Seilziehen um TempoInitiative will Tempo 30 im Zentrum von Oberrieden verhindern
SVP-Ortsparteipräsident Adrian Wegmann hat erneut eine Initiative eingereicht: Dieses Mal geht es um eine geplante Geschwindigkeitsreduktion im Zentrum.

Der Verkehr im Zentrum von Oberrieden soll langsamer fliessen. Das ist in einer Verkehrsstudie der Gemeinde vom März 2022 angedacht. Für den Abschnitt der Alten Landstrasse von der Gemeindegrenze zu Thalwil bis zum Bahnhof Oberrieden Dorf wird unter anderem eine Temporeduktion von 50 auf 30 Stundenkilometer vorgeschlagen. Dagegen wehrt sich der SVP-Ortsparteipräsident Adrian Wegmann. Er reicht erneut eine Einzelinitiative ein, nachdem er im letzten August mit einer Initiative eine «Ombudsstelle für Oberrieden» gefordert hatte. Das Begehren wurde im November abgelehnt.
In der aktuellen Initiative beauftragt er den Gemeinderat von Oberrieden, die Geschwindigkeit «Generell 50» auf der Alten Landstrasse zu «fixieren». «Wegen meiner Kandidatur für den Kantonsrat war ich bereits letztes Jahr viel im Bezirk Horgen unterwegs. Dabei ist mir aufgefallen, dass es immer mehr Tempo-30-Zonen in den Gemeinden gibt», sagt Wegmann.
«Parkplätze könnten aufgehoben werden»
«Das widerspricht dem bewährten Prinzip einer sinnvollen Abstufung von Verkehrsträgern», schreibt er in seiner Initiative. Grosse Strassen seien dem Transit verpflichtet, kleinere Strassen dienten dem Schutz und der Ruhe von Anwohnern. Zudem werde durch das reduzierte Tempo auf den Hauptverkehrsachsen das Vorwärtskommen für Handwerker und Gewerbetreibende immer schwieriger.
«Und auch die Einsatzkräfte wie Krankenwagen, Feuerwehr oder Polizei kommen so langsamer durch.» Bei diesen gebe es die Faustregel, dass sie ungefähr 1,5 Mal schneller fahren dürften, als es die Höchstgeschwindigkeit vorschreibt. «Wenn die Einsatzkräfte länger für einen Weg brauchen, kann das problematisch sein, auch wenn es nur wenige Minuten mehr sind.»
Das Argument, dass Tempo 30 zu weniger Unfällen führe, lässt Wegmann ebenfalls nicht gelten: «Ich beobachte, dass Fahrzeuglenker oft kurz zum Handy greifen, wenn sie hinter einem Hindernis, das den Verkehr beruhigen soll, warten müssen.» Die nötigen baulichen Verkehrsberuhigungsmassnahmen könnten aus seiner Sicht zudem zur Aufhebung von Parkplätzen führen. Und zu mehr Frequenzen auf den Quartierstrassen, weil sich der Verkehr dann den kürzesten Weg suche.
Zurück zu Tempo 60 auf der Seestrasse?
Gleichzeitig wachse die Bevölkerung im Bezirk Horgen stetig: «Es ist deshalb wichtig, dass wir auf den Hauptverkehrsachsen gut vorwärtskommen», sagt Wegmann. Dabei sollte aus seiner Sicht nicht jede Gemeinde «für sich wurschteln»: «Mir fehlt die Betrachtung für den ganzen Bezirk.» Das wäre aus seiner Sicht Aufgabe der Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg, die für die Regionalplanung im Bezirk Horgen zuständig ist. Deren Präsident, der Oberriedner Martin Arnold (SVP), kontert, das Temporegime in den Dorfzentren sei Sache der Gemeinden: «Wir werden diesbezüglich nicht aktiv werden.»
Aus Sicht von Wegmann war die Planungsgruppe bei einem anderen Tempo-Thema dagegen zu aktiv: Sie hatte 2018 das Thema «Tempo 50 auf der Seestrasse» bei der Kantonspolizei beantragt. Im November vor einem Jahr hat der Kanton es dann umgesetzt. Wegmann will bei der Kantonspolizei nachfragen, wie er als Bürger beantragen könnte, dass das Tempo auf der Seestrasse wieder auf 60 Stundenkilometer heraufgesetzt wird. Kantonsratskandidat Wegmann sagt, er werde dieses Thema aber erst nach dem 12. Februar angehen, also nach den Kantonsratswahlen.
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