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Umstrittener Besuch
«Inakzeptabel behandelt»: Grönland lehnt Treffen mit Frau von US-Vize Vance ab

Usha Vance lächelnd bei einer Wahlkampfveranstaltung in Selma, N.C., im November 2024.
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Es wird kein Treffen zwischen der in Grönland erwarteten US-Delegation und der geschäftsführenden grönländischen Regierung geben. Das schrieb der amtierende Regierungschef Múte B. Egede bei Facebook. Zuvor hatte das Weisse Haus angekündigt, dass US-Vizepräsident J.D. Vances Frau Usha die von Präsident Donald Trump umworbene Insel diese Woche besuchen wird. Laut Medienberichten soll Usha Vance von Trumps Nationalem Sicherheitsberater Mike Waltz nach Grönland begleitet werden.

Usha Vance wird dem Weissen Haus zufolge am Donnerstag gemeinsam mit ihrem Sohn und einer US-Delegation nach Grönland reisen. Während ihres Besuchs werde sie historische Stätten besichtigen, mehr über das grönländische Erbe erfahren und dem traditionellen Hundeschlittenrennen im Ort Sisimiut beiwohnen. Das Rennen beginnt am Samstag, für diesen Tag ist auch die Rückreise in die USA angesetzt. Wie die grönländische Zeitung «Sermitsiaq» berichtet, will die Second Lady der USA ihre Reise in der Hauptstadt Nuuk beginnen.

Bei der Reise soll die Vizepräsidentengattin Gesellschaft von Trumps Sicherheitsberater Waltz erhalten. Das berichteten neben «Jyllands-Posten» auch die dänischen Rundfunksender DR und TV 2 unter Berufung auf anonyme Quellen. Demnach hat die US-Regierung um offizielle Treffen mit dänischen und grönländischen Vertretern gebeten, was allerdings abgelehnt wurde. Offiziell bestätigt wurden die Reisen des Sicherheitsberaters von US-Seite bislang nicht.

«Gehört sich unter engen Freunden nicht»

Grönlands Regierungschef Egede schrieb in seinem Facebook-Post, der Besuch könne nicht als rein private Reise angesehen werden. «Ich kann gut verstehen, dass man sich Sorgen macht», schrieb Egede. Jüngst seien die Grönländer inakzeptabel behandelt worden, was sich unter engen Freunden und Verbündeten nicht gehöre, erklärte Egede.

Trump und Vance sprechen seit Monaten immer darüber, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. Trump begründete dies wahlweise mit der nationalen oder der internationalen Sicherheit. Vor diesem Hintergrund war sein Sohn Donald Trump Jr. Anfang Januar medienwirksam für einen Tag nach Nuuk gereist.

In einem kürzlich erschienen Interview mit dem rechtskonservativen TV-Sender Fox unterstrich Vance erneut die Bereitschaft der USA, auch militärisch eine Besetzung Grönlands voranzutreiben.

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Proteste gegen Donald Trump

Der grönländische Premierminister Múte B. Egede bezeichnete die Reise der US-Delegation auf die Insel in einem Interview mit der grönländischen Zeitung «Sermitsiaq» am Sonntag als «höchst aggressiv» und äusserte insbesondere Bedenken bezüglich des Besuchs von Waltz. «Was macht der nationale Sicherheitsberater in Grönland? Der einzige Zweck ist es, Macht über uns zu demonstrieren», sagte Egede. «Seine blosse Anwesenheit in Grönland wird den Glauben der Amerikaner an Trumps Mission bestärken – und der Druck wird weiter zunehmen.»

Auch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen steht dem Besuch der US-Delegation skeptisch gegenüber. In einer schriftlichen Stellungnahme an die Nachrichtenagentur Reuters sagte sie, der Besuch sei «etwas, das wir ernst nehmen». Dänemark wolle mit den USA zusammenarbeiten, aber dies sollte auf der Basis «der grundlegenden Regeln der Souveränität» geschehen.

Auf der zum dänischen Königreich zählenden Insel halten die Politik und der Grossteil der Bevölkerung nichts davon, US-Territorium zu werden. Vor einer Woche hatten Hunderte Menschen in Nuuk und anderswo gegen die Übernahmepläne von Trump protestiert. 

Die grönländische Politik ist kurz nach einer Parlamentswahl gerade dabei, eine neue Regierung zu bilden. Am 1. April finden zudem Kommunalwahlen auf der Insel statt. «Es ist klar, dass das Trump-Lager unser Recht auf Selbstbestimmung ohne Einmischung von aussen nicht respektiert», kritisierte eine grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament, Aaja Chemnitz, auf Facebook.

DPA/aeg