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Kulturkampf der US-Administration
Politische Vorgaben von Trump: ETH wird Fragebogen nicht beantworten

Blick auf das ETH Hauptgebäude in Zürich, aufgenommen vom Universitätsspital Zürich bei bewölktem Himmel.
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Die ETH Zürich erhielt vor wenigen Wochen von den US-Behörden einen Fragebogen, mit dem abgeklärt werden sollte, ob eines ihrer Forschungsprojekte mit den politischen Vorstellungen von US-Präsident Donald Trump kompatibel ist. Die US-Administration verlangte Auskunft darüber, ob die Forschung eine nach ihrer Auffassung einseitige ideologische Einfärbung aufweisen könnte.

Jetzt erklärt die ETH gegenüber SRF, dass sie den Fragebogen nicht ausfüllen werde. Die darin geforderten Informationen stünden «in keinem Zusammenhang mit dem betroffenen Projekt». Zudem sei ein solches Reporting in der wissenschaftlichen Praxis nicht üblich.

Welche Konsequenzen das Ignorieren der geforderten Auskünfte haben wird, ist zurzeit noch unklar. Die ETH-Medienstelle erklärte, dass man aus Washington keine Angaben darüber erhalten habe.

Das fragliche Forschungsprojekt ist eines von 14 Projekten der ETH, welches Gelder von amerikanischen Förderungsstellen erhält. Die ETH Medienstelle bestätigte, dass es bei den Fragen darum gehe, die «Einhaltung politischer Vorgaben der neuen US-Regierung» abzuklären. Zum genauen Inhalt der Forschung und den Fragen gab die ETH aber keine Auskunft.

Trump will nur noch Forschung fördern, die ihm gefällt

Die Trump-Administration hat bereits verschiedene Hochschulen weltweit kontaktiert, welche amerikanische Forschungsgelder erhalten. Ziel ist es, mittels der Fragebögen Forschung zu identifizieren, welche sich Themen wie Diversität, Gleichstellung, Inklusion sowie Klima oder Umweltgerechtigkeit widmet, und die Förderung dieser Projekte dann zu stoppen.

Auch weitere Schweizer Hochschulen, wie etwa die Universität Bern, erhalten Fördergelder aus den USA. Einen Fragebogen wie die ETH hat aber niemand sonst zugestellt bekommen. Mehrere Hochschulen bestätigten gegenüber SRF dafür, dass sie vermehrt von amerikanischen Wissenschaftlern kontaktiert würden. Einige der Forschenden würden dabei offen sagen, dass sie aufgrund der neuen US-Regierung und ihrer Anforderungen in Europa bessere Voraussetzungen für ihre Arbeit vorfänden als in den USA.