Kanton Zürich beteiligt«Wir haben die Hacker gehackt»: Weltweites Erpresser-Netzwerk zerschlagen
Sie erpressten ein Kinderkrankenhaus und über 2000 Unternehmen. Nun haben internationale Ermittler die Hacker von Lockbit lahmgelegt. Auch die Schweiz war beteiligt.

Internationale Ermittler haben das weltweit agierende Hacker-Netzwerk LockBit zerschlagen. Wie die britische Kriminalbehörde NCA am Dienstag in London mitteilte, gelang es Ermittlern der NCA, der US-Bundespolizei FBI und anderer Strafverfolgungsbehörden in einer koordinierten Aktion, in das Netzwerk der Cyberkriminellen einzudringen und es weitgehend lahmzulegen. «Wir haben die Hacker gehackt», sagte NCA-Direktor Graeme Biggar. «Wir haben die Kontrolle über ihre Infrastruktur übernommen.»
Nach Angaben der amtierenden Vize-Generalstaatsanwältin der USA, Nicole Argentieri, steht LockBit hinter mehr als 2000 Cyberangriffen weltweit, darunter aufsehenerregende Angriffe auf die britische Post Royal Mail und ein kanadisches Kinderkrankenhaus im vergangenen Jahr. Mit der Erpressersoftware von LockBit erbeuteten Cyberkriminelle demnach mehr als 120 Millionen Dollar (rund 105 Millionen Franken) an Lösegeld.
Bei Angriffen mit sogenannter Ransomware verschlüsseln Hacker die Daten von betroffenen Unternehmen, Privatleuten oder Behörden und verlangen dann ein Lösegeld zur Freigabe der Daten. LockBit war dabei eine Art illegaler Dienstleister, der Hackern seine Erpressersoftware gegen Geld zur Verfügung stellte. Auf Englisch wird dieses Geschäftsmodell als «Ransomware as a Service» (RaaS) bezeichnet.
Seit der Zerschlagung des Hacker-Netzwerks Hive im Januar 2023 galt LockBit als die grösste Bedrohung in diesem Bereich. Biggar sagte, LockBit habe im vergangenen Jahr hinter einem Viertel aller Ransomware-Angriffe gesteckt.
Auf der Internetseite von LockBit steht seit Montagabend: «Diese Website steht jetzt unter der Kontrolle der National Crime Agency des Vereinigten Königreichs, die eng mit dem FBI und der internationalen Strafverfolgungs-Sondereinheit ‹Operation Cronos› zusammenarbeitet.» Neben NCA und FBI haben in der Gruppe Ermittler aus neun weiteren Ländern zusammengearbeitet, darunter auch der Kanton Zürich.
AFP/anf
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