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Mitte-Präsidium
«Prüfe aktuell verschiedene Optionen»: Mitte-Vize verschickt Rätsel-Mitteilung

Yvonne Bürgin von der CVP spricht im Zürcher Kantonsrat während der Budgetdebatte, 07.12.2015, Foto von Marc Dahinden.
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In Kürze:
  • Mitte-Nationalrätin und Vizepräsidentin Yvonne Bürgin versandte ein Communiqué, das Fragen aufwirft.
  • Sie könne sich ein Engagement vorstellen, schreibt sie. Das hat sie allerdings schon vor Wochen gesagt.
  • Das Kandidatenfeld lichtet sich derweil. Der Walliser Nationalrat Philipp Matthias Bregy will Mitte-Präsident werden, andere ziehen sich zurück.

Interessiert man sich für ein frei werdendes Amt, gibt es im Grunde drei Arten der Kommunikation: zusagen, absagen oder ankündigen, dass man sich eine Kandidatur überlege.

Eine vierte Variante wählt Mitte-Nationalrätin Yvonne Bürgin. Nachdem sie schon vor Wochen öffentlich gesagt hatte, sie überlege sich eine Kandidatur als Mitte-Präsidentin und Nachfolgerin von Gerhard Pfister, verschickte sie am Mittwoch an rund zwei Dutzend Journalisten ein Communiqué mit dem Titel «Verantwortung übernehmen – wo ich die Mitte in Zukunft stärken könnte».

Die Vizepräsidentin der Partei und Gemeindepräsidentin von Rüti ZH teilt darin nicht mit, ob sie sich inzwischen für oder gegen eine Kandidatur entschieden hat. Stattdessen schreibt sie, es sei ihr wichtig, dass einer der drei Führungsposten – Bundesrat, Parteipräsidium oder Fraktionschef – von einer Frau besetzt werde. «Aus diesem Grund prüfe ich aktuell verschiedene Optionen.» Es gelte abzuwarten, «ob und welche Kandidaturen» für das Parteipräsidium eingereicht werden. Für sie selber komme auch das Fraktionspräsidium infrage, für das sie sich mit ihrer Erfahrung als frühere Zürcher Fraktionschefin qualifiziere. Sie werde sich weiterhin aktiv einbringen und die Journalisten auf dem Laufenden halten.

Übersetzt könnte das heissen: «Da wir schon einen Bundesrat haben und sich auch künftig ein männliches Parteipräsidium abzeichnet, da mit Fraktionschef Philipp Matthias Bregy ein Schwergewicht Interesse bekundet, muss wenigstens das dadurch frei werdende Fraktionspräsidium weiblich sein. Und falls sich keine andere Frau meldet, würde ich den Job übernehmen.»

Zürcher Sektion prüft Anmeldungen

Was bezweckt Yvonne Bürgin mit der Mitteilung, es gebe noch nichts mitzuteilen? Sie habe vor den Frühlingsferien nochmals kommunizieren wollen, dass sie sich weiterhin sowohl das Partei- als auch das Fraktionspräsidium vorstellen könnte, sagt sie auf Anfrage.

Bis Ende April können die Kantonalparteien der Findungskommission ihre Kandidaturen fürs nationale Parteipräsidium einreichen. Ende Juni wird Pfisters Nachfolger gewählt.

Startschuss der Pfister-Demontage

Es ist nicht das erste Mal, dass Mitte-Vertreter mit einer eigenartigen Kommunikation auffallen. Erst Anfang Jahr wurde Parteipräsident Gerhard Pfister von seinen eigenen Leuten demontiert, bevor er seine Ambitionen auf das Bundesratsamt kundtun konnte. Sie hätte lieber einen jüngeren Kandidaten, sagte Yvonne Bürgin in einer SRF-«Arena». Weitere Mitte-Frauen doppelten nach, worauf sich Pfister zurückzog. Eine Frauenkandidatur für den Bundesrat brachten sie nicht zustande, obwohl sie eine solche lautstark gefordert hatten.

Relativ klar kommuniziert Philippe Matthias Bregy: Der Mitte-Fraktionschef hat am Mittwoch im «Blick» nicht nur seine Überlegungen verkündet, sondern gleich die Kandidatur. Dies dürfte den Berner Nationalrat Reto Nause zum Verzicht bewegen: «Die Kandidatur von Philipp Matthias Bregy macht es mir schwer, zu kandidieren», sagt er. Die Bundeshausfraktion sei die Partei im Kleinen; wer sie erfolgreich geführt habe wie Bregy, beweise, dass er auch die nationale Partei führen könne.