Alles zu SmoothiesWie gesund sind Drinks aus Früchten und Gemüse?
Smoothies sind beliebt. Tipps für Einsteigerinnen und Einsteiger – und ein einfaches Rezept.

Der Hype – und wie es in der Antike war
Ohne Stephen Poplawski würde es heute kein Getränk namens Smoothie geben. Der in die USA emigrierte Pole war Erfinder. Und präsentierte vor gut hundert Jahren den ersten Standmixer, der bald zur Standardausrüstung in amerikanischen Küchen gehörte. Auf der Suche nach Lebensmitteln, die sich darin zerkleinern lassen, wurden die Nutzer immer erfinderischer. Dass in den Vierzigerjahren zunehmend exotische Zutaten püriert wurden, lag auch an der Verbreitung des Kühlschranks in privaten Haushalten.
In den kulinarischen Kanon schwappte der Smoothie erst in den Sechzigerjahren, als man vor allem in Kalifornien der Meinung war, dass Essen nicht nur Energie, sondern auch gesunden Lifestyle bieten sollte. Die frühe Smoothie-Fangemeinde war eine Mischung aus kalifornischen Hipstern, Hippies und Bodybuildern.
In dieser Zeit ist wahrscheinlich der Begriff «Smoothie» entstanden, abgeleitet von smooth (geschmeidig) – und früher eine Bezeichnung für eine besonders redegewandte Person. Anfang der Siebziger nahm Steven Kuhnau, Gründer des Franchise-Unternehmens «Smoothie King», das Schlagwort auf und machte ein florierendes Geschäft daraus. Als Laktose-intoleranter Teenager war er auf der Suche nach Alternativen zu den damals populären Milchshakes.

In der Schweiz kamen Smoothies um die Jahrtausendwende in Mode, als Essen immer öfter ein Gesundheitsversprechen einlösen sollte. Heute teilen Stars wie der ehemalige NFL-Spieler Tom Brady oder Model Kylie Jenner die Rezepturen für ihre Lieblings-Smoothies, die haben dann so schöne Namen wie «Peaches&Cream» und sehen auf Instagram natürlich unwiderstehlich aus.
Historisch gesehen ist das alles nichts Neues. Vorläufer der Smoothies gab es bereits in der römischen Antike, etwa pürierte (Hülsen-)Früchte. Und in Asien sind Mixgetränke wie Lassi, hergestellt aus Joghurt, schon populär gewesen, als in Amerika der elektrische Standmixer noch lange nicht erfunden war.
Die Smoothie-Mischung – warum Gemüse nicht fehlen darf
Beim Smoothie gilt: Alles kann, nichts muss – Regeln für die Zubereitung gibt es nämlich nicht. Von Erdnussbutter bis Rosenkohl, alles, was durch den Mixer gejagt wird, kann sich am Ende Smoothie nennen. Immerhin gibt es so etwas wie einen Minimalkonsens: Früchte, oft auch Gemüse werden mit einer Flüssigkeit so lange püriert, bis ein cremiges Getränk dabei herauskommt.
Die Qual der Wahl fängt bei der flüssigen Basis an. Neben Wasser und Fruchtsaft wird immer häufiger die ganze Palette an Drinks verarbeitet, die auch sonst immer populärer werden: Soja-, Hafer- und Mandelmilch oder Kokoswasser. Die Flüssigkeit gibt dem Smoothie dann nicht nur die sämige Konsistenz, sondern auch eine besondere Geschmacksnote.

