Kolumne «Ertappt»Autofahrerin lässt Velofahrer blutend liegen
Ein Velofahrer fährt in Meilen in einen Lieferwagen und verletzt sich schwer. Statt ihm zu helfen, begeht die Lenkerin Fahrerflucht – und wird nun gebüsst.
Es ist kein gewöhnlicher Unfall, der sich im vergangenen Sommer in Meilen abgespielt hat. Eine Fahrerin eines Lieferwagens ist auf der Seestrasse unterwegs und hält auf der Höhe der Badi Ländeli, weil sich vor ihr die Autos stauen. Von hinten kommt ein Velofahrer, der auf dem Velostreifen rechts an der Fahrzeugkolonne vorbeifahren will. Da knallt er versehentlich in den rechten Seitenspiegel ihres Lieferwagens.
Der 59-jährige Schweizer stürzt, bricht sich mehrere Rippen, zieht sich eine leichte Hirnerschütterung sowie eine Schultergelenksprengung zu und bleibt blutend liegen. Die 42-jährige Spanierin bekommt dies alles mit – doch es scheint sie nicht zu kümmern. Ohne dem Mann zu helfen, fährt sie weiter, sobald sich die Kolonne vor ihr wieder in Bewegung setzt.
Später macht die Polizei die Frau dank Zeugenaussagen ausfindig. Die Staatsanwaltschaft See/Oberland hat ihr Verhalten nun als Fahrerflucht taxiert und sie vor kurzem des pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall schuldig gesprochen. Die Verurteilte erhält eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 60 Franken, eine Busse von 400 Franken und ganz bestimmt nie die Auszeichnung als «Heldin der Strasse».
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