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Flüchtlingsexperte warnt
«Sudan erlebt Hungerkrise von historischem Ausmass»

epa11494681 People gather at a camp for people displaced due to fighting in Sinja town of Sennar State, established at Al-Huri, Gedaref city, eastern Sudan, 24 July 2024. According to UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA), over 136,000 people fled Sennar since 24 June 2024 due to conflict between the Sudanese Armed Forces (SAF) and the Rapid Support Forces (RSF). US Secretary of State Antony Blinken said in a statement on 23 July 2024 that the US has invited the two fighting sides in Sudan to participate in ceasefire talks co-hosted by Switzerland and Saudi Arabia on 14 August 'to reach a nationwide cessation of violence, enabling humanitarian access to all those in need'. The leader of Sudanese RSF Mohamed Hamdan Daglo on 24 July announced on his X (formerly Twitter) account the participation in the US-mediated ceasefire talks in Switzerland, expressing support for reaching 'a peaceful, negotiated political solution that restores the country to civilian rule and the path of democratic transition'. According to the International Organization for Migration (IOM) figures, 10,594,576 individuals are internally displaced in Sudan, including 7,794,480 individuals displaced since the outbreak of armed conflict between the SAF and RSF on 15 April 2023.  EPA/STR
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Mit drastischen Worten warnen renommierte Hilfsorganisationen vor einer Hungerkatastrophe im Sudan. «Wir können nicht deutlicher sein: Der Sudan erlebt eine Hungerkrise von historischem Ausmass», teilte der Norwegische Flüchtlingsrat zusammen mit Partnern mit. «Kinder verhungern.»

«Jeden Tag sterben Menschen an Hunger, und dennoch liegt der Schwerpunkt weiterhin auf semantischen Debatten und rechtlichen Definitionen», kritisiert der Rat. Er spielt damit darauf an, dass für die Feststellung einer Hungersnot eine komplizierte Abklärung nötig ist.

Zu den Kriterien einer Hungersnot gehört etwa, dass täglich vier von 10’000 Kindern durch Hunger sterben oder dass mehr als 30 Prozent der Bevölkerung unterernährt sind. Das ist vor allem in Konfliktsituationen wie im Sudan, wo die Arbeit von Hilfsorganisationen behindert wird und längst nicht alle Menschen erreicht werden können, aber schwierig festzustellen.

Technisch heisst das Verfahren «integrierte Phasenklassifikation zur Ernährungssicherheit (IPC)». Es wird von den Vereinten Nationen und anderen internationalen Entwicklungsorganisationen angewendet. 

Im Sudan kämpfen seit April 2023 rivalisierende Generäle um die Vorherrschaft. Durch die blutigen Kämpfe wurden mehr als zehn Millionen Menschen vertrieben und Tausende getötet. Die Nahrungsmittelproduktion ist schwer getroffen, viele Felder sind zerstört, vermint oder die Bauern vertrieben, Nutztiere getötet worden.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen haben mehr als 25 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – nicht genug zu essen. Viele Familien ässen Blätter und Insekten und hätten nur eine Mahlzeit am Tag, so der Flüchtlingsrat. Selbst für die Menschen, die erreicht werden könnten, reicht das Geld nicht. Die Spendenaufrufe der Organisationen sind kaum zur Hälfte gedeckt. 

DPA/nag