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0:2-Niederlage gegen Frankreich
Diese Gegnerinnen waren für die Schweiz eine Nummer zu gross: Nun folgt der «Final»

Viola Calligaris von der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft verabschiedet sich nach dem Uefa Nations League Spiel gegen Frankreich von den Fans in St. Gallen am 4. April 2025.

Was war das für ein wunderbares Goal. Aus 20 Metern schlenzte Naomi Luyet den Ball gegen Frankreich unter die Lattenkante. Es war dies der Siegtreffer für die Schweizerinnen im Testspiel gegen Frankreich. Das alles ereignete sich Ende Oktober vergangenen Jahres.

Rund fünf Monate später treffen die beiden Teams schon wieder aufeinander. Diesmal in der Nations League. Luyet fehlt an diesem Abend in St. Gallen verletzt – und neben ihr auch ganz vieles im Spiel der Schweizerinnen, das für Jubelschreie sorgen würde.

Vielmehr offenbart das Heimteam grosse Löcher in der Defensive, viele Ballverluste im Aufbauspiel und Ideenlosigkeit vor dem gegnerischen Goal. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigen die Französinnen immer wieder auf, woran es den Schweizerinnen mangelt: Schnelligkeit, Organisation, Wachsamkeit, Klasse.

Diese Schwächen werden von den Gästen dankend ausgenutzt, das Spiel 2:0 gewonnen und die Schweizerinnen müde zurückgelassen. Und dies, ohne dass die Französinnen auch nur annähernd über sich hinauswachsen müssen. Ja, sie können in der zweiten Halbzeit gar noch selbst abbauen, ohne ihren Sieg je gefährdet zu sehen.

Am offensichtlichsten werden die Schwächen des Teams von Trainerin Pia Sundhage – wie soll es auch anders sein – bei den beiden Gegentoren. Beim ersten (15. Minute) lässt Delphine Cascarino die Schweizer Abwehrspielerin Julia Stierli sehr steif aussehen, flankt ins Zentrum und findet da ihre freistehende Mitspielerin Sandy Baltimore.

«Kommunikationsfehler» führt zum zweiten Goal

Die Abwehr des Heimteams wird immer wieder von der Geschwindigkeit der Gegnerinnen überrascht, auch wenn diese gar nicht so überraschend kommt. Vor allem Stierli im Zentrum hat zu kämpfen, kommt immer wieder zu spät, doch sie fängt sich im Verlauf der Partie.

Bei Tor Nummer zwei (43.) wird dann bei weitem nicht nur die Abwehr überrascht, sondern gleich alle Schweizerinnen. Ein Freistoss aus rund dreissig Metern wird von den Französinnen kurz ausgeführt. Anstatt diesen zu blocken, befindet sich das Team um Captain Lia Wälti im eigenen Strafraum noch in der Diskussion, wer denn nun jetzt wen decken soll. «Kommunikationsfehler», nennt es später Noemi Ivelj. Selma Bacha dankt und haut den Ball aus rund dreissig Metern ins Goal. Dass dabei auch noch Goalie Elvira Herzog patzt, passt ins Bild.

Das Glück der Schweizerinnen liegt in dieser Partie vor allem daran, dass ihre Gegnerinnen in Durchgang zwei stark zurückfahren, beinahe den Ruhemodus aktivieren. Die Folge ist ein Spiel vor 11’011 Fans, das vor sich hinplätschert. Und Schweizerinnen, die sich ab und zu vor das gegnerische Tor trauen, doch in einer Form, dass Trainerin Pia Sundhage später sagen muss: «Wenn wir weiterhin so abschliessen, werden wir keine Tore schiessen.»

Waren diese Französinnen schlicht eine Nummer zu gross? «Ja, kann man so sagen», lautet die Antwort von Ramona Bachmann, die vom kommenden Spiel gegen Island am Dienstag von einem «Final» spricht. Dies, weil ihr Team da einen Sieg braucht – den ersten des Jahres – will es noch gute Chancen auf einen Verbleib in der Liga A der Nations League haben.

In vier Tagen braucht es damit ein anderes Gesicht des Teams, das von diesem Abend gegen Frankreich kaum etwas mitnehmen kann. Ausser müde Beine.

Schweiz

Schweiz

0 : 2
Frankreich

Frankreich

51. Minute

Uh, das tat weh. Karchaoui dreht sich und im Fallen tritt ihr Reuteler auf die Hand. Die Schweizerin entschuldigt sich sofort. Schmerzverzerrtes Gesicht bei Karchaoui, aber sie steht wieder und spielt weiter.

48. Minute

Immer wieder Bacha. Dieser linke Fuss hat wirklich viel Kraft. Diesmal aber zielt Bacha etwas gar hoch.

46. Minute
Auswechslung

Und Sundhage bringt gleich zwei neue Spielerinnen: Vallotto und Piubel gehen raus, Reuteler und Pilgrim sind neu dabei. Reuteler ist prächtig in Form, bringt viel Kreativität mit, Pilgrim ist eine Frau mit viel Tempo.

Halbzeitbeginn

Und es geht weiter!

Pausenfazit

Es ist ein ganz schlechter Zeitpunkt, den Bacha für ihren Gewaltsschuss wählt: Kurz vor der Pause schiesst die Französin das 2:0 für ihr Team, mit richtig viel Kraft hämmert sie den Ball in Richtung Tor. Die Schweizer Torhüterin Herzog sieht nicht gut aus, auch wenn der Ball scharf kommt, fliegt er doch relativ zentral auf ihr Tor. Herzog lenkt ihn zwar noch an die Latte, dann aber prallt er hinter der Linie auf.

