Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

M4Music in Zürich
Sängerin Bernarda wird nach Protesten wegen «Marsch Fürs Läbe»-Nähe ausgeladen

Frau in blauer Kleidung spricht bei der Demonstration ’Marsch fürs Laebe’ in Oerlikon, mit einem Mikrofon in der Hand, 16.09.2023.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.
BotTalk
In Kürze:
  • Das M4Music Festival sagt den Auftritt von Bernarda wegen befürchteter Störaktionen ab.
  • Die Absage löste in den sozialen Medien kontroverse Diskussionen aus.
  • Die Migros kündigt eine sorgfältige Aufarbeitung der Geschehnisse nach dem Festival an.

Das M4Music hat den Auftritt der schweizerisch-kroatischen Künstlerin Bernarda Brunovic abgesagt. Auf Instagram liess das Musikfestival verlauten, «die Sicherheit des Publikums und aller Beteiligten» habe oberste Priorität. Man befürchte «aufgrund von Statements in den sozialen Medien […] Störaktionen». 

Hier wird Inhalt angezeigt, der zusätzliche Cookies setzt.

An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.

Die Sängerin, die als Künstlerin nur ihren Vornamen verwendet, hätte am Freitag im Rahmen des Gratis-Programms des beliebten Musikfestivals vor dem Zürcher Schiffbau auftreten sollen. Im Vorfeld war bekannt geworden, dass die Musikerin in der Vergangenheit beim «Marsch Fürs Läbe» von Abtreibungsgegnern aufgetreten war. Daraufhin war es in den sozialen Medien zu Protesten gekommen.

Mittlerweile schlägt die Absage hohe Wellen. Auf Instagram wird das M4Music von beiden Seiten kritisiert. Nicht die befürchteten Proteste seien das Problem, sondern die Tatsache, dass Bernarda überhaupt gebucht worden sei, sagen die einen. Die anderen werfen dem Festival vor, sie seien vor «Linksextremen» eingeknickt.

Auch die SVP meldet sich zu Wort

«Zuerst Fundis einladen und dann keine Verantwortung für das eigene Booking übernehmen. Gahts no?!» kommentiert eine Instagram-Nutzerin. Ein anderer lamentiert: «Hätte nicht gedacht, dass M4Music diesen antidemokraten (sic) nachgibt.» Mehrheitlich wird unter dem Post die Absage begrüsst, aber eine gründliche Aufarbeitung des Vorgangs gefordert.

Die Empörung nutzt auch die SVP der Stadt Zürich, die bereits eine Medienmitteilung verschickt hat. Die angeblich Toleranten seien in Wahrheit intolerant, die Partei fordert Nulltoleranz gegen die angeblichen Linksradikalen.

Bernarda selbst zeigt sich auf Nachfrage enttäuscht. Sie habe telefonisch von der Absage erfahren. «Meine Band und ich haben uns riesig auf unseren Auftritt gefreut», schreibt die Musikerin. Auf die Vorwürfe gegen sie anspielend, schreibt sie: «Ich hasse keinen Menschen, wir mögen verschiedene Meinungen haben, und daraus folgend auch Uneinigkeiten, trotzdem hat jeder einzelne Mensch seine Einzigartigkeit, Liebenswürdigkeit, seine unantastbare Würde.»

Ein Mediensprecher der Migros schreibt auf Anfrage, dass M4Music zum Zeitpunkt der Verpflichtung von Bernarda keine Kenntnis von deren Auftritt beim «Marsch Fürs Läbe» gehabt habe. «M4Music macht Backgroundchecks, aber immer im Wissen, dass das Festival in Anbetracht von diversen gesellschaftlichen und politischen Themen, verschiedenen Kanälen und zeitlicher Tiefe auch etwas übersehen kann», heisst es. Weiter schreibt die Migros: «M4Music wird die Geschehnisse nach dem Festival sorgfältig aufarbeiten, was einem dringlichen Bedürfnis des gesamten Teams entspricht.»