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Schweizer Spitzen-Triathletin
Sex soll zu positiver Dopingprobe geführt haben

Imogen Simmonds aus der Schweiz überquert die Ziellinie bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft am 14. Dezember 2024 in Taupo, Neuseeland.
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Es ist ein üblicher Vorgang: Ein Sportler oder eine Sportlerin bleibt in einer Dopingkontrolle hängen und präsentiert darauf eine mehr oder weniger kreative Begründung. Die französische Läuferin Fatima Yvelain machte einst verunreinigten Regen verantwortlich für ihre positive EPO-Probe. Das Regenwasser sei vom Boden hochgespritzt und so in ihren Körper gekommen.

Auf den ersten Blick ähnlich kreativ klingt die Geschichte der Schweizer Triathletin Imogen Simmonds, der Nummer 7 der Welt auf der Mittel- und Langdistanz. Simmonds wurde im Dezember positiv auf einen Ligandrol-Metaboliten getestet und begründet den positiven Text mit Sex – die Ausrede ist nicht neu, wobei die Begründung bei Simmonds aber stimmen könnte.

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Auf Instagram schreibt die 31-Jährige, dass sie an den Tagen vor und nach der Probe mit ihrem Partner intim gewesen sei. Dabei soll die verbotene Substanz in ihren Körper gelangt sein. Ihr Partner habe Ligandrol eingenommen, ohne dass sie davon gewusst habe. Ligandrol fördert den Muskelaufbau und die Knochendichte. Es wird vor allem gegen Muskelschwund bei Hüftfrakturen eingesetzt.

Minimenge nachgewiesen

Die Erklärung von Simmonds sei durchaus plausibel, meint Dopingexperte Matthias Kamber gegenüber dem «Blick». Noch wahrscheinlicher sei jedoch die Übertragung durch Speichel bei einem intensiven Kuss.

Für die Geschichte von Simmonds spricht, dass sie, immer nach eigenen Angaben, zur Überprüfung eine Haarprobe abgab, ihr Partner ebenso – und dass die Probe bei ihr negativ ausfiel, bei ihm hingegen positiv. Ausserdem habe sie 6 Tage vor und 22 Tage nach der fatalen Kontrolle jeweils eine negative Dopingprobe abgegeben. Und bei der positiven Probe schliesslich habe sich die nachgewiesene Menge im Pikogrammbereich bewegt; ein Pikogramm entspricht einem Billionstelgramm.

Bald eine Anpassung im Regelwerk?

Simmonds ist nicht die einzige Sportlerin, der die neuen Messmethoden zum Verhängnis werden. Handball-Nationalspieler Nikola Portner blieb letzten April mit angeblich 78 Nanogramm Methamphetamin – auch bekannt als Crystal Meth – in einer Probe hängen. Ein Drogentest der Polizei gilt erst ab 1000 Nanogramm als positiv. Auch bei den Tennisstars Jannick Sinner und Iga Swiatek waren Werte im Pikogrammbereich festgestellt worden, ebenso beim Schweizer Mountainbiker Mathias Flückiger.

Die Minimalbefunde sind auch auf der Weltbühne umstritten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) prüfe die Idee, Befunde von Minimaldosierungen zukünftig zu ignorieren. Darüber berichtete die «NZZ am Sonntag». Der Vorschlag kommt von schwedischer Seite. Etwas kritischer sieht ihn Ernst König, der Direktor von Swiss Sport Integrity. Es brauche eine stärkere Differenzierung, sagt er gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Simmonds nützt das vorerst nichts. Sie ist bis auf weiteres gesperrt und muss nun ihre Unschuld beweisen.