Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

Unihockey: Aus im Cup-Achtelfinal
Pfannenstiel wehrt sich vor Traumkulisse tapfer, aber vergebens

Simon Suter und seine Mitspieler vom UHC Pfannenstiel geben gegen Zug United alles, verpassen aber die ganz grosse Cup-Sensation.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.
BotTalk

Vor einer atemberaubenden und lautstarken Kulisse zeigten sich die Zuger schlicht kaltblütiger, was über die ganze Partie gesehen den Unterschied ausmachte. Die Kirchwies-Hall in Egg war mit über 50 Einlaufkindern, 397 Zuschauerinnen und Zuschauern und einem bis in die Haarspitzen motivierten UHC Pfanni bereit für ein grosses Vereinshighlight – schliesslich sollte es nicht nur ein Unihockey-Fest werden, sondern es sollte auch die Sensation gelingen.

Der Start verlief vielversprechend: Das Heimteam versteckte sich keineswegs. Bereits in der 3. Spielminute sah Marco Carigiet einen ersten Abschluss vom Zuger Hüter Nils Schälin abgewehrt. In der 9. Spielminute wäre dann der Führungstreffer für die Gastgeber möglich gewesen, doch eine 3:1-Situation vergaben sie etwas gar leichtfertig. Zug seinerseits machte es dann in der 14. Spielminute besser und ging durch den Schweden André Andersson mit 1:0 in Führung. Dieser hatte auf der rechten Angriffsseite viel Platz und nützte dies, indem er den Ball mit einem schönen Handgelenkschuss in die weite Torecke schlenzte. In der 18. Minute spielten Andersson dann gemeinsam mit Alexander Larsson und Alexander Hallén die Pfannenstiel-Abwehr schwindlig. Die schöne Kombination schloss dann erneut Andersson mit einem unhaltbaren Direktabschluss für die Zuger ab. Nur 26 Sekunden später liess Andri Flütsch die Gäste erneut jubeln: Er verwertete einen blitzsauberen Konter eiskalt. Mit diesem 0:3 aus Sicht des UHC Pfannenstiel ging es in die erste Pause. Trotz des guten Starts lagen die Zürcher drei Längen in Rückstand und zeigten doch eine gewisse Nervosität. Diese wollten sie in Drittel 2 ablegen.

Nideröst löst Jubel aus

Gesagt, getan: Bereits in der 22. Minute hatte Tim Bartenstein den Anschlusstreffer auf dem Stock, doch der Ball verfehlte das Ziel nur knapp. Nur drei Minuten später spielte Fabio Luchsinger erneut Bartenstein im Slot frei, doch dieses Mal sah er seinen Schuss von Nils Schälin pariert. Pfannenstiel hatte nun die Fesseln abgelegt und spielte selbstbewusst auf. Dies zeigte eine weitere Chance durch Simon Suter zur Spielmitte. In der 34. Minute brach dann erstmals Jubel in der Kirchwies-Halle aus. Florian Hafner spielte einen Freistoss auf Florian Nideröst, der den Ball in den gegnerischen Maschen zum 1:3-Anschlusstreffer unterbrachte.

Volle Ränge in der Kirchwies-Halle: Der UCH Pfannenstiel und seine Fans zelebrieren die ersten Cup-Achtelfinal-Partie der Vereinsgeschichte. 

Doch die Freude währte nur vier Minuten. Ebenfalls nach einem Freistoss erwischte Zugs Andrea Menon Goalie Patrick Weber in der kurzen Ecke. Trotz weiterer guter Pfannenstiel-Chancen wollten keine weiteren Tore mehr fallen. Somit hiess es nach 40 gespielten Minuten 1:4 aus Sicht des Heimteams.

Die grosse Hoffnung nach dem 2:5

Pfannenstiels Cheftrainer Trainer Marc Werner mahnte seine Mannschaft, im letzten Drittel weiterhin clever und geduldig zu spielen, um so den konterstarken Zugern nicht ins offene Messer zu laufen. Dennoch waren es die Gäste, die in der 45. Minute den nächsten Treffer erzielten. Torhüter Patrick Weber konnte einen Abschluss des United-Topskorers Alexander Hallén noch abwehren, doch gegen Alexanders Larssons Nachschuss war er machtlos. Das Heimteam steckte aber auch nach diesem Tor nicht auf und kam zu seinen Chancen.

Packende Zweikämpfe und beherzter Einsatz: Simon Suter (rechts) im Duell mit dem Zuger Remo Gallati

Das nächste Mal jubeln durfte Pfannenstiel dann in der 53. Minute. Luchsinger sah am weiten Pfosten Tim Bartenstein, der einschussbereit gewesen wäre, doch ein Zuger lenkte den Ball zum 2:5-Anschlusstreffer ins eigene Tor. Nun keimte nochmals Hoffnung auf bei den knapp 400 Fans, die Stimmung war schlicht gigantisch. Pfannenstiel zog nach 56:31 sein Time-Out ein und versuchte in der Folge ohne Torhüter sein Glück. Doch dieses Engagement wurde erst 48 Sekunden vor Schluss mit dem 3:5 durch ein Volley-Tor durch Florian Hafner belohnt. Den Schlusspunkt unter eine atemberaubende Partie setzte dann Zugs Hallén, indem er den Ball im verlassenen Pfanni-Tor zum 3:6-Schlussstand unterbrachte.

Zwischen leisem Frust und mächtigem Stolz

Der UHC Pfannenstiel zeigte ein starkes Spiel, offenbarte am Anfang aber etwas zu viel Respekt vor dem Gegner und zeigte sich in der Folge schlicht und einfach weniger kaltblütig und effizient als der Favorit aus dem Oberhaus des Schweizer Unihockeys. Vor allem im Mitteldrittel hätte «Pfanni» das eine oder andere Tor mehr schiessen müssen. Dies sah auch Pfanni-Urgestein Thiemo Scharfenberger so: «Es war ein tolles Highlight für den ganzen Verein. Leider waren wir nicht effizient genug, um den Cupsieger noch mehr zu ärgern.» Auch Florian Hafner, der im Anschluss an die Partie zum besten Spieler seines Teams gewählt wurde, zeigte sich zwar zufrieden, aber auch enttäuscht: «Grundsätzlich bin ich mega stolz auf unser Team und die ganze Cup-Leistung. Heute war eine unglaubliche Atmosphäre in der Halle mit all den lautstarken Fans, und es hat richtig Spass gemacht zu spielen. Die Niederlage fühlt sich aber trotz des Klassenunterschieds bitter an, weil vom Gefühl her doch mehr drin gelegen wäre.»

Shakehands nach dem intensiven Match: Die Spieler des UHC Pfannenstiel Egg – Maur – Oetwil am See scheiden erhobenen Hauptes aus dem Schweizer Cup aus.

Trainer Marc Werner sprach dem Team im Anschluss noch ein grosses Kompliment für die ganze Cup-Kampagne aus. Es zeige den Willen des Teams, wenn nach einem 3:6 gegen den Cupsieger alle enttäuscht seien, betonte er. Das schönste Kompliment erhielten die Gastgeber von ihren Gegnern. Die Zuger sprachen von einem stark aufspielenden UHC Pfannenstiel sowie von einer atemberaubenden und laustarken Kulisse.