Kolumne «Dorfgeflüster»Thalwil verwechselt sich mit Rüschlikon
Wo fängt Thalwil an, und wo hört es auf? Selbst die Gemeindeverwaltung weiss das manchmal nicht so genau.
Man soll sich ja auch mal selber auf die Schulter klopfen dürfen. In diesem Sinne hat die Gemeinde Thalwil kürzlich vermeldet, dass sie in einer Umfrage zur Wohnsituation ein Glanzresultat erzielt hat. Es ging um eine Befragung, durchgeführt vom Statistischen Amt des Kantons Zürich. 18 Deutschschweizer Städte und Gemeinden haben letztes Jahr an dieser teilgenommen.
Dabei hat sich gezeigt: An keinem anderen Ort sind die Neuzuzüger mit der Wohnsituation so zufrieden wie in Thalwil. Auch fast alle Personen, die 2022 aus Thalwil weggezogen sind, bezeichneten die Seegemeinde noch immer als «idealen Wohnort». Für die allermeisten von ihnen wäre eine Rückkehr denkbar.
Was man schon immer ahnte, ist nun also statistisch untermauert: Thalwil ist ein Wohnparadies – Himmel auf Erden. Der Gemeindepräsident ist ob des tollen Resultats natürlich erfreut, wie aus der Mitteilung zu erfahren ist. Und auch auf der Verwaltung dürfte sich ein gewisser Stolz breitmachen.
Aber Vorsicht: In Zeiten des Freudentaumels passieren Fehler. So geschehen beim (ebenfalls kürzlich erfolgten) E-Mail-Versand einer Pressemitteilung zum Gemeindebudget 2024. Als Beilage schickte die Kommunikationsabteilung ein Foto mit, auf dem das Seeufer aus der Luft zu sehen war. Gewiss eine hübsche Aufnahme. Allerdings zeigt sie nicht Thalwil, sondern das Ufer der Nachbargemeinde Rüschlikon.
Doch wir wollen milde sein. Denn wenn man so erfolgreich ist wie Thalwil, kann man sich schon mal mit Rüschlikon verwechseln. Immerhin handelt es sich dabei ja – laut dem Ranking der «Handelszeitung» – um die drittattraktivste Gemeinde der ganzen Schweiz.
Fehler gefunden?Jetzt melden.