Zum Tod von Eric SchrieverOlympiaheld von 1948 gestorben
Vier Seebuben gewannen an den Olympischen Spielen von London 1948 Silber im Rudern. Nun ist der letzte der Crew in Küsnacht gestorben.

Jetzt ist das Boot endgültig leer. Mit Eric Schriever starb dieser Tage der letzte Ruderer des Schweizer Vierers mit Steuermann, der vor 72 Jahren die Olympische Silbermedaille gewann. Schriever, Architekt in Küsnacht, wurde 95 Jahre alt.
Bereits früher verstorben sind Rudolf Reichling (1924–2014), Émile Knecht (1923–2019) und Pierre Stebler (1927–2010). Bis auf den Schlagmann des Vierers, den Stäfner Reichling, lebten alle in Küsnacht. Drei von ihnen kannten sich schon aus ihrer Jugend in der Mittelschule und wurden von ihrem Turnlehrer fürs Rudern begeistert. Der Velorennfahrer Knecht stiess später zu ihnen.
Die Crew des Seeclubs Zürich gewann in London 1948 alle Vorläufe und den Halbfinal. Erst im Final musste sie sich den USA um 3 Sekunden geschlagen geben, Bronze gewann Dänemark.
Während Reichling (Nationalratspräsident 1987/88; SVP) aus beruflichen Gründen sofort nach den Olympischen Spielen seine Sportkarriere beendete, setzten die anderen ihre Laufbahn noch einige Jahre fort, wie Eric Schriever im «Küsnachter Jahrheft» 2012 schrieb: «Wir ruderten – wegen beruflicher oder militärischer Beanspruchungen in unterschiedlicher Zusammensetzung – noch etliche Jahre wettkampfmässig weiter. So richtig gemütliche Tourenruderer sind wir nie geworden, da steckte zu viel Freude an der Kompetition in uns drin.»

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