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Wenn Wintersportorte werben
Wie aus Kurorten Partymeilen wurden

EDINBURGH, SCOTLAND - JANUARY 29:  Natasha Muirhead poses for a photograph with a selection of vintage winter sport posters at Lyon & Turnbull on January 29, 2018 in Edinburgh, Scotland. The sale, to be held on the 31 January is made up of forty-three lots and is valued at £86,000. The sale features an impressive group of ski posters from Switzerland as well as popular and rare posters from France, Austria and Norway.  (Photo by Jeff J Mitchell/Getty Images)
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Die Schweizer Alpen haben sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Mekka für Wintersportenthusiasten entwickelt. Ein genauer Blick auf die Werbestrategien, die diesen Aufstieg begleitet haben, offenbart nicht nur die Veränderungen in der Art und Weise, wie wir reisen, sondern auch die Dynamik der Werbewelt selbst.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war die Idee der «Luftkur» in der Gesellschaft weitverbreitet. Schweizer Bergorte warben damit, dass ihre klare, saubere Bergluft eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist habe. Anziehungspunkte waren nicht nur die atemberaubenden Naturkulissen, sondern auch die sorgfältig gepflegten Parks und Promenaden, die die ideale Umgebung für Spaziergänge und Erholung boten.

Arosa, 1915. Private Collection. (Photo by Fine Art Images/Heritage Images/Getty Images)

Die frühen Werbestrategien der Schweizer Bergorte setzten also auf die natürlichen Vorzüge der Umgebung, von der klaren Bergluft über heilende Quellen bis hin zur erstklassigen Infrastruktur. Diese Marketingansätze trugen dazu bei, die Schweiz als führendes Ziel für Gesundheitstourismus zu etablieren, und legten den Grundstein für den guten internationalen Ruf der Schweizer Bergkurorte.

Magischer Rückzugsort

In den 1920er-Jahren, als der Wintertourismus seine ersten Schritte unternahm, setzte die Werbung auf die romantische Darstellung der Schweizer Alpen als Winterparadies. Malerische Plakate zeigten schneebedeckte Berge, verschlafene Bergdörfer und Menschen, die auf ihren Schlitten die Hänge hinuntersausten. Die Botschaft war einfach: Die Alpen waren nicht nur ein Ort für Winteraktivitäten, sondern ein magischer Rückzugsort.

1938, Ski travel poster showing apres ski poster mountainside smoking and drinking a cup of tea. (Photo by David Pollack/Corbis via Getty Images)

Ab den späten 1930er- bis hin zu den 1950er-Jahren gewann der Skisport an Popularität, und die Werbung rückte statt der romantischen Idylle dynamische Szenen von eleganten Skifahrerinnen in den Fokus. Die schneebedeckten Pisten wurden zu den neuen Spielplätzen für Abenteuerlustige. Hier begann die Transformation von den gemütlichen Schlittenfahrten zu den aufregenden Abfahrten auf moderneren Ski.

MOB Railway Travel Poster by Martin Peikert (Photo by �� K.J. Historical/CORBIS/Corbis via Getty Images)

Die goldene Ära

Die darauffolgenden Jahrzehnte brachten den Schweizer Alpen den internationalen Ruhm. Die Werbung wandelte sich zu einem Spiegelbild des aufkommenden Massentourismus. Zudem präsentierten die Anzeigen nicht mehr nur die atemberaubenden Pisten, sondern auch internationale Prominente, die sich in schicken Ski-Resorts amüsierten. Luxus und Lifestyle wurden zu neuen Protagonisten der Werbelandschaft. Somit wurde die Vermarktung auch stets internationaler, und die damalige Schweizer Fluggesellschaft Swissair begann schon Jahre zuvor die Werbetrommel zu rühren.

Color photograph of a group of skiers in Engelberg, Switzerland, with typical equipment and clothes from the 1970s, pictured on November 30, 1969. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Farbaufnahme einer Gruppe Freizeitskifahrer bei Engelberg, Schweiz, mit typischer Ausruestung und Bekleidung der 70er Jahre. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Mit dem Aufkommen neuer Technologien und dem Tourismus als Massenphänomen konzentrierte sich die Werbung vermehrt auf den Ausbau der Infrastruktur, den Komfort und die Unterhaltungsmöglichkeiten in den Wintersportorten. Skilifte, Après-Ski-Partys und andere Freizeitangebote wurden zu zentralen Themen der Werbekampagnen. Ab den 1980er-Jahren standen dann zudem sportliche Aktivitäten und Abenteuererlebnisse im Fokus der Werbung, wobei vermehrt auf die Vielfalt abseits der Pisten hingewiesen wurde.

Die digitale Revolution in den Alpen

Mit der Verbreitung des Internets in den 90er- und 00er-Jahren wandelte sich die Werbelandschaft erneut. Die Plakate wurden vermehrt von Websites abgelöst. Online-Marketing wurde zum neuen Zauberwort. Die Tourismusorte präsentierten nicht nur die Schönheit der Berge, sondern ermöglichten auch die Buchung von Hotels, Skikursen und sogar Skipässen. Die Schweizer Alpen waren nun nur einen Klick entfernt.

Mit Websites versuchen Tourismusanbieter das Wintererlebnis den Menschen nach Hause zu liefern.

Von den Anfängen von Social Media bis heute wurde die Bedeutung dieser verschiedenen Online-Plattformen immer grösser. Es bot den Werbenden die Chance durch Influencer und personalisierte Werbung, in einer nie zuvor da gewesenen Kadenz im Leben potenzieller Gäste aufzutauchen.

Individualisierung des Angebots

Das 21. Jahrhundert brachte auch eine Wende zu mehr Individualität der einzelnen Orte. Verschiedenste Destinationen begannen sich stärker in einem Teilbereich des Wintersports zu profilieren. Sei es in den Bereichen Freeski, Langlauf, als Familienparadies oder mit hochklassigen Kulturangeboten. Es wurde versucht, sich durch die Förderung einzelner Sportarten und Angebote weitere Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten.

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Hinzu kamen die Folgen des Klimawandels sowie der damit einhergehende Schneemangel. Dies hat dazu geführt, dass einige Wintersportorte verstärkt auf umweltfreundliche Angebote und nachhaltigen Tourismus in ihrer Werbung setzen.

Insgesamt spiegelt die Werbung für schweizerische Wintersportorte die sich wandelnden Zeiten und Trends wider. Von der romantischen Idylle bis zum frohlockenden Party- und Eventparadies – die Schweizer Alpen bleiben nicht nur ein Ort des Wintersports, sondern auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Veränderungen. Dennoch bleibt die Faszination für den Winter ungebrochen. Oder wie es Max Frisch einst umschrieb:

«Nun kann es wieder losgehen! Eine Jahreszeit, die lange brach gelegen hat und die wir erobert haben, ein leuchtendes Kristallreich, das uns wieder Tage himmlischer Helle schenken wird und uns vom kleinlichen Gehen erlöst, ja, ein Traumgefühl wird plötzlich wahr.»