Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

Sicherheit am Mega-Event
Schweizer Armee steht am ESC 2025 in Basel im Einsatz

350 Diensttage leisten Angehörige der Schweizer Armee während des ESC in Basel.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.
BotTalk
In Kürze:
  • Die Schweizer Armee entsendet 40 Soldaten nach Basel zum Eurovision Song Contest.
  • Insgesamt werden 1297 Polizisten aus verschiedenen Kantonen für die Sicherheit aufgeboten.
  • Die Kantonspolizei Zürich verweigert ihre Unterstützung.
  • Das Bundesamt für Cybersicherheit überwacht vor Ort mögliche digitale Angriffe.

Die Schweizer Armee unterstützt vom 10. bis zum 17. Mai die kantonalen Behörden in Basel während des Eurovision Song Contests (ESC). Das schreibt die Armee in einer Mitteilung. Die Unterstützung erfolgt im Rahmen der Verordnung über die Unterstützung ziviler Tätigkeiten mit militärischen Mitteln.

Konkret sind rund 40 Soldaten im Einsatz, die 350 Diensttage leisten. Die Leistungen sind in den Bereichen ABC-Dekontamination (Bekämpfung von gefährlichen Stoffen), Beratung und Analyse bei einer allfälligen Kampfmittelbeseitigung geplant. Ausserdem braucht es Unterstützung in der präventiven Absuche von besonders schutzbedürftigen Infrastrukturen und die Armee stellt Rettungsfahrzeuge zur Verfügung.

1297 Beamte im Polizeiaufgebot

Der Einsatz erfolgt auf Gesuch der kantonalen Behörden aus Basel. Die beiden Polizeikorps der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft werden gemeinsam für die Sicherheit beim ESC verantwortlich sein. Durchgeführt wird der Grossanlass vom Kanton Basel-Stadt mit der SRG. Die Liveshows werden in der St. Jakobshalle ausgetragen. Diese gehört dem Stadtkanton, steht aber auf Baselbieter Boden.

Zur Unterstützung haben die beiden Basel landesweit 1297 Polizeibeamte aufgeboten. Die Hälfte der Kräfte stemmen Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Am Wochenende wurde bekannt, dass die Zürcher Kantonspolizei keine Unterstützung an den ESC nach Basel schickt. Die Verantwortlichen begründen den Entscheid damit, dass viele ESC-Fans nach Zürich reisen werden. Weiter sei die Stadt Zürich als Zentrum jüdischen Lebens besonders gefordert, heisst es seitens der Sicherheitsdirektion.

Die Stadtpolizei Zürich hingegen schickt im Zuge der Vereinbarung über die interkantonalen Polizeieinsätze Einsatzkräfte nach Basel. «Die Stadtpolizei Zürich hält sich wie andere Korps an diese Vereinbarung und an den Solidaritätsgedanken. Wir bedauern, dass die Kantonspolizei Zürich niemanden schickt und die anderen Korps entsprechend mehr Leute zur Verfügung stellen müssen», sagt Mediensprecherin Judith Hödl.

Kritik aus Bern zum Event in Basel

Der Berner Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Philippe Müller bezeichnet den ESC aus Sicht der Sicherheit auf der Plattform X als «höchst fragwürdig». Auf Nachfrage dieser Redaktion führt er aus: «Es ist eine Musikveranstaltung, für die 1300 Polizisten und die Armee aufgeboten werden – während 8 Tagen. Für eine Kulturveranstaltung ist das jenseits.» Im Gegensatz zum Kanton Zürich schickt der Kanton Bern aber Polizisten nach Basel.

Hier wird Inhalt angezeigt, der zusätzliche Cookies setzt.

An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.

Er kritisiere nicht den ESC an sich und auch nicht die Austragung des ESC in der Schweiz, sagt er auf Anfrage. Der Berner Sicherheitsdirektor nimmt bei seiner Kritik Bezug auf die Demonstrationen von Pro-Palästina-Aktivisten während des ESC 2024 in Malmö. Dabei habe es sich um «massive Ausschreitungen» gehandelt, sagt er. Rund 5000 Menschen forderten den Ausschluss Israels aus dem Contest, darunter Aktivistin Greta Thunberg.

Während des ESC in Malmö kam es zu propalästinensischen Protesten.

Laut Karin Karlsson, OK-Chefin des ESC 2024 in Malmö, hat bei der Bevölkerung in Malmö wie während der Olympischen Spiele in Paris im Sommer wegen des augenscheinlich grossen Sicherheitsdispositivs zunächst eine grosse Unsicherheit geherrscht: «Am ersten Tag waren teils mehr Polizisten da als Besucher. Nach einigen Tagen ohne Zwischenfälle merkten die Leute aber: Nein, das ist nicht gefährlich.»

Das Schweizer Polizeiaufgebot ist nicht Kern von Müllers Kritik, sagt der Berner Sicherheitsdirektor: «Das wird nach der Sicherheitslage entschieden. Es ist aber erschreckend, dass so eine Veranstaltung ein derart riesiges Aufgebot nötig macht. Am Eidgenössischen Jodlerfest ist das nicht nötig.» Seine Kritik erfolge rein aus Sicherheitsgründen, führt er aus. «Es ist jenseits, dass man als kleines Land mit nur 20’000 Polizisten dafür solche Sicherheitserwägungen treffen muss.»

Auch Bundesamt für Cybersicherheit am ESC

Die geopolitischen Herausforderungen, die beim ESC wirken könnten, beschränken sich nicht auf den Krieg in Nahost. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Hackerattacken auf ESC-Gastgeberländer. Laut der internationalen Nachrichtenagentur Reuters seien diese auf «prorussische Gruppen» zurückzuführen. Russland wurde nach dem Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 aus der Europäischen Rundfunkunion (EBU) ausgeschlossen.

Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) werden Grossveranstaltungen oder internationale Konferenzen regelmässig als sogenanntes «Trittbrett» für Cyberangriffe genutzt. Um bei Organisationen, die im Kontext solcher Veranstaltungen stehen, die Cyberrisiken zu minimieren, gelte es, die wichtigsten generellen Schutzmassnahmen umzusetzen. Dazu zählt etwa die Absicherung von Fernzugängen via Zwei-Stufen-Autentifizierung oder Offline-Backups. Im Rahmen des ESC wird auch das Bundesamt für Cybersicherheit vor Ort sein und die Arbeiten im Rahmen des Cyberlageverbundes mit den verschiedenen Partnerorganisationen koordinieren.