatz der Nichtzurückweisung von allen Staaten und in allen Fällen eingehalten werde.
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Auch weitere Regierungen weltweit rügen die Abschiebung, etwa Deutschland oder die USA. Der neue US-Aussenminister Marco Rubio schrieb auf X: «Die USA verurteilen diese Aktion. Wir fordern die thailändische Regierung auf, sicherzustellen und zu überprüfen, dass die Uiguren mit Würde behandelt werden und ihre Rechte geschützt sind.»
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China werden seit Jahren schwere Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Minderheit der Uiguren vorgeworfen. Demnach sind sie etwa Zwangsarbeit ausgesetzt oder werden für das Ausleben ihrer Religion und Kultur verfolgt. Hunderttausende sind den Organisationen zufolge in Umerziehungslagern inhaftiert worden. Peking bestreitet dies stets.
DPA/wie
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