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Tipps bei Corona-Ansteckung
Was tun, wenn man krank ist?

Passenger wearing protective mask looking at th Bielersee as he rides a SBB CFF FFS train during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in La Neuveville, Switzerland, Tuesday, March 23, 2021. Switzerland as many countries in Europe impose coronavirus restrictions to fight against the spread of coronavirus COVID-19. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
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Teile dieses Artikels wurden erstmals Anfang April 2022 publiziert. Wir haben ihn mit den neuesten Zahlen und Erkenntnissen ergänzt.

Im Büro fehlen Kolleginnen und Kollegen, weil sie krankgeschrieben sind; in der S-Bahn schnieft und hustet es durchs ganze Abteil; und diverse ÖV-Betriebe müssen wegen krankem Personal den Fahrplan ausdünnen. Welche Erreger sind dafür verantwortlich? Und was können wir dagegen tun? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Erreger zirkulieren momentan?

Anders als vor einem Jahr, als im November neben dem Coronavirus Sars-CoV-2 auch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) zirkulierte, finden sich derzeit in den Abwasserproben von 14 Schweizer Kläranlagen einzig Spuren des Covid-19-Erregers. Keine Grippe, kein RSV. Seit dem Sommer steigen die Mengen an gefundenen Sars-CoV-2-Spuren überall langsam, aber stetig an. Es gibt allerdings noch andere Viren, nach denen im Abwasser nicht gefahndet wird, insbesondere Rhinoviren oder Erkältungscoronaviren. Diese können, neben Sars-CoV-2, zur aktuellen Krankheitslast beitragen.

Aktuelle Zahlen des spitalbasierten Sentinel-Überwachungssystems bestätigen die Abwasserbefunde. Demnach wurden in Woche 43 (letzte verfügbare Daten) 356 Hospitalisationen mit Covid-19 oder Grippe erfasst. Tendenz steigend. Alle, also 356, waren Covid-19-bedingt, kein einziger Fall war grippebedingt. Wenig erfreulich ist die Tatsache, dass für rund ein Drittel der Covid-19-Hospitalisationen sogenannte nosokomiale Infektionen verantwortlich sind: die Erkrankten hatten sich im Spital angesteckt.

Soll ich jedes Mal einen Selbsttest machen, wenn ich ein Kratzen im Hals habe oder mich schlapp fühle?

Ja, aber aufgepasst: Tests sind immer nur Momentaufnahmen. Bei Infektionen mit den derzeit immer noch zirkulierenden Omikron-Varianten zeigen die Selbsttests am Anfang oftmals noch ein negatives Ergebnis, und erst im Laufe der Erkrankung können sie die Viren mit einem positiven Resultat nachweisen. Zudem sind nicht alle Selbsttests bei Infektionen gleich sensitiv. Tests, die genauer messen, kosten in der Apotheke etwas mehr.

Aber auch ohne Test gilt: «Grundsätzlich sollte eine Person, die krank ist und Symptome hat, zu Hause bleiben», rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG). «Wer trotzdem aus dem Haus muss, sollte in diesem Fall eine Maske tragen.»

Eine Frau macht einen Coronavirus Antigen-Selbsttest mit Nasenabstrich bei sich zu Hause. 
12.04.2021
(URS JAUDAS/TAMEDIA AG)

Bin ich ansteckend, wenn der Selbsttest positiv ist? Nach wie vielen Tagen kann ich wieder mit gutem Gewissen unter die Leute?

Bei einem positiven Selbsttest kann man davon ausgehen, dass man eine hohe Virenlast hat – und dementsprechend auch ansteckend ist. Es gebe einen starken Zusammenhang zwischen einem positiven Antigen-Schnelltest und dem Vorhandensein von vermehrungsfähigen Viren, berichteten US-Forschende in einer 2022 im Medizinerblatt «Jama Network Open» erschienenen Studie. In derselben Untersuchung schrieben die Forschenden zudem, dass 80 Prozent der positiv Getesteten auch fünf Tage nach Beginn der Symptome immer noch positiv seien, 35 Prozent sogar zehn Tage lang.

Falsch positive Selbsttests sind selten, falsch negative hingegen nicht. Gerade zu Beginn einer Infektion ist die Viruslast oft noch tief, sodass die Selbsttests in den ersten Tagen nach Beginn der Symptome oft ein falsch negatives Resultat anzeigen.

Der beste Schutz vor einer Ansteckung ist also nach wie vor, die infizierte Person zu isolieren.

Empfohlen ist, bei Symptomen zu Hause zu bleiben. Infizierte sollten sich alle drei bis fünf Tage testen und erst wieder unter die Leute gehen, wenn der Selbsttest negativ ist. Wer diese Regel nicht befolgt, nimmt in Kauf, andere Menschen, möglicherweise auch gefährdete Personen, anzustecken.

Mein Partner ist positiv getestet. Ich fühle mich gut, mein Selbsttest ist negativ – darf ich ohne Maske ins Büro?

Weil es keine Maskenpflicht mehr gibt, kann man theoretisch ohne Mund-Nasen-Schutz arbeiten. Trotzdem ist es, angesichts der steigenden Fallzahlen, aus Vorsicht und Rücksichtnahme gegenüber den anderen Mitarbeitenden ratsam, eine Maske zu tragen. Auch weil man nicht immer weiss, ob jemand im Umfeld ein höheres Risiko hat, bei einer Infektion schwer zu erkranken.

