Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

Enger Verbündeter Russlands
«Ich war müde» – Serbiens Präsident Vucic stimmt bei UNO irrtümlich für Ukraine

«Vielleicht gibt es zu viele Dinge, mit denen ich mich befassen muss.» – der serbische Präsident Aleksandar Vucic am EU-Westbalkan-Gipfel im Dezember in Brüssel.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.
BotTalk

Seit Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine vom Zaun gebrochen hat, ist Serbien gespalten. Viele im Balkanstaat halten aufgrund historischer und kultureller Verbindungen zum Kreml, lehnen Sanktionen ab und sehen die Kriegstreiber aufseiten der Nato-Staaten. Andere sind Moskau-kritisch eingestellt und wünschen sich einen EU-Beitritt. Serbien unterhält auch zur Ukraine enge Beziehungen.

Dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic scheint dieser Balanceakt offenbar zuzusetzen. Als die UNO-Generalversammlung am vergangenen Montag über eine von der Ukraine eingebrachte Resolution abstimmte, die Russland als Aggressor bezeichnet, votierte Serbien mit einem Ja, wie der «Kyiv Independent» berichtet.

Eigentlich habe sich Serbien bei der Abstimmung in New York seiner Stimme enthalten wollen, sagte Vucic anschliessend gegenüber den Medien: «Ich hatte nicht genügend Zeit, um mich mit diesem Thema zu befassen, vielleicht bin ich zu müde, vielleicht gibt es zu viele Dinge, mit denen ich mich befassen muss.»

Vucic: «Serbien hat heute einen Fehler gemacht»

Der serbische Präsident versuchte, die Abstimmung zu relativieren. Man dürfe keiner Grossmacht nachgeben, weder den Russen noch den Amerikanern, argumentierte Vucic. «Ich glaube, dass Serbien heute einen Fehler gemacht hat», fügte er hinzu. «Ich entschuldige mich bei den Bürgern Serbiens dafür und nehme die Verantwortung auf mich, weil ich wahrscheinlich müde und überfordert war.»

Für die Beschlussvorlage, die Moskau eindeutig als Aggressor benennt und einen Rückzug der russischen Truppen vom ukrainischen Staatsgebiet fordert, stimmte in New York eine Mehrheit von 93 der 193 Mitgliedsstaaten. Gleichzeitig verhinderte das grösste Gremium der Vereinten Nationen die Annahme einer zweiten, ursprünglich moskaufreundlichen Beschlussvorlage der US-Regierung von Donald Trump.

Mehrere Änderungsanträge von EU-Staaten, der Ukraine und Grossbritannien bekamen die nötigen Mehrheiten, sodass auch der US-Text nun Russland klar als Aggressor nennt. Washington enthielt sich bei der Abstimmung seiner eigenen Resolution genau wie China, Russland stimmte dagegen. Für den Text stimmten ebenfalls 93 UNO-Mitgliedsstaaten. Damit bekam der Beschluss in New York die notwendige Mehrheit von mehr als zwei Dritteln der Stimmen unter Ausschluss von Enthaltungen.