Pornokonsum erhöht die Gefahr sexueller Übergriffe
Unkontrollierter Konsum von Gewaltpornografie kann strafbares Sexualverhalten fördern. Das zeigen verschiedene Studien.
Sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch in der therapeutischen Praxis verdichten sich die Hinweise darauf, dass unkontrollierter Pornografiekonsum die Gefahr sexueller Übergriffe auf Frauen erhöht. «Aufgrund verschiedener Studien und Metastudien lässt sich sagen, dass der Konsum von Pornografie, besonders der Konsum von Gewaltpornografie, strafbares Sexualverhalten fördern kann», sagt Andreas Hill, Leitender Arzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, zur «NZZ am Sonntag». Es gebe Männer, die den Wunsch verspürten, das Sexualverhalten, das sie in pornografischen Filmen sähen, in der Wirklichkeit auszuprobieren.
«Darunter kann auch Sexualverhalten sein, das strafbar ist.» Ähnlich tönt es bei Martin Bachmann, Sexologe und Berater beim Mannebüro Zürich. Er sagt zwar, dass die meisten Männer Pornografie in einer Art und Weise konsumierten, die unproblematisch sei. Bachmann weiss aber auch von Männern, die Gewaltpornografie konsumieren und die entsprechenden Sexualpraktiken später anwenden. «Meist erschreckt es die Männer, was sie damit in der Realität auslösen», sagt Bachmann. Der Konsum von legaler und illegaler Pornografie ist in den letzten Jahren gestiegen. Pornhub, die beliebteste Internetsite mit legaler Pornografie, wurde letztes Jahr weltweit 42 Milliarden Mal besucht – 30 Prozent mehr als im Jahr davor. In der Schweiz wuchs die Zahl der Männer, die wegen illegaler Pornografie verzeigt wurden, in den letzten zehn Jahren um gegen 70 Prozent. Dazu zählen namentlich Darstellungen mit Jugendlichen und Kindern.
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