Kommentar zur KunstflugstaffelHolt die Patrouille Suisse vom Himmel
Es ist höchste Zeit, dass die F-5-Tiger-Kampfjets ausgemustert werden. Kriegsgeräte sind nicht zur Folklore da.
Der F-5 Tiger ist ein Kampfjet. Er hat geschafft, was die wenigsten Rüstungsgüter schaffen: Er berührt die Menschen. Manche nennen dieses tonnenschwere Kriegsgerät «Tigerli». Andere schimpfen es ein altes Stück Blech.
Nüchtern betrachtet ist der F-5 ein Relikt aus den 70er-Jahren, das sicherheitspolitisch keinen Nutzen mehr hat. Die Armee will den Kampfjet darum bis 2027 ausmustern – und damit die Kunstflugstaffel Patrouille Suisse abschaffen. Ein logischer Entscheid. Es ist Zeit geworden. Und damit ist eigentlich alles gesagt.
Doch es gibt in diesem Land Politiker, die nach wie vor an diesen Fliegern festhalten. SVP-Ständerat Werner Salzmann spricht von «Aushängeschildern der Armee», von wichtiger Werbung auch. Tatsächlich lockt die Staffel bei ihren Auftritten Tausende Leute an, es gibt einen Fanclub, von einem nationalen Heiligtum ist bei der Patrouille Suisse die Rede.
Das macht etwas ratlos. Ein veraltetes Militärflugzeug, das bloss für Werbezwecke eingesetzt wird, ist vor allem ein Ausdruck von Folklore. Kriegsgeräte sind zudem nicht dazu da, um Leuten eine Freude zu machen.
Angesichts der geopolitischen Weltlage ist das Festhalten an der Patrouille Suisse fast schon anmassend. Während in der Ukraine ein wüster Krieg tobt, unterhält die Schweiz eine Schaufliegertruppe, die Seenachtsfeste aufwertet. Während man sich in der Schweiz wegen der Aufrüstung ernsthaft eine Wehrsteuer überlegt, leistet man sich eine Kampfjetflotte, die militärisch nichts bringt. Für 40 Millionen Franken im Jahr.
Sicherheitspolitiker Werner Salzmann ist übrigens der gleiche Mann, der die Armee mit zusätzlichen 29 Milliarden Franken finanzieren will. Unter anderem dadurch, indem man bei der Bildung spart und der Entwicklungshilfe Gelder streicht. Man wünscht sich bei solchen Entscheiden die nötige Ernsthaftigkeit. Darum: Holt die Patrouille Suisse vom Himmel.
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