US-Wirtschaftsberater Peter NavarroFür Donald Trump geht der «Zoll-Zar» sogar ins Gefängnis
Amerikanische Medien bezeichnen ihn als Architekt der neuen Zollpolitik. Er gehört seit seiner ersten Amtszeit zu den engsten Vertrauten Trumps. Wer ist Peter Navarro?

Er steht an seiner Seite, wenn er Dekrete unterschreibt, sitzt bei seinen Reden in der ersten Reihe – und geht für ihn sogar ins Gefängnis. Für Donald Trump macht Peter Navarro viel.
Amerikanische Medien bezeichnen ihn als Architekt hinter der neuen Zollpolitik; die «New York Times» nennt Navarro «Zoll-Zar», angelehnt an «Grenz-Zar» Tom Homan.
Denn wenn es um Handelspolitik geht, vertraut ihm Trump wie keinem anderen. Der 74-jährige Wirtschaftsprofessor befürwortet seit mehreren Jahrzehnten eine strenge US-Zollpolitik, insbesondere mit China. Handelsabkommen lehnt er ab, er vertritt einen ökonomischen Nationalismus. Sein Ziel ist der Schutz der heimischen Industrie um jeden Preis.
«Where’s my Peter?», ruft Donald Trump, wenn er ihn braucht
Einst war er Demokrat, sprach sich für den Umweltschutz aus. Um die Jahrtausendwende ändern sich seine Ansichten. Denn, sagt er heute, ihm sei klar geworden, dass China seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahre 2001 US-Arbeitsplätze vernichtet und unfaire Handelsbedingungen für die USA verursacht habe. Er veröffentlichte mehrere Bücher zum Thema – getitelt «Death by China» oder «The Coming China Wars».
Letzteres zählt Trump im Jahre 2006 in einem Interview mit der «Los Angeles Times» zu seinen Lieblingsbüchern. Die beiden treten dadurch in Kontakt, erzählt Navarro im Gespräch mit der «New York Times». Trump holt ihn 2015 an Bord seiner Wahlkampagne; 2017 ernennt er ihn zum «Direktor für Handel und Industriepolitik», zum Chef einer neu geschaffenen Behörde, dem «Nationalen Handelrat».
Schon damals ist es Navarro, der Trump dazu bringt, Zölle auf chinesische Waren sowie auf Stahl- und Aluminiumprodukte einzuführen. Schnell wird er zum engen Vertrauten. «Where’s my Peter?», rufe Trump, wenn er seine Sicht auf eine Angelegenheit wolle, so Navarro. Andere, hochrangige Berater Trumps probieren, ihm die Zölle auszureden, aber Navarro setzt sich durch.
Der Präsident feuert während seiner ersten Amtszeit viele seiner Berater. Peter Navarro behält er die ganzen vier Jahre an seiner Seite.
Peter Navarro: «Amerika wird von allen verarscht»
Letztes Jahr trat Navarro eine 4-monatige Gefängnisstrafe an, weil er sich weigerte, zum Angriff auf das US-Capitol am 6. Januar 2021 auszusagen und entsprechende Dokumente abzugeben. Denn selbst glaubt er daran, dass Donald Trump die Wahl 2020 eigentlich gewonnen hat. In der offiziellen zweiten Amtszeit holt ihn Trump schliesslich zurück ins Weisse Haus, um seinen ehemaligen Posten wieder anzutreten.
Seine Hauptmotivation für die momentane Handelspolitik sei die nationale Sicherheit, sagt Navarro im Interview mit der «New York Times». Amerika könne anderen Ländern nicht darin helfen, Demokratie zu gewährleisten, wenn es keine nationale Produktions- und Verteidigungsindustrie gebe. Andere Länder würde Amerika beim Handel betrügen: «Wir werden von allen verarscht. Und in den 1950er-Jahren konnten wir uns das leisten. Wir können es uns nicht mehr leisten.»
«Die Botschaft lautet: Zölle sind Steuersenkungen, Zölle sind Arbeitsplätze, Zölle für die nationale Sicherheit, Zölle sind grossartig für Amerika, Zölle werden Amerika wieder gross machen», sagte er in einem anderen Interview mit «Fox News Sunday». Viele wirtschaftliche Fachleute betrachten seine Positionen als abwegig. Doch selbst nehme er das nicht ernst, sagt er. Denn: Die akademische Community habe die Wirtschaftspolitik Trumps, und damit auch seine, schon immer falsch eingeschätzt.
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Bei den anderen Beratern Trumps ist der Wirtschaftsprofessor nicht sonderlich beliebt. So hat ihn Musk in der Nacht auf Samstag auf X angegriffen. «Ein Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften aus Harvard ist eine schlechte Sache, keine gute Sache», schrieb Musk. Bisher habe Peter Navarro nichts geleistet.
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