AboEx-Schiedsrichter Urs Meier im Interview«Manchmal denke ich beim VAR: Die haben keine Ahnung von Fussball»
Urs Meier sieht den Schiedsrichter auf dem Platz durch den Videobeweis geschwächt. Der Aargauer sagt, welche Regeln Probleme machen und warum es Profis braucht.

Der Videoschiedsrichter, kurz: VAR, ist der Dauer-Zankapfel des Profifussballs. Die Realität nach fünf Jahren Videobeweis ist: Woche für Woche werden zwar, wie versprochen, Fehlurteile verhindert – worüber kaum jemand redet. Aber in vielen Fällen gibt es trotz Monitor-Sichtung immer noch strittige und falsche Entscheidungen – und darüber reden alle.
Die Fehler haben sich in dieser Bundesliga-Saison derart gehäuft, dass der deutsche Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich, 64, zuletzt öffentlich in die Offensive ging. Er gibt Probleme zu («Es besteht Verbesserungsbedarf»), sieht den VAR aber zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Urs Meier bewertet das Ganze kritischer. Der ehemalige Spitzenschiedsrichter ist ein Medienprofi, er war Experte für das ZDF, macht Podcasts und ist hierzulande an Champions-League-Abenden Teil der Blue-Expertenrunden. Der 63-Jährige erklärt, warum der Video Assistant Referee aus seiner Sicht oft mehr schadet als nützt und wieso manchmal komplizierte Regeln die Wurzel des Übels sind. Und er macht Verbesserungsvorschläge – auch für die Schiedsrichter in Deutschland, bei denen es derzeit über den VAR hinaus Baustellen gibt.