App kämpft gegen US-VerbotTiktok rettet Leben und Kleinunternehmen, meint Tiktok
In Werbespots preist sich der Social-Media-Riese selbst an. Mit einem Millionen-Werbebudget kämpft man gegen die Verbannung aus den Vereinigten Staaten.

Ist die App Tiktok nicht bis zum 5. April an ein nicht chinesisches Unternehmen verkauft, droht ihr in den USA die Abschaltung. Der aktuelle App-Besitzer, das chinesische Unternehmen Bytedance, lanciert jetzt in den Vereinigten Staaten eine neue Kampagne. Der Tenor: Die App rettet Menschenleben und kleine amerikanische Unternehmen.
Über die Handybildschirme flimmern seit Ende Februar Spots, die für Tiktok werben. So kommt eine Frau zu Wort, die angibt, wegen der App noch am Leben zu sein. Im Alter von 19 Jahren sei bei ihr eine Krankheit diagnostiziert worden, die zu Nierenversagen führte. Sie gibt an, einen Spender für eine Nierentransplantation gefunden zu haben, «weil ein Fremder durch Tiktok scrollte».
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Tiktok wirbt mit Millionenbudget für sich
In anderen Werbevideos stelle sich die App laut der «New York Times» als die Retterin von amerikanischen Kleinunternehmen dar. Die Clips wurden auf Facebook und Instagram ausgespielt. Auch auf Zeitungswerbung setzt das Unternehmen. Inserate hat das Unternehmen in der «New York Post», dem «Wall Street Journal» und auch der «New York Times» platziert. Auch in weitere Werbespots wurde investiert.
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Fürs Image und für Öffentlichkeitsarbeit gab das Unternehmen letztes Jahr im Februar und März laut der «New York Times» etwa fünf Millionen Dollar aus. Damals debattierte der US-Kongress zum ersten Mal über das Verbot. Nach Schätzungen von Adimpact, einem Unternehmen, das Entwicklungen in den Medien verfolgt, hat Tiktok in den gleichen Monaten dieses Jahres bereits mehr als 7 Millionen Dollar ausgegeben.
Tiktok war für rund 12 Stunden weg
Diesen Januar kam es kurzzeitig zum Tiktok-Aus. Für etwa zwölf Stunden war es US-Nutzerinnen und Nutzern nicht mehr möglich, die App wie gewohnt zu nutzen. Dann war sie jedoch wieder verfügbar. Der Grund: US-Präsident Donald Trump setzte sich dafür ein, dass das geplante Tiktok-Verbot verschoben wird. Die auf April vertagte Frist läuft bald ab. Trump sagte allerdings bereits öffentlich, dass er den Stichtag erneut nach hinten verlegen würde, wenn das nötig sei.
Wer die Social-Media-Plattform aktuell in den USA nutzt, bekommt offenbar nicht viel mit vom Hin und Her rund um das Verbot. «Aufseiten von Tiktok geht alles wieder seinen gewohnten Gang», sagte Daniel Daks gegenüber der «New York Times». Er ist Geschäftsführer von Palette Media, einer Agentur, die mehr als 230 Social-Media-Stars vertritt. «Sie planen weiterhin Projekte, die weit über das theoretische Verbotsdatum hinausgehen.»
Laut den Besitzern der App ist ein Verkauf von Tiktok nicht möglich, unter anderem weil er von der chinesischen Regierung blockiert werden würde. Zwischenzeitlich gab es immer wieder Gerüchte, wer die App kaufen könnte. Konkrete Angebote gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aber offenbar nicht.
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