Bei den Früchten gehören Äpfel, Ananas und Orangen zu den klassischen Zutaten. Von Gojibeeren bis Mango und Thai-Basilikum, im Mixer landet aber mittlerweile alles, was der Laden zu bieten hat. Und in einem Smoothie, der als das viel zitierte Superfood durchgehen soll, darf Gemüse nicht fehlen. Orangen und Karotten, klar, das ist noch eine mehrheitsfähige Kombination. Aber Spinat, Grünkohl und Kurkuma? In Rezeptsammlungen finden sich heute Mixturen, die man früher für äusserst exotisch gehalten hätte.
In ihrem gerade erschienenen Buch «Detox-Smoothies» (GU-Verlag) nennt die Autorin Nicole Staabs etwa den Green Dream (Zucchini und Minze), eine Kombination von Erdbeeren und Randen oder pürierten Löwenzahn mit Mandelmilch. Der Spass am Experimentieren ist ein guter Grund, Smoothies selbst zu machen und keines der (oft völlig überzuckerten) Fertigprodukte zu kaufen.
Das Rezept – und wie es auch Anfängern gelingt
Der Preis ist mit umgerechnet rund 20 Franken vielleicht etwas hoch. Dafür bekommt man in einem Erewhon-Supermarkt in Los Angeles aber eine Mischung aus Erdbeeren, Datteln, Algen plus allerhand anderen Zutaten, und zwar kreiert von Hailey, die nicht nur Influencerin, sondern auch Ehefrau von Justin Bieber ist.
Man braucht aber kein gehyptes Rezept, um einen Guten-Morgen-Avocado-Smoothie oder ein Good-Night-Sellerie-Getränk zu mixen. Zum Ausprobieren: Dieser grüne Smoothie für Anfänger ist leicht gemacht. Eine Handvoll Spinatblätter, etwas Petersilie, eine halbe Banane, eine halbe Bio-Zitrone (mit oder ohne Schale), etwas Gurke. Mit Wasser und Eiswürfeln mixen, fertig.
Die Vitamine – und wie auch ein Smoothie ungesund wird
Die gute Nachricht ist: Ein Smoothie kann eine gesunde Mahlzeit sein. Die schlechte: Auch das Gegenteil kann zutreffen, am Ende kommt es darauf an, was in welchen Mengen püriert wird.
Die als besonders gesund gehandelten grünen Smoothies bestehen vorwiegend aus grünem Gemüse, Blättern und Kräutern. Beliebte Zutaten sind Salat, Gurke oder Kohl. Grüne Smoothies enthalten vergleichsweise wenig Zucker, dafür viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.
In ungekochtem Zustand sollte im Mixer aber aus toxikologischer Sicht nur landen, was man auch bedenkenlos roh essen kann. Bei Spinat etwa ist zu beachten, dass er grössere Mengen Nitrat und Oxalsäure enthalten kann und nur mit Mass konsumiert werden sollte.

Im Gegensatz zu frisch gepressten Säften wird beim Smoothie meist die ganze Frucht verarbeitet, was besonders viele Vitamine und Ballaststoffe liefert. Früchte enthalten allerdings auch Zucker, vor allem Bananen treiben den Fruktose- und Kaloriengehalt schnell in die Höhe.
Absurd wird das Gesundheitsversprechen, wenn Zutaten wie Nuss-Nougat-Creme, Glace oder Zucker in grossen Mengen vermischt werden – dann ist ein Smoothie ungefähr so gesund wie ein Softdrink.
Der Mixer – und wann es auch ein Pürierstab tut
Für Smoothies braucht man einen leistungsstarken Mixer. Der Klassiker ist ein Standgerät, das auch bei hohen Drehzahlen fest auf der Oberfläche stehen bleibt. Bei mehreren, qualitativ möglichst hochwertigen Klingen ist das Ergebnis besonders fein püriert.
Wer auch harte Zutaten wie Nüsse oder Rüebli zerkleinern will, sollte auf eine ausreichend hohe Wattzahl achten. Lieber kein baustellenartiges Gerumpel morgens in der Küche, wenn die Teenager-Tochter ihren Zmorgen zentrifugiert? Dann sollte man vor dem Kauf die Lautstärke des Geräts testen – manche Hersteller versprechen «Silent»-Varianten, die Früchte und Gemüse nahezu lautlos zerkleinern sollen.
Viele Firmen haben auch spezielle «Smoothie-Maker» im Sortiment. Sie haben ein geringeres Fassungsvermögen und sind in der Regel kleiner, leichter und günstiger als klassische Standmixer. Wer nur weiche Zutaten verarbeitet und keinen allzu grossen Wert auf ein sehr feines Ergebnis legt, kann Smoothies auch mit dem Pürierstab zubereiten.
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