Kürzestflug im VideoSo flog die Swiss von Dübendorf nach Kloten
Swiss und Edelweiss haben 19 parkierte Flugzeuge zurückgeholt. Der Flightradar zeigt, welche Wege die Maschinen dabei flogen.
Seit Montag haben Swiss und Edelweiss insgesamt 17 Flugzeuge von ihrem temporären Abstellplatz in Dübendorf zurück an den Flughafen Zürich geflogen. Die wohl grösste Flottenverschiebungsaktion innerhalb des Kantons begann eigentlich schon in der Woche zuvor, als die Edelweiss 2 ihrer auf dem Militärflugplatz parkierten Airbusse A320 wieder in Betrieb nahm – einer davon war gestern schon wieder im kommerziellen Einsatz und brachte Touristen nach Zypern.
Diese Woche folgten 3 weitere Edelweiss-Airbusse sowie 14 A320 und A321 der Swiss, die fast drei Monate in Dübendorf parkiert waren. Die Airline hat einen der ersten Flüge am Montagmorgen gefilmt und das Video davon nun auf Twitter veröffentlicht (siehe Video oben). Die Route führte dabei in 18 Minuten von Dübendorf fast bis zur Insel Reichenau und von dort westwärts über Schaffhausen zum Nordanflug auf den Flughafen Zürich.
Während alle 19 Überführungsflüge von Dübendorf nach Kloten letztlich mit dem tagsüber üblichen Anflug von Norden her endeten, war der Weg dorthin recht unterschiedlich. Gestartet werden muss in Dübendorf nach Osten, somit ist klar, dass es für die rund 11 Kilometer Luftlinie zwischen den Pisten einen gewissen Bogen benötigt, damit der Flughafen Zürich von Nordwesten her angeflogen werden kann – rund 70 Kilometer lang ist eine der kürzesten geflogenen Strecken.
Systemchecks während Verschiebungsflug
Auf den Flugspuren des Anbieters Flightradar24 ist am häufigsten die Route über Winterthur und das Rafzerfeld zu sehen, daneben wurden aber auch grössere Schlaufen über Schaffhausen oder mehrmals die Südroute über Zürich und das Limmattal geflogen.
Ein Airbus A320 der Edelweiss wählte eine noch grössere Schlaufe über den Zürichsee, den Hallwilersee und um Aarau herum. Und ein Airbus A321 zeichnete mit der Flugspur schon fast ein Unendlichkeitszeichen auf die Karte: Nach dem Start drehte die Maschine südlich ab, flog um den Greifensee und dann über den Flughafen Zürich, um diesen kurz darauf nach einer 180-Grad-Kurve von Norden her anzufliegen.
Für die Flüge standen jeden Tag zwei Besatzungen zeitgleich im Einsatz, sagt Swiss-Mediensprecher Michael Stief. «Jede Besatzung bestand aus je einem Captain, First Officer und Flugingenieur und führte pro Tag bis zu 3 Flüge durch.» Die Besatzung fuhr von Kloten jeweils wieder zurück nach Dübendorf. «Es handelte sich dabei übrigens um speziell ausgebildete Werkstattflug-Piloten der Swiss, welche auf den Überflügen einige Systemchecks durchführten, um sicherzustellen, dass die Flugzeuge in einem technisch einwandfreien Zustand zurück in die Operation gehen», erklärt Stief.
Rund 20 Minuten dauerte ein solcher Überführungsflug im Schnitt, der kürzeste ist auf Flightradar24 mit 16 Minuten verzeichnet, der längste dauerte 22 Minuten. Den Treibstoff für den Rückflug nach Kloten war bereits vorhanden, die Flugzeuge wurden entsprechend betankt, als man sie nach Dübendorf verschob, sagt Stief.
Helvetic-Flugzeuge bleiben parkiert
Von den einst 23 Flugzeugen auf dem Militärflugplatz Dübendorf abgestellten Flugzeuge noch 4 Maschinen der Helvetic. Diese hatte Stand 1. März 8 ihrer 11 Embraer E190 im Auftrag der Swiss betrieben. Wie viele dieser «Wetlease»-Flugzeuge nun weiterhin für die Swiss Flüge ausführen werden, ist unklar. Die rein schweizerische Airline hat Ende März einen Teil der Flotte auch in Basel und Bern parkiert, seither stand nur ein brandneuer Embraer 190-E2 vereinzelt im Einsatz.
Die Swiss hat nach der Verschiebungsaktion nun wieder 37 von 91 Flugzeugen in Betrieb, im Juli sollen es gemäss Medienstelle dann rund 60 sein. Die Airline mit Sitz in Kloten fährt ihr Flugprogramm nun zwar gestaffelt hoch und will bis Herbst wieder 85 der einst über 100 Destinationen anbieten. Diese werden aber weniger häufig als bisher angeflogen.
Bis wieder Vor-Corona-Normalität herrscht, geht es gemäss Swiss-CEO Thomas Klühr lange: «Der Aufbau wird schrittweise erfolgen und zwei bis drei Jahre dauern», sagte er an der Präsentation der Quartalszahlen Anfang Juni.
anf
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