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Im Dorfzentrum von Oberrieden
Kind stirbt bei Unfall mit Kehrichtwagen

Tödlicher Verkehrsunfall auf der Alten Landstrasse in Oberrieden. Ein Kind kolidierte auf dem Fussgängerstreifen mit einem Lastwagen. Foto: André Springer
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Schon wieder hat sich in Oberrieden ein Unglück ereignet. Vorletztes Wochenende war es ein Hausbrand. Nun ist es mitten im Dorf zu einem tragischen Verkehrsunfall gekommen: Am Montag, kurz vor 12 Uhr, war ein Kehrichtwagen auf der Alten Landstrasse Richtung Thalwil unterwegs. Am Steuer sass ein 40-jähriger Mann. Im Bereich des Fussgängerstreifens vor dem Coop erfasste sein Fahrzeug ein 5-jähriges Mädchen.

Für das Kind kam jede Hilfe zu spät. Die rasch eingetroffenen Rettungskräfte hätten nur noch den Tod des Mädchens feststellen können, schreibt die Kantonspolizei in einer Mitteilung.

Spezialisten der Kantonspolizei und des Forensischen Instituts Zürich sicherten vor Ort Spuren. Die Unfallursache ist laut der Kapo noch unklar. Die Auswertungen sowie die weiteren Abklärungen erfolgen nun durch die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl.

Careteam betreute Angehörige

Die Angehörigen und Beteiligten wurden durch einen Notfallseelsorger und Mitglieder verschiedener Careteams betreut.

Wegen des Unfalls musste der betroffene Abschnitt der Alten Landstrasse für den Verkehr gesperrt werden. Auch die Coop-Filiale stellte den Betrieb ein. Passanten wurden weggewiesen. Neben der Kantonspolizei standen mehrere Kommunalpolizeien und Rettungsdienste sowie die Feuerwehr Thalwil-Oberrieden und ein Kindernotarzt im Einsatz.

Eltern und Kinder begannen am Nachmittag, neben der Unfallstelle Blumen niederzulegen. Später kamen viele weitere Blumen, Briefe und Zeichnungen hinzu.

Der Unfall bewegt die Menschen in Oberrieden. Das wurde bereits am Montag ersichtlich. Gegen 18 Uhr versammelten sich rund 30 Erwachsene und viele Kinder an der Unfallstelle. Sie befindet sich unmittelbar vor einem Kindergarten. An einer spontanen «Gedenkstätte» legten die Kinder Blumen nieder, ebenso Zeichnungen und Briefe. Sie zeugen davon, wie sehr sie ihr Kindergarten-Gspäändli vermissen. «Ich liebe Dich» steht auf einem Blatt in pinken Buchstaben, daneben der Name des verstorbenen Mädchens.

Zwei Frauen umarmten sich, Tränen flossen. Der Redebedarf unter den Oberriednerinnen und Oberriednern war gross. Zwei Mitarbeitende eines Careteams, erkennbar durch gelbe beschriftete Leuchtwesten, kümmerten sich um die Anwesenden.

«Erwachsene sollten helfen»

Etwas abseits standen drei Erwachsene, von denen eine Frau erzählte, sie sei am Mittag als Ersthelferin vor Ort gewesen. Das Kehrichtfahrzeug sei gestanden, der Fahrer habe das Kind von oben gar nicht sehen können. «Es bräuchte Erwachsene, die den Kindern bei diesem Fussgängerstreifen über die Strasse helfen, wie dies in anderen Gemeinden auch der Fall ist», sagte sie.

Unabhängig vom genauen Unfallhergang wird der Vorfall in Oberrieden die Diskussion um Tempo 30 neu befeuern. Just letztes Jahr hatte eine Einzelinitiative* gefordert, dass auf der Alten Landstrasse zwingend Tempo 50 bleiben solle. Die Gemeindeversammlung lehnte dies ab und folgte damit der Empfehlung des Gemeinderats. Dieser hatte in einer Studie dargelegt, dass sich der Streckenabschnitt im Zentrum für Tempo 30 eignen würde. Eine definitive Entscheidung erfolgt erst im Zuge des Verkehrsrichtplans.

Erinnerung an Uetikon

Klar ist auch: Das Geschehene erinnert an einen tragischen Unfall in Uetikon, bei dem vor zwei Monaten ebenfalls ein 5-jähriges Mädchen verstarb. Auch jener Unfall passierte um die Mittagszeit, als ein 63-jähriger Autolenker über ein Trottoir in eine Quartierstrasse abbiegen wollte. Bei der Unfallstelle handelt es sich um den Schulweg vieler Kindergärtler. Die Gemeinde Uetikon plant nun, mit baulichen Massnahmen die Sicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger zu erhöhen.

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Angaben zum Unfall in Oberrieden machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Zürich, Verkehrszug Neubüel, Telefon +41 58 648 67 90, in Verbindung zu setzen.

* Korrektur vom 10. September, 8.25 Uhr: In einer früheren Textversion hiess es, die Gemeindeversammlung habe über eine Initiative der SVP abgestimmt. Richtig ist jedoch, dass es sich um eine Einzelinitiative des SVP-Präsidenten handelte.