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Zürcher Verwaltungsgericht
Waffen-Fan erhält Schusswaffen zurück

Eine SIG Sauer P220 Pistole mit zwei Magazinen und einem Etui, symbolisiert die Rückgabe von vier Waffen und 1000 Schuss Munition nach einem Gerichtsentscheid in Zürich.
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Aus dem psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers könne keine Selbst- oder Drittgefährdung abgeleitet werden, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil.

Der Mann wurde auffällig, als er sich beim nahe gelegenen Schulhaus in seiner Wohngemeinde und auf seinem Balkon im Tarnanzug und mit Waffe zeigte. Dabei liess er auch Kinder die ungeladene Schusswaffe anfassen.

Nach Meldungen von Lehrpersonen liess die Staatsanwaltschaft See/Oberland im September 2020 die Wohnung durchsuchen und eröffnete ein Strafverfahren wegen Schreckung der Bevölkerung. Das Strafverfahren wurde später eingestellt, doch über die sichergestellten Waffen und Munition sollte das Statthalteramt entscheiden.

Während der Hausdurchsuchung tauchte der Beschwerdeführer in Kampfstiefeln und Uniform der Schweizer Armee auf. Er gab an, auf einer mehrtägigen Wandertour gewesen zu sein. Für das unbefugte Tragen der Uniform wurde er mit 200 Franken gebüsst.

Pistole auf dem Bett

Waffen und Munition waren in der Zweizimmer-Wohnung nicht besonders gut aufbewahrt. So lag eine Pistole auf dem Bett, andere Waffen offen in einem Regal und 900 Schuss Munition in zwei Kisten. Der Beschwerdeführer gab an, die Waffen aus sexuellen Motiven gekauft zu haben.

Ein psychiatrisches Gutachten zeigte unter anderem, dass der Mann an einer Depression leidet. Würde er die Medikamente absetzen, bestehe die Gefahr, dass er die Waffen nutzen könnte, schlossen der Statthalter und danach auch der Regierungsrat.

Diesem Schluss kann das Verwaltungsgericht nicht folgen. Der Psychiater habe den Mann in den letzten zehn Jahren als stabil eingeschätzt. Er sei auch nie mit drohendem Verhalten aufgefallen. Warum der Beschwerdeführer so viel Munition aufbewahrte, bleibt offen.

Das Urteil ist rechtskräftig. Für das Verfahren wird der Mann mit 5000 Franken entschädigt. Die Gerichtskosten von 2295 Franken trägt das Statthalteramt.

SDA/far