Zölle auf Schweizer ProdukteTrumps Zauberformel: Wie der US-Präsident auf seine Zoll-Zahlen kommt
Amerikas Regierung hat mit einer banalen Rechnung Zölle für alle Länder ausgerechnet. Ergibt sie Sinn? Wir haben nachgerechnet.

Die Höhe der Importzölle, die der amerikanische Präsident Donald Trump am Mittwochabend angekündigt hat, haben für einiges an Überraschung gesorgt – nicht nur in der Schweiz. Zahlreiche Länder sehen sich mit Zöllen von über 30 Prozent konfrontiert, ohne genau zu wissen, warum.
Die Antwort ist dabei aber denkbar simpel. Die Trump-Regierung wandte eine Art «Zauberformel» an, um zu berechnen, wie viel teurer künftige Exporte für jedes Land werden sollen. Laut einer offiziellen Mitteilung des Weissen Hauses enthält diese fünf Parameter, von denen zwei (ε und φ) jedoch so gewählt wurden, dass sie gemeinsam den Wert 1 ergeben. Damit fallen diese Parameter, welche die Rechnung komplex aussehen lassen, faktisch weg.
Was kompliziert aussieht, ist am Ende eine einfache Rechnung: Die Trump-Regierung teilte schlicht das Handelsbilanzdefizit durch das Exportvolumen des jeweiligen Landes. Ob und in welcher Höhe die Länder selbst Zölle erheben, ist dabei unerheblich. Für die Schweiz sieht das wie folgt aus:
Die USA exportierten im Jahr 2024 Güter im Wert von 25 Milliarden Dollar in die Schweiz (x). Aus der Schweiz importierte sie Waren für 63,4 Milliarden Dollar (m). Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von rund 38,6 Milliarden Dollar. Setzt man diese Werte in Trumps Formel ein, ergibt sich aufgerundet ein Wert von 61.

Gnädigerweise gewährte die Trump-Regierung allen Ländern noch einen «Rabatt» von 50 Prozent – so kommen für die Schweiz Zölle in Höhe von 32 Prozent zustande.
Dass dieser Wert in Trumps Rechnung so hoch ausfällt, liegt daran, dass nur Güter betrachtet werden. Würden Dienstleistungen mit einbezogen, wäre die Differenz wesentlich kleiner. Dort weist die USA gegenüber der Schweiz nämlich einen Bilanzüberschuss von 21 Milliarden Dollar auf. Damit ergäbe sich in Trumps Formel lediglich ein Wert von 19 Prozent und somit Zölle unter 10 Prozent.
Ökonomen kritisieren Trumps Formel
Doch warum kommt die Formel überhaupt in dieser Form zum Einsatz? Die USA gehen bei ihrer Rechnung davon aus, dass Handelsbilanzdefizite immer das Ergebnis von einem Protektionismus der Handelspartner sind. Heisst: Wenn ein Land mehr in die USA exportiert, als es von dort importiert, kann das nur an «unfairen» Handelsbeschränkungen liegen. Ökonominnen und Ökonomen halten diese Annahme für absurd, an der Formel wird deshalb heftige Kritik geäussert.
Neben Ländern wie Kambodscha oder Laos, die fast 50 Prozent aufgebrummt bekommen haben, steht die Schweiz dabei noch gut da. Andere Länder sind besser weggekommen: Die EU erhielt 20 Prozent, Grossbritannien sogar nur 10.
Mit den Briten weisen die USA einen Handelsüberschuss auf. Dass das Land trotzdem bestraft wird, liegt daran, dass Trump pauschal Zölle in Höhe von 10 Prozent für alle in die USA importierten Güter auferlegt hat.
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