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Reaktion der Märkte
Börsen stürzen ab, Trumps Zoll-Hammer provoziert heftige Reaktion von China

Börsenmakler John Romolo von Quattro M Securities arbeitet nach Börsenschluss auf dem Parkett der New Yorker Börse, 13. März 2025.
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Die Börsen kennen heute nur eine Richtung: abwärts. Der Schweizer Leitindex SMI verliert am Freitag 5 Prozent. Die Ursache dafür sind die von Donald Trump angekündigten Importzölle der USA. Die Lage hat sich am Mittag noch einmal verschärft. Dies, als China Vergeltungszölle auf US-Importe ankündigte. Sie sollen 34 Prozent auf alle US-Güter betragen, die nach China eingeführt werden. Die Angst der Anlegerinnen und Anleger vor einem Handelskrieg wurde dadurch noch grösser. Die Folge davon: ein Absturz an den Börsen.

Verlor der SMI am Freitagmorgen noch rund 2 Prozent seines Werts und notierte unter 12’000 Punkten, sackte er nach der Nachricht aus China noch weiter ab. Am Freitagabend schloss er bei rund 11’650 Punkten. Das sind mehr als 8 Prozent weniger als zu Wochenbeginn. Auch die Börsen in Frankfurt, Madrid und London verloren in diesen Tagen massiv.

Swiss Re und UBS unter den grössten Verlierern

In der Schweiz haben heute vor allem die Finanzwerte nachgelassen. Dazu gehören etwa der Rückversicherer Swiss Re oder die Grossbank UBS. Gestern hatte UBS-Chef Sergio Ermotti bei einem Auftritt in Oerlikon gesagt, dass die Bank davon ausgehe, dass ein Grossteil der Zölle noch abgewendet werden könne. Die Chance sei intakt, dass viele Länder einen Kompromiss mit den USA finden könnten. Die Bank selbst sei ohnehin nicht betroffen. Dies, da Finanzdienstleistungen bislang nicht thematisiert wurden. Aber die globale Unsicherheit schlägt laut Ermotti aufs Geschäft.  

Auch die Wertpapiere der grossen Pharmafirmen Roche und Novartis stehen nun deutlich im Minus. Die sonst so stabilen Firmen verloren mehr als 5 Prozent. Dies, da Trump gegenüber US-Medien sagte, dass wohl auch bald die bislang ausgenommene Pharmabranche mit Zöllen rechnen müsse. «Ich denke, dass für die Pharmaindustrie Zölle in einem Ausmass eingeführt werden, wie man es noch nie zuvor gesehen hat», sagte Trump vor Reportern.

Auch Bitcoin und Ölpreis verlieren

Besonders hart traf der Crash Logitech, den Westschweizer Hersteller von Computerzubehör. Die Firma produziert einen Grossteil ihrer Produkte in Asien, und ein grosser Teil davon geht in die USA. Die Aktie hat seit Wochenbeginn fast 20 Prozent verloren. 

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten geht der Absturz der Aktien ebenfalls weiter. Die wichtigsten Börsenindizes verlieren deutlich. Der Börsenindex S&P 500 fiel am Freitag um 5,97 Prozent der Nasdaq Composite, in dem Technologieunternehmen vertreten sind, verlor ebenfalls 5,82 Prozent. Bereits am Donnerstag hatten die US-Aktien so viel verloren, wie seit dem Ausbruch des Coronavirus im Jahr 2020 nicht mehr.

Auch der Bitcoin und das Öl verlieren an Wert. Der Rückgang des Ölpreises um 7 Prozent ist ein klares Signal dafür, dass die Weltwirtschaft unter dem Zollkrieg leiden wird. Selbst Gold, das als krisenresistent gilt, büsste am Freitag 2,13 Prozent ein.

Rezession und Inflation

Kürzlich noch traute man der US-Wirtschaft für 2025 ein Wachstum von bis zu zwei Prozent zu, doch auf einmal ist von Rezession die Rede, und das nur wegen des von Trump angezettelten Handelskriegs.

Die deutsche Ökonomin Ulrike Malmendier, die in Berkeley an der University of California lehrt, sagte, die negative Reaktion der Börsen sei ein klares Signal, was die Wirtschaft von Trumps Zöllen halte. Den USA stehe ein «Inflationsschock» bevor. Die Ökonomin geht davon aus, dass Trump deswegen innenpolitisch unter Druck geraten werde. Die US-Amerikaner seien nicht bereit, auf Wohlstand zu verzichten.

Trump will Angebote: etwas «Phänomenales»

Es gibt derzeit kaum ernst zu nehmende Ökonomen, die Trumps Zoll-Orgie etwas Positives abgewinnen kann. Die grosse Frage ist, weshalb er es trotzdem tut. Trump sagte dazu am Donnerstag, er habe mit dem Börseneinbruch gerechnet. Und er deutete an, dass er bereit sei, mit einzelnen Ländern zu verhandeln – wenn sie ihm etwas «Phänomenales» anböten. Als erstes Land scheint nun Vietnam in Verhandlungen mit den USA treten zu wollen, wie Trump in den Sozialen Medien bekannt gab.

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Ein Hinweis dafür, dass ihm die ökonomischen Folgen erst einmal egal zu sein scheinen, es geht Trump darum, seine Verhandlungsmacht oder – anders ausgedrückt – sein Erpressungspotenzial zu vergrössern.