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«Jedes Kind ist schön, das betonen wir auf der Bühne»

Bei der Preisverleihung kommen alle 10 Finalisten mit ihren Eltern auf die Bühne.
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Wie kommt man darauf, eine Schönheitswahl für Babys und Kleinkinder zu veranstalten?Cornelia Stutz:Die Idee dahinter reicht schon zehn Jahre zurück. Die Organisatoren der FamExpo haben sich damals gesagt: Es gibt eine Miss und eine Mister Schweiz Wahl, aber keine Wahl des schönsten Babys – wie wäre es, wenn die Schweiz auch ein Baby Face des Jahres hätte?

Die Miss und die Mister Schweiz Wahl sind in der Zwischenzeit eingegangen. Da sind Sie dem Vorbild aber nicht gefolgt.Das stimmt. Die Wahl stösst an der Messe auf ein grosses Interesse, allein in diesem Jahr wurden uns wieder 800 Bilder für die Vorausscheidungen geschickt.

Was macht denn ein schönes Baby aus, ein breiter Augenabstand, hohe Wangenknochen?Bei der Jury spielen das Aussehen, die Ausstrahlung und die spontane Sympathie eine Rolle. Es ist uns aber ganz wichtig zu betonen, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt und dass wir die Kinder nicht kategorisieren wollen. Es kann mal sein, dass ein sehr hübsches Kind einen schlechten Tag erwischt hat und den ganzen Finaltag über weint. Wir hatten aber auch schon ein Baby, das beim Finale einen leichten Hautausschlag hatte und trotzdem den Titel holte.

«Es kann mal sein, dass ein sehr hübsches Kind einen schlechten Tag erwischt hat und den ganzen Finaltag über weint.»

Wie läuft der Wettbewerb ab: Gibts statt dem Catwalk ein Laufgatter?Nein, nein. Wir laden die Kinder etwas früher ein und legen ihnen Spielsachen hin. Die Jury kann sie dann eine halbe Stunde beim Spielen beobachten. Bei der Preisverleihung werden alle zehn Finalisten vorgestellt und kommen mit ihren Eltern auf die Bühne.

Im Wettbewerb konkurrenzieren Kleinkinder von bis zu vier Jahren mit sechs Monate alten Babys. Werden da nicht Äpfel mit Kernen verglichen?Wir haben bei den Finalisten tatsächlich immer kleinere und ältere Kinder durcheinander – aber diese Bandbreite macht es doch spannender.

Ist das denn fair? Die Vierjährigen, die schon Haare und Zähne haben, sind doch im Vorteil.Das würde ich nicht sagen. Babys können eine sehr gewinnende Ausstrahlung haben. Und Schönheit ist subjektiv.

Reden wir über die Qual der Wahl: Zuerst wählt bei Ihnen eine Kinderjury die zehn besten Bewerber aus allen Fotoeinsendungen aus. Was ist der Gedanke dahinter?Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es Erwachsenen viel schwerer fällt, zehn Fotos aus 800 auszuwählen. Ein Erwachsener ist mit so einer Situation überfordert, Kinder entscheiden intuitiv.

«Babys können eine sehr gewinnende Ausstrahlung haben.»

Warum kommt im Finale dann eine Erwachsenenjury zum Zug?Das haben wir einst so festgelegt, weil wir fanden, die Erwachsenen sollten auch eine Stimme haben. Aber es stimmt, wir könnten auch einmal allein die Kinder entscheiden lassen.

Hand aufs Herz: Der Wettbewerb ist eher für die Eltern da.Das kommt drauf an. Ältere Kinder realisieren, was geht. Für sie ist es Erlebnis, mal auf der Bühne zu stehen. Babys bekommen von der Wahl natürlich wenig mit. Mir hat aber auch schon eine Mutter, deren Sohn den Titel als Baby gewonnen hat, geschrieben, dass sie sich die Aufnahmen später oft zusammen angeschaut haben.

Es gibt einen grossen gesellschaftlichen Druck, schön zu sein, mit negativen Effekten auf immer jüngere Kinder.Wir nehmen dieses Thema sehr ernst. Deshalb weisen wir immer wieder darauf hin, dass beim Baby-Face-Wettbewerb der Spass im Vordergrund steht. Jedes Kind ist schön, das betonen wir auch auf der Bühne.

Dann könnten Sie doch einfach eine Fotoausstellung machen.Das stimmt, aber ein Wettbewerb ist doch spannender.

Zu gewinnen gibt es bei Ihnen diverse Gutscheine. Wieso keinen Werbeauftrag à la Miss Schweiz?Das wollten wir explizit nicht. Wir würden damit falsche Anreize für die Eltern setzen und kämen zu sehr auf die kommerzielle Schiene.

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Cornelia Stutz blickt auf den letztjährigen Anlass zurück.