Verurteilte KlimaaktivistenNun steht fest, wie viel die Aktivisten wegen der Klebeaktion vor dem Gotthardtunnel zahlen müssen
Letzten Frühling klebten sich Mitglieder des Klimakollektivs Act Now zweimal auf die A2. Die Bussen und Geldstrafen fallen unterschiedlich hoch aus.

Die Klimaaktivisten und -aktivistinnen des Kollektivs Act Now, unter anderem bekannt für ihre Kampagne «Renovate Switzerland», wurden für ihre Klebeaktionen letztes Jahr rechtskräftig verurteilt. Das berichtete die «Urner Zeitung» am Mittwoch.
Die Aktionen fanden am Auffahrtsdonnerstag, dem 9. Mai 2024, sowie am Samstag vor Pfingsten, dem 18. Mai 2024, statt. Am 9. Mai klebten sich zehn Demonstrierende vor dem Gotthardtunnel in Wassen UR auf die Autobahn. Die Proteste fanden im Rahmen ihrer Kampagne «Liberate Switzerland» statt. Diese fordert ein Verbot von Neuwagen mit fossilen Brennstoffen und möchte auf den Klimanotstand aufmerksam machen. Die Polizei beendete die Aktion nach 15 Minuten. Eine Woche später kam es, wieder in Wassen, erneut zu einer Klebeaktion vor dem Gotthardtunnel, die nach 10 Minuten beendet war.
Die zehn Demonstrierenden der Auffahrt-Aktion erhielten Bussen, die je nach Ausmass ihrer Beteiligung verschieden ausfielen. Sieben mussten eine Ordnungsbusse von 20 Franken zahlen. Drei wurden zusätzlich bei der Staatsanwaltschaft Uri angezeigt.
Act Now unterstützt die Verurteilten jetzt rechtlich
Eine Aktivistin, die auf der Wassner Reussbrücke eine Pyrofackel entzündete, wurde wegen Nötigung und Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Zunächst erhob die 30-Jährige beim Landgericht Uri Einsprache gegen den Strafbefehl, zog ihre Beschwerde aber vor einigen Wochen, wenige Tage vor der Verhandlung, wieder zurück.
Sie erhielt für das Fackelzünden eine bedingte Geldstrafe von 1200 Franken, was 40 Tagessätzen entspricht, eine Busse von 300 Franken und muss zudem für die Verfahrenskosten von rund 2200 Franken selbst aufkommen.
Eine zweite Person erhielt neben einer Busse eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen, da sie sich eine Woche später an der Blockade an Pfingsten beteiligte.
Act Now bietet den verurteilten Klimaaktivisten und -aktivistinnen keine finanzielle, dafür rechtliche Unterstützung. Das Kollektiv sei mit den Aktionen aber zufrieden, sagen Vertreter gegenüber der «Urner Zeitung». Denn sie führten dazu, dass die Medien über den Klimanotstand berichteten. Klebeaktionen auf der Autobahn seien momentan keine weiteren geplant.
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