Outdoor-SpassDie besten Tipps für den Corona-Winter
Mehr als nur Notlösungen: Fünf Aktivitäten im Schnee, die man auch geniessen kann, falls Bahnen und Lifte stillstehen.
Schlittelspass in Bergün
Eine Schlittenabfahrt auf der Albulapassstrasse ist keine Verlegenheitsaktivität im Corona-Winter, sondern so was wie das Chili-Fondue unter den Winteraktivitäten: Probiert man es nie, verpasst man etwas. Mit 6200 Meter Länge ist die Klassiker- Strecke zwischen Preda und Bergün eine der beliebtesten Schlittelbahnen in ganz Europa – und die längste beleuchtete Abfahrt auf dem Kontinent. Die Anreise führt über die berühmteste Strecke der Rhätischen Bahn, unter deren imposantem Viadukt man später auf Kufen hindurchsaust. Schlitteln wird gern unterschätzt und kann zu üblen Verletzungen führen. Darum sind gutes Schuhwerk und Handschuhe (zum Bremsen) ein Muss. Trotz Flutlicht ist bei der Nachtabfahrt eine Stirnlampe von Vorteil. A propos Nachtabfahrt: Die lässt sich super mit einem vorgängigen Fondue im Hotel Preda Kulm kombinieren.
Skilanglauf in Rothenthurm
Die Moorlandschaft bei Rothenthurm SZ ist die Mutter aller Schweizer Moore. Im Winter lässt sich dieses einzigartige Gebiet auf den Langlaufskis entdecken. Besonders schön ist die Hochebene auf 1000 Meter über Meer, wenn sie tags zuvor nebelverhangen war. Dann bilden sich faszinierende Eiskristalle an den Halmen und Ästen. Den Startpunkt erreicht man mit dem Voralpen-Express, der im Stundentakt zwischen Luzern und St. Gallen verkehrt. Unmittelbar beim Bahnhof stellt der Verein Finnenloipe eine Umkleidemöglichkeit und Garderobekästchen zur Verfügung. Alle Loipen sind sowohl für Klassisch wie auch für Skating präpariert. Die längste Runde führt über zwanzig Kilometer. Für Mietmaterial, Unterricht sowie Wachsservice wendet man sich am besten an Loipenwart Matthis Marty, der im Startgelände einen Shop betreibt.
Skitour auf den Tguma
Diese einfache Skitour ob Thusis GR eignet sich selbst für blutige Anfänger. Und dennoch bietet sie alles, was zu einer richtigen Skitour gehört: Höhenmeter, eine wunderbare Aussicht sowie ein richtiges und erst noch markantes Gipfelkreuz. Der Tguma liegt 900 Höhenmeter oberhalb von Flerden, auf 2163 Meter über Meer. Er ist Teil des Heinzenbergs, der auf der Südseite als lieblicher Grashügel daherkommt, auf der Nordseite jedoch mit einer schroffen Wand überrascht. Die Tour ist selbst bei erheblicher Lawinengefahr möglich: Der Zustieg liegt im offenen Gelände, und die Steigung ist stets sanft. So kann der Schnee nirgends ins Rutschen kommen. Einzig bei Nebel ist Vorsicht geboten, dann nämlich könnte man den Gipfel verpassen. Ausgangspunkt ist die Postautohaltestelle in Flerden. Von hier kann man im Idealfall einer Spur bis auf den Gipfel folgen.
Schneeschuhwanderung zum Grossmutterloch
In den Wintermonaten kann man in den Freiburger Voralpen ein spektakuläres Phänomen beobachten: Zu gewissen Tageszeiten scheint die Sonne durch einen von der Natur geschaffenen Riss im Berg. Der Legende nach wurde das Loch vom Teufel geschaffen, als er im Zorn seine Grossmutter gegen die Felswand der Gastlosen warf. Um das Schauspiel zu bewundern, schnallt man sich am besten die Schneeschuhe an. Ausgangspunkt ist Jaun FR, von wo aus man dem Weg «Chalet du Soldat» folgt. Um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu stehen, sollte man auf der Website von La Gruyère die Stundentafel konsultieren. Ab Jaun benötigt man neunzig Minuten bis zum Gross Rüggli, wo man die richtige Perspektive auf das Spektakel hat. Wer bis zum Soldatenhaus laufen will, muss 800 Höhenmeter bewältigen und ab Gross Rüggli mit weiteren 45 Minuten rechnen.
Winterwanderung am Chasseral
Mächtige Fichten, bizarre Felsen und einen grandiosen Ausblick: Das bietet die Winterwanderung mit Ausgangspunkt Les Prés-d’Orvin. Das Dorf im Berner Jura erreicht man im Bus ab Biel, der im Zweistundentakt fährt. Ab der Bushaltestelle «Le Grillon» führt der Winterwanderweg im Uhrzeigersinn über die Höhenzüge des Chasseral auf 1288 Meter über Meer. Von dort blickt man an klaren Tagen bis in die Alpen. Beim Abstieg zurück ins Dorf kommt man in der Nähe der Métairie d’Évilard vorbei. Die Meierei ist jeweils am Wochenende geöffnet und bietet einfach Gerichte auf Basis von Käse oder Trockenfleisch an. Die Wanderung über den neun Kilometer langen Rundweg überwindet 300 Höhenmeter und dauert rund drei Stunden.
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