Der Zeitpunkt ist für die Schweizerinnen darum schlecht, weil sie sich zu diesem Zeitpunkt etwas gefangen zu haben schienen. Gerade in der Anfangsphase wurden sie vom Tempo der Französinnen überfordert, allen voran Verteidigerin Julia Stierli. In der 15. Minute musste Baltimore nach einem Vorstoss von Cascarino nur noch einschieben.

Die Schweizerinnen kommen in dieser ersten Halbzeit auf zwei gute Abschlüsse, einmal schiesst Ivelj nach starkem Pressing gleich selbst, das andere Mal sieht Bühler ihren Kopfball gerade noch abgewehrt.

Halbzeitende

45

Bühler noch mit einem Distanzschuss, der fliegt aber etwas sehr weit vorbei. Und dann ist Pause. 2:0 steht es für Frankreich.

43. Minute
Tor

Tor! Bacha macht es. Sie bekommt bei einem Freistoss einen Ball vorgelegt, die Schweizerinnen rücken nicht raus. Und wieder trifft Bacha die Latte, diesmal aber prallt der Ball von da hinter die Linie: 2:0. Herzog übrigens macht keine gute Figur, der Ball flog zwar mit viel Wucht, aber doch sehr zentral auf ihr Tor zu.

41. Minute

Toletti aus grosser Distanz, sehr zentral aber, Herzog nimmt den Ball locker auf.

38. Minute

Bacha mit einer tollen Aktion. Da lässt sie Ivelj und Terchoun relativ locker stehen, dringt in den Strafraum ein und haut aus spitzem Winkel einfach mal drauf – mit viel Gewalt an die Latte. Glück gehabt.

Übrigens war der Aktion eine spezielle Situation vorausgegangen. Im Mittelfeld traf Terchoun eine Gegnerin mit der Hand im Gesicht und ging hin, um sich zu entschuldigen. Das Spiel aber lief weiter. Glück gehabt, traf Bacha bloss die Latte.

35. Minute

Terchoun! Grosses Kino. Baltimore läuft ihr beinahe davon, dann aber entscheidet sich die Zürcherin für die Grätsche im eigenen Strafraum und hält ihre Gegnerin damit entscheidend auf. Klasse gemacht, Eckball.

29. Minute

Aber hinten, da sind die sonst so souveränen Spielerinnen etwas gar anfällig. Diesmal verliert Bühler den Ball. Dann aber wehren sich die Schweizerinnen gegen Katoto und am Ende fliegt ein Distanzschuss weit über das Tor von Herzog.

26. Minute

Bühler! Klasse! Schertenleib mit einem Eckball in den Rückraum, von wo aus Maritz den Ball gleich in die Mitte lobt: Bühler kommt prompt zum Kopfball, Peyraud-Magnin bringt gerade noch eine Hand an den Ball und klärt zum nächsten Eckball. Der hätte definitiv gepasst, schade.

24. Minute

Vallotto mit einem starken Ballgewinn, dann leitet sie sofort weiter. Piubel wirds aber mit Ball und zwei Gegnerinnen etwas zu viel, sie verliert den Ball. Und auf der anderen Seite versucht es Cascarino aus der Distanz, knapp daneben.

22. Minute

Herrliche Aktion von Schertenleib, mit einem Haken lässt sie zwei Gegnerinnen stehen, auf der Seite startet Maritz in die Tiefe, Schertenleib versucht es via Wälti, aber deren Pass wird gestoppt.

20. Minute

Man muss sagen: Die Schweizerinnen haben Mühe mit dem Tempo, das die Französinnen hier anschlagen. Sind sie aber mal im Ballbesitz, versuchen sie es oft spielerisch zu lösen. Dieses Selbstvertrauen haben sie sich zurückgeholt. Noch aber geht es nicht immer auf.

15. Minute
Tor

Und dann führt Frankreich! Hoppla, da haben wir kaum durchgeatmet nach Iveljs Aktion, da startet Cascarino mit richtig viel Tempo, lässt Stierli stehen und passt in die Mitte auf Baltimore, die nur noch den Fuss hinhalten muss. Das ging den Schweizerinnen etwas zu schnell gerade.

14. Minute

Ivelj! Das wäre mal ein Ding gewesen. Da geht sie ganz alleine ins Pressing und zieht sofort in Richtung Tor, richtig stark von der 18-Jährigen. Auch wenn der Schuss dann am Tor vorbeifliegt.

10. Minute

Stierli wird von Katoto abgekocht, es ist nicht Stierlis Abend bisher. Die Hereingabe aber blockt Bühler. Wir sehen hier einen ziemlich munteren Auftakt.

8. Minute

Aber: Mutig sind sie, die Schweizerinnen. Wälti lanciert Vallotto, die plötzlich viel Platz hat, auf der anderen Seite winkt Terchoun und irgendwann kommt der Ball dann auch zu ihr: Die Flanke aber wird abgefangen von Goalie Peyraud-Magnin.

6. Minute

Das ist, was Sundhage von Schertenleib eben auch sehen will. Die 18-Jährige geht mit einer Grätsche in einen Zweikampf und hat damit Erfolg. Die Schweizerinnen können den Ball aber nicht lange halten, diesmal verliert ihn Vallotto.