König Charles in ParisDer erste Punkt geht an die Monarchin: Camilla und Brigitte Macron beweisen Pingpong-Talent
Am zweiten Tag des Besuchs in Paris hat der britische König Charles III. Frankreich zu verstärkten Bemühungen beim Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen.
Der erste Punkt ging an die Monarchin: Die britische Königin Camilla und die französische Präsidentengattin Brigitte Macron haben am Donnerstag in Saint-Denis eine Runde Pingpong gegeneinander gespielt. Camilla gewann ihren ersten Punkt, als Brigitte Macron einen Ball von ihr verpasste. Kurz darauf vermasselte die Königin jedoch ihren Aufschlag. Die Pingpong-Diplomatie der Damen endete nach wenigen Ballwechseln.
Anlass der spontanen Partie war ein Besuch des Königspaares in der Pariser Vorstadt Saint-Denis in Begleitung der Première Dame. Sie trafen dort mit jungen Sportlerinnen und Sportlern zusammen. Die Königin wechselte zunächst einige Bälle mit einem Mädchen und lud dann die Präsidentengattin an die Tischtennisplatte ein.
Saint-Denis wird bei den Olympischen Spielen im Sommer 2024 das olympische Dorf beherbergen.
«Entente» gegen Klimawandel
Der britische König Charles III. will die Beziehungen zwischen Frankreich und Grossbritannien künftig im Zeichen des Klimaschutzes stärken. «Lassen Sie uns die ‹Entente Cordiale› erneuern und zu einer ‹Entente für die Nachhaltigkeit› machen, um die Klimakrise und die Bedrohung der Artenvielfalt gemeinsam anzugehen», sagte Charles III. in einer Rede im französischen Senat am Donnerstag in Paris, dem zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Frankreich.
Es war das erste Mal, dass ein britisches Staatsoberhaupt in der zweiten Kammer des französischen Parlaments sprach. Charles III. trug seine Rede teils auf Englisch und teils auf Französisch vor, das Rednerpult war mit britischen, französischen und EU-Flaggen geschmückt.
«Wir stehen gemeinsam in entschlossener Solidarität an der Seite des ukrainischen Volkes», betonte Charles III. weiter. «So wie wir uns gegen militärische Aggression stemmen, so müssen wir uns auch gemeinsam dafür einsetzen, die Welt vor der grössten Herausforderung überhaupt zu bewahren, der globalen Erwärmung, dem Klimawandel und der katastrophalen Zerstörung der Natur», betonte er.
Bei der «Entente Cordiale» handelt es sich um ein 1904 geschlossenes Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich, das damals die Einflussgebiete beider Staaten in Afrika regelte.
Besuch bei Notre-Dame
Am Nachmittag würdigten Charles III. und Camilla die Restaurierungsarbeiten der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Bei einem Besuch auf dem Vorplatz der gotischen Kathedrale trafen sie Feuerwehrleute, die 2019 den dramatischen Brand gelöscht hatten, sowie Restauratoren, die am Wiederaufbau beteiligt sind.
Zuvor hatte das königliche Paar den nahegelegenen Blumenmarkt besucht, der nach der britischen Königin Elizabeth II. benannt ist. Auf dem kurzen Weg zur Kathedrale begrüssten Charles III. und Camilla Schaulustige, von denen manche «Vive le roi» (Es lebe der König) riefen – und das am Jahrestag der Abschaffung der französischen Monarchie am 21. September 1792.
Am Vorabend hatten Charles III. und Camilla an einem prunkvollen Staatsbankett im Spiegelsaal von Schloss Versailles teilgenommen. Macron nannte den Besuch des britischen Monarchen eine «Hommage an unsere Vergangenheit» und «Garantie für die Zukunft». Charles III. betonte, es sei die Aufgabe aller, «unsere Freundschaft neu zu beleben, um sicherzustellen, dass sie für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewappnet ist».
Am dritten und letzten Tag des Staatsbesuchs wollen Charles III. und Camilla am Freitag in Bordeaux eine britische Fregatte und ein Bio-Weingut besuchen. Bordeaux war die erste französische Stadt, die eine Partnerschaft mit einer britischen Stadt begründet hat, mit Bristol 1947.
Während das Königspaar das Weingut besucht, landet in Frankreich bereits der nächste hochrangige Gast: Papst Franziskus. Er will zwei Tage lang in der französischen Hafenstadt Marseille verbringen und dabei den Fokus auf das Schicksal der Mittelmeer-Flüchtlinge legen.
AFP/oli
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