Gut zu wissenWorauf Sie bei einem Power Nap achten sollten
Ein Kurzschlaf verbessert die Konzentration und senkt das Risiko für Herzkrankheiten.
In den südlichen Ländern ist es Tradition, dass man sich am frühen Nachmittag ein Nickerchen gönnt. Bei uns wird das allenfalls kleinen Kindern und Senioren zugestanden. Bei berufstätigen Erwachsenen dagegen ist es verpönt, sich zwischendurch aufs Ohr zu legen – könnte es doch als Faulheit ausgelegt werden.
Ein Fehler, wie immer mehr Studien belegen. Denn kein Mensch ist in der Lage, während des ganzen Tages stets seine volle Leistung zu erbringen. Jede und jeder hat einmal einen Durchhänger.
Bei den meisten kommt dieses Tief nach dem Mittagessen, auch weil die Verdauung Energie verbraucht und es mittags gerade jetzt im Sommer besonders warm ist. Warum also sich nicht kurz hinlegen?
Energie für die zweite Tageshälfte
Was ein solcher Kurzschlaf, auch «Power Nap» genannt, bewirkt, hat kürzlich die Harvard Medical School (USA) untersucht: Die Forschenden zeigten den Probanden Bildpaare von Gegenständen und Gesichtern. Anschliessend durfte sich ein Teil der Studienteilnehmenden eine 90-minütige Schlafpause genehmigen, während der andere Teil wach blieb.
Resultat: Die Schläfer erinnerten sich nach dem Aufwachen an mehr Bilder und konnten auch häufiger eine gedankliche Verbindung zwischen den einzelnen Bildern herstellen als die schlaflose Vergleichsgruppe.
Eine Beobachtung, die das deutsche Robert-Koch-Institut bestätigt: Derzufolge wirkt sich schon ein kurzer Mittagsschlaf von 15 Minuten Dauer positiv aus auf Konzentration und Leistungsfähigkeit in der zweiten Tageshälfte.
Wissenschaftler attestieren dem Mittagsschlaf aber nicht nur einen leistungsfördernden Effekt auf das Gedächtnis, auch das Herz-Kreislauf-System profitiert. So soll laut einer griechischen Langzeitstudie ein tägliches Erholungsschläfchen das Herzinfarktrisiko um über 30 Prozent senken.
15 bis 20 Minuten sind ideal
Für Philipp Valko, Neurologe und Schlafforscher am Universitätsspital Zürich, sind diese Erkenntnisse plausibel. «Auch ein kurzer, nur oberflächlicher Schlaf hat eine erholsame Wirkung, allein schon dadurch, dass wir nicht wach sind.»
Ein Kurzschlaf sollte laut Valko idealerweise nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. «Sonst erreicht man die Tiefschlafphase – und kommt danach nur schwer wieder in die Gänge.»
Nicht empfehlenswert seien «Power Naps» allerdings für Menschen, die an Schlafstörungen litten, räumt der Experte ein. «Denn dadurch nimmt der Schlafdruck ab, und die Betroffenen kommen dann in der Nacht noch schlechter zur Ruhe.»
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