Ist es fahrlässig, wenn ich mit einer positiv getesteten Person im selben Bett schlafe? Wie viele Tage muss ich auf dem Sofa übernachten?

Das Risiko, sich bei einer infizierten Person anzustecken, ist umso höher, je näher man ihr kommt und je länger man in ihrer Nähe ist. Der beste Schutz vor einer Ansteckung ist also nach wie vor, die infizierte Person zu isolieren.

In der Regel sind Infizierte gleich zu Anfang ansteckend – und zwar schon einen Tag bevor sie Symptome entwickeln. Die Infektiosität sinkt dann innerhalb einer Woche.

Welche Virusvarianten zirkulieren derzeit? Kann man sich dagegen impfen lassen?

Bei den Virusvarianten dominiert seit fast einem Jahr der Omikron-Subtyp XBB. Gegen diese Variante schützen die angepassten Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) und das BAG empfehlen eine (Auffrisch-)Impfung allerdings nur gefährdeten Personen. Dazu zählen Personen über 65 Jahre, Personen ab 16 Jahren mit einer chronischen Krankheit sowie Personen ab 16 Jahren mit Trisomie 21. Allen Personen unter 65 Jahren ohne Risikofaktoren empfehlen Ekif und BAG im Herbst/Winter keine Covid-19-Impfung. Das Risiko einer schweren Erkrankung sei für Personen in dieser Gruppe sehr gering, so die Begründung.

Selbst für Gesundheitsfachpersonen und Betreuungspersonen sprechen Ekif und BAG keine Impfempfehlung aus. Diese Personen können sich aber dennoch impfen lassen, heisst es auf der BAG-Website, «wenn sie nach individueller Abwägung und Entscheidung das Risiko für eine Infektion mit milder Erkrankung etwas vermindern möchten».

Kann man sich noch kostenlos testen lassen?

Nein, die Kosten für Tests werden nicht mehr vom Bund bezahlt. Einzige Ausnahme: Bei ärztlich verschriebenem Test übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten, sofern die Diagnose für eine Therapie notwendig ist. Das ist dann der Fall, wenn der Arzt oder die Ärztin zum Beispiel ein antivirales Arzneimittel gegen Covid-19 verschreiben will.

Schütze ich mich selbst oder nur die anderen, wenn ich im Tram oder im Zug eine Maske trage?

Beides. Das Tragen einer Maske nützt einem in der aktuellen Situation selbst und hilft auch den anderen. Schon mit dem Tragen einer Hygienemaske kann man Mitmenschen gut schützen, wenn man selbst an einer Atemwegsinfektion leidet. Wer sich hingegen selber vor einer Ansteckung schützen will, sollte besser eine FFP2-Maske tragen. Damit kann man das Risiko, sich in einer vollen S-Bahn oder einem Tram zu infizieren, drastisch reduzieren.

Covid-Taskforce fordert FFP2-Masken für Oev und Schulen, BAG will empfiehlt sie weiterhin nur bei besonderen Treffen mit vulnerablen Personen. Derweil steigt die Nachfrage nach FFP2-Masken rapide. 4000 Zeichen dazu 800erBox So trage ich eine FFP2-Maske richtig.
07.01.2022
(ELA ÇELIK/TAMEDIA AG)

Ohne Schutz kann es nach wie vor schnell gehen, aus der Atemluft eines Virusträgers die infektiöse Dosis aufzunehmen. Dies spiegelt auch das aktuelle Infektionsgeschehen wider.

Ist eine laufende Nase Grund genug, im Homeoffice zu bleiben?

Nicht jede laufende Nase ist eine Covid-Erkrankung. Auch andere Erkältungskrankheiten oder Allergien können für ähnliche Symptome sorgen. Solange die Sars-CoV-2-Infektionszahlen aber steigen oder hoch sind, ist die Wahrscheinlichkeit recht gross, dass man sich angesteckt hat.

Gut wäre es in jedem Fall, einen Selbsttest zu machen. Ist er negativ, muss man nicht im Homeoffice bleiben. Es wäre aber sinnvoll, ihn am nächsten Tag noch einmal zu wiederholen und aus Rücksicht auf andere eine Maske zu tragen.

Muss nun der Arbeitgeber entscheiden, wer wann zur Arbeit kommen darf und wer nicht?

Nein. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Das war schon vor der Pandemie so. Die meisten Arbeitgeber verlangen drei Tage nach einer Krankmeldung ein ärztliches Zeugnis. Wer ein positives Testresultat hat, sich aber nicht krank fühlt, sollte mit dem Arbeitgeber besprechen, wie man am besten vorgeht. Viele Arbeitgeber werden nicht wollen, dass jemand, der Sars-CoV-2 an andere weitergeben könnte, zur Arbeit erscheint. Falls doch, sollte man auf jeden Fall eine Maske tragen, um das Umfeld zu schützen.

In einer früheren Version schrieben wir von «angepassten bivalenten Impfstoffen». Richtig ist, dass die gegen XBB gerichteten Impfstoffe monovalent sind.