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Kolumne «Miniaturen des Alltags»
Krieg ersetzt den Sport im Lehnstuhl

Skirennen abgebrochen – jetzt folgt ein persönliches Ersatzprogramm. 
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Sport bestimmt zu einem gewichtigen Teil mein Leben. Am liebsten aktiv, sei es mit dem Mountainbike oder auf Ski, zuweilen tun es auch einfach Lauf- oder Wanderschuhe. Auf eine andere Art sportlich verhalte ich mich zwischen Weihnachten und Neujahr sowie in den Tagen nach dem Festrummel. Dann fröne ich dem Indoorsport. Die Ausrüstung ist leger: T-Shirt, Schlabberhose und Pantoffeln. Dabei sitze ich im bequemen Polstersessel und lasse andere für mich rennen, springen und übers Eis flitzen: im Fernsehen.

Besonders der Spengler-Cup in Davos ist jeweils Pflichtprogramm mit täglich zwei Matchs. Dazu kommen Skirennen und die Vierschanzentournee. Die eigene Körperertüchtigung bleibt in diesen Tagen auf der Strecke. Es herrscht ohnehin genug Getümmel auf den Pisten.

Doch dieses Mal geriet mein weihnachtlich-neujährlicher Lebensrhythmus durcheinander. Corona liess den Spengler-Cup platzen. Skiweltcuprennen und ein Skispringen fielen Schneemangel oder Schlechtwetter zum Opfer. Was sollte ich mit so viel unverhoffter «Freizeit» machen?

Die Antwort lag seit Heiligabend auf dem Gabentisch: Ein Buch. Genauer gesagt ein Sachbuch über ein spannendes Kapitel Geschichte. Es beschreibt akribisch fünf Tage im Dezember 1941, als der Angriff Japans auf den Flottenstützpunkt der USA in Pearl Harbor den Krieg in Europa zum Zweiten Weltkrieg ausdehnte. Die Lektüre über diplomatische und militärische Winkelzüge bis zur offiziellen Kriegserklärung ist faszinierend. Ich habe bisher keine einzige ausgefallene Sportübertragung vermisst.

Heisst es prosaisch, dass der sportliche Wettkampf Kriege ersetzt, ist es also derzeit bei mir umgekehrt. Daher hoffe ich noch auf ein paar abgesagte Sportveranstaltungen – ich bin noch nicht ganz durch im über 600 Seiten dicken Buch.