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Tesla-Läden bleiben offen, Preise steigen

Ausstellungsraum in Berlin: Der US-Autohersteller will sich nun doch nicht nur noch auf den Internetverkauf konzentrieren. (1. März 2019)
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Erst Ende Februar kündigte Tesla-Chef Elon Musk an, dass die Elektroautos der Firma bald nur noch online verkauft werden und viele Läden schliessen. Jetzt folgt wieder eine Drehung um fast 180 Grad: Mehr Geschäfte sollen offen bleiben, dafür klettern die Preise nach oben.

Tesla mildert den Plan ab, viele Läden nach einem Umstieg auf den ausschliesslichen Online-Verkauf der Autos zu schliessen. Da deshalb die Einsparungen niedriger als angepeilt ausfallen, soll es eine Preiserhöhung von im Schnitt drei Prozent geben, kündigte der Elektroauto-Hersteller am Montag an.

«Wir werden nur etwa halb so viele Läden schliessen, aber auch die Kostensenkungen sind dadurch nur in etwa halb so hoch.» Die Kehrtwende folgt nur gut zehn Tage nach der Ankündigung von Firmenchef Musk, den Vertrieb grundlegend umzukrempeln.

Weiterhin Fahrzeuge für Testfahrten

Dabei, dass alle Verkäufe nur noch online abgewickelt werden solle, bleibe es, betonte Tesla. In den Läden solle den potenziellen Käufern nur gezeigt werden, «wie man binnen Minuten einen Tesla auf seinem Telefon bestellt».

Aber entgegen Musks Ankündigung vom 28. Februar soll es in den Läden weiterhin Fahrzeuge für Testfahrten geben. Und für Käufer, die sofort mit einem Tesla vom Hof fahren wollen, wird auch eine kleine Anzahl Wagen vorgehalten. Die grosszügige neue Regelung, nach der man einen neuen Tesla innerhalb einer Woche mit bis zu 1600 gefahrenen Kilometern zurückgeben kann, gelte aber weiterhin.

Ein Fünftel der Läden auf dem Prüfstand

Rund jeder zehnte Tesla-Laden ist jüngst bereits geschlossen worden, wie aus dem Blogeintrag von Montag hervorgeht. Ein Teil davon solle nun wiedereröffnet werden, aber mit weniger Mitarbeitern. Etwa ein Fünftel der Standorte stehe auf dem Prüfstand. Je nachdem, wie effizient sie in den kommenden Monaten arbeiten, könnten sie geschlossen werden oder offen bleiben.

Musk hatte Ende Februar angekündigt, man wolle nur wenige Läden in guter Lage als Ausstellungsräume behalten. Laut Medienberichten stiess Tesla bei der Umsetzung des Plans aber auch auf Probleme mit den Vermietern der Ladenflächen.

Die Preiserhöhungen würden vor allem die besser ausgestatteten und damit bereits teureren Varianten der Tesla-Fahrzeuge Model 3, Model S und Model X treffen, hiess es. Die Basis-Version des Hoffnungsträgers Model 3 werde in den USA weiterhin 35'000 Dollar vor Steuern und Elektroauto-Vergünstigungen kosten, betonte Tesla. Der Konzern hatte sie erst zusammen mit der Ankündigung des Vertriebsumbaus bestellbar gemacht, nachdem zunächst nur die lukrativeren teureren Varianten des Fahrzeug verkauft wurden, um die hohen Anlaufkosten der Produktion auszugleichen. Die Preiserhöhungen sollen in einer Woche greifen.

Musk hatte Ende Februar argumentiert, die Konzentration auf den Online-Verkauf und die Schliessung von Geschäften seien notwendig, um die Preise der Fahrzeuge stabil halten zu können. Das werde der Firma langfristig einen «fundamentalen Vorteil» bringen. Nur Tesla sei überhaupt in der Lage, so etwas durchzuziehen, weil das Unternehmen die Autohäuser im Gegensatz zu anderen Herstellern selbst betreibe und nicht Franchisenehmern überlasse.

SDA/fal