Illegaler Import von PotenzmittelnSchweizer Apothekerverband trennt sich von Lorenz Schmid
Der frühere Mitte-Kantonsrat hatte für Stammkunden illegal Potenzmittel importiert. Nun tritt Lorenz Schmid von seinem Posten beim Schweizer Apothekerverband zurück. In Zürich hält man weiterhin an Schmid fest.

Der Präsident des Zürcher Apothekerverbands, Lorenz Schmid, importierte jahrelang illegal Medikamente. Das berichtete am Dienstag zuerst der Beobachter.
Nun trennt sich der Schweizer Apothekerverband Pharmasuisse und sein Vorstand von ihrem bekannten Apotheker aus Männedorf. «Wir nehmen den Entscheid von Lorenz Schmid, per sofort zurückzutreten, zur Kenntnis und begrüssen diesen Schritt», sagt Pharmasuisse-Präsidentin Martine Ruggli.
Zürcher Apothekerverband hält vorerst an Schmid fest
Beim Zürcher Apothekerverband (AVKZ), wo Schmid Präsident ist, wolle man sich noch ein Bild der Sachlage verschaffen, sagt die Geschäftsführerin Sybille Eberhard am Mittwoch auf Anfrage. Am Donnerstag teilte der AVKZ mit, dass der Verband weiterhin an seinem Präsidenten festhalte, berichtet 20 Minuten. Man wolle die Vorwürfe vertieft abklären, Schmid Stellung nehmen lassen und erst dann eine Entscheidung treffen, heisst es weiter.
Der Apotheker geniesst grosse Bekanntheit in Zürich. Schmid sass jahrelang für die damalige CVP (heute Mitte-Partei) im Kantonsrat und besitzt mit der Toppharm-Apotheke am Zürcher Paradeplatz ein Geschäft an bester Lage.
Weil er während sieben Jahren illegal grössere Mengen der Potenzmittel Cialis und Tadalafil aus Deutschland importierte, wurde Schmid verurteilt, und zwar zu einer bedingten Geldstrafe von 53’000 Franken und einer Busse von 10’000 Franken.
Die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic geht von einem «gerade noch leichten bis mittelschweren» Verschulden aus.
Apotheken dürfen Medikamente nur in wenigen Ausnahmefällen direkt importieren und abgeben, denn jedes in einer Schweizer Apotheke verkaufte Medikament muss in der Schweiz von Swissmedic zugelassen sein – auch wenn schon andere Medikamente mit den gleichen Inhaltsstoffen zugelassen sind.
Wie der «Beobachter» berichtet, steht in der rechtskräftigen Strafverfügung von Swissmedic unter anderem auch, dass Schmid im Ausland rezeptpflichtiges Melatonin und das Hormon Dehydroepiandrosteron (DHEA) beschaffte. Letzteres steht als verbotenes Dopingmittel auf der schwarzen Liste des Bundes.
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