FCZ - GC 1:1Erst singen die Fans nicht – und dann wird das Derby zum müden Kick
Das 287. Zürcher Derby ist geprägt von fehlenden Fans, zwei Toren und einer Roten Karte. Viel Spektakel auf dem Platz wird nicht geboten.

Die Stadt Zürich hat schon so manch denkwürdiges Derby erlebt, laut und mitreissend war dieses Spiel meist, oft auch noch torreich – und nun das. Noch selten war der Letzigrund so voll und doch so leise. Höchstens in Zeiten des Coronavirus. Und noch selten war ein Derby so schlecht.
Die meisten Fans der Grasshoppers sind nicht da. Und die FCZ-Fans verweigern während 45 Minuten den Gesang, die Buhrufe und die Beleidigungen. Bloss dann, wenn ein Team in Tornähe kommt, wird es lauter. Sonst sind vor allem Schreie vom Platz zu hören, Spieler, die aus einer Berührung mehr machen, als sie ist, Trainer, die fordern und dirigieren.
Das ist eine Konsequenz dessen, was ausserhalb des Stadions geschah, bevor das Spiel angepfiffen wurde. Die GC-Fans wurden auf ihrem Fanmarsch über die Duttweilerbrücke von der Polizei gestoppt, bei Anpfiff ist die Kurve auf der Nordseite des Stadions leer – und sie bleibt es bis zum Ende. Solidarisch schweigt die Südkurve des FCZ eine Halbzeit lang.
In der Pause sagt ein bulgarischer Journalist, der da ist, um über europäische Derbys zu schreiben, dass die Stimmung sei wie auf einer Beerdigung. Das ändert sich zum Anpfiff der zweiten Halbzeit, als die Südkurