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Die Zielscheibe der Republikaner

US-Vizepräsident und demokratischer Präsidentschaftskandidat Joe Biden spricht bei einer Veranstaltung einen Tag nach dem «Super Tuesday». Foto: David Swanson/Keystone
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Dass er am «Super Tuesday» siegte, schuf Unruhe im republikanischen Lager. Erst recht Sorgen aber bereitete seinen republikanischen Widersachern, wie souverän Joe Biden siegte. Eine breite Koalition von Afroamerikanern, Vorstädtern, Frauen und parteilosen Wählern unterstützte den Ex-Vizepräsidenten am Dienstag, genau jene Koalition also, die im November 2018 das Repräsentantenhaus für die Demokraten erobert hatte.

Keine Frage: Donald Trump und seine Parteifreunde im Kongress hätten einen Erfolg von Bernie Sanders vorgezogen. Der linke Senator aus Vermont bietet ihrer Meinung nach eine leichtere Zielscheibe in einem Präsidentschafts- und Kongresswahlkampf, den Trump und seine Partei notfalls mit brachialen Methoden führen werden.

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Sanders als Sozialisten der übelsten Sorte zu brandmarken, ihn in die Nähe des Venezolaners Nicolás Maduro und ähnlicher Schurkengestalten zu rücken: Das war die republikanische Strategie. Das Comeback Joe Bidens hat diese Pläne womöglich durchkreuzt. «Was den Ausgang der Kongresswahlen betrifft, ist Bernie besser für uns», bekannte beispielsweise Senator Lindsey Graham (South Carolina).

«Referendum über Sozialismus»

Mit Blick auf den demokratischen Sozialisten hatte Mitch McConnell (Kentucky), der republikanische Fraktionschef im Senat, schon im vergangenen Jahr erklärt, die Wahl 2020 müsse ein «Referendum über Sozialismus» sein. Falls Bernie Sanders bei den demokratischen Vorwahlen scheitert, wird daraus nichts. «Wenn es nicht Sanders wird, werden wir die Mehrheit im Repräsentantenhaus wahrscheinlich nicht zurückholen», glaubt der republikanische Senator Rand Paul (Kentucky).

Auch eine Kandidatur Joe Bidens aber würde den Republikanern und ihren Verbündeten in US-Medien willkommene Angriffsflächen bieten. Unter anderem wollen Bidens republikanische Feinde neuerlich in der Ukraine-Affäre stochern, um vielleicht doch noch belastendes Material gegen den früheren Vizepräsidenten und seinen Sohn Hunter Biden zu finden.

Bereits in der kommenden Woche möchte Senator Ron Johnson (Wisconsin), der republikanische Vorsitzende des Ausschusses für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten, eine entsprechende Untersuchung einleiten. Bidens zahlreiche Voten während seiner langen Amtszeit im Senat werden überdies ebenso durchforstet werden wie seine acht Jahre an der Seite Barack Obamas.

Joe Bidens geistige Verfassung

Zudem mehren sich in konservativen Medien Stimmen, die Joe Bidens geistige Verfassung mitsamt seiner Tauglichkeit für das Amt des Präsidenten anzweifeln. Seine mentalen Aussetzer liefern dafür reichlich Munition. So hatte Biden bei einer Wahlveranstaltung in Texas am Montag sichtlich Mühe, sich an den ersten Satz der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zu erinnern. Auch beschwor er sein Publikum, am «Super Thursday» zu wählen, ehe er sich korrigierte.

«Haben Sie jemals einen nationalen Kandidaten erlebt, der über so viele Worte stolpert und solche Schwierigkeiten hat, Sätze zusammenzufügen?», fragte Senator Rand Paul nach Bidens Auftritt in Texas. Donald Trump würde bei den TV-Debatten der Präsidentschaftskandidaten im Herbst «Hackfleisch» aus Biden machen, so Paul.

Der Präsident aber hat im Oberstübchen ebenfalls Probleme. Auch er erscheint zuweilen verwirrt und stellt Behauptungen auf, die frei erfunden sind. Zudem ist Trumps Satzbau kaum besser als der Joe Bidens.

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