Aufgefallen in WädenswilWenn AKW für Atomkraft Wädenswil steht
Während andere Gemeinden am Zürichsee momentan mit Initiativen gegen Windkraft auffallen, macht Wädenswil mit einem Vorstoss für Kernkraft von sich reden.

Es dürfte etwas dauern, bis in der Region Zürichsee die ersten Windräder Strom produzieren. Nicht nur, weil sich in verschiedenen Gemeinden Widerstand – meist in Form von Initiativen – dagegen regt. Sondern auch, weil der Regierungsrat länger braucht für die Windenergieplanung.
Doch das Problem einer drohenden Energiemangellage bleibt. Grund genug, scheint sich eine Gruppe Wädenswilerinnen und Wädenswiler gesagt zu haben, etwas ins Spiel zu bringen, was eigentlich tabu ist: Atomenergie.
Es handelt sich dabei um «eine unbewaffnete Bürgerbewegung, welche die Energieversorgung für Wädenswil sicherstellen will», wie auf der Website der Bewegung nachzulesen ist. Die Energiestadt Wädenswil soll darum zur Kernenergiestadt werden, und zwar dank «natürlicher, erdeigener Kernkraft». AKW bekommt dadurch eine ganz neue Bedeutung – Atomkraft Wädenswil.
Die Bürgerbewegung begnügt sich übrigens keineswegs mit theoretischen Überlegungen, sondern macht konkrete Vorschläge, welche Standorte infrage kämen «für die schönen KKW-Bauten».
Die erste gute Nachricht dabei ist: Sie hat gleich mehrere davon eruiert, nicht nur auf dem Wädenswiler Berg oder in der Au, sondern auch im Zentrum der Stadt. Die zweite gute Nachricht ist: Nachdem es Hochhäuser in Wädenswil schwer haben und zum Beispiel ein Wohnturm direkt am See gescheitert ist, soll die Stadt nun mit den Kernkraftwerken andere «imposante, malerische Gebäude» erhalten, welche die «Energiestadt Wädenswil wieder zum Leuchten bringen können».
Wem dies alles reichlich verstrahlt vorkommt, liegt nicht falsch. Der Hinweis auf die Fasnachtsplakette, die Freunde der Bürgerbewegung als Zeichen ihrer Zugewandtheit tragen möchten, macht deutlich, was hier eigentlich wiederbelebt werden soll: weniger die Atomkraft als die serbelnde Fasnacht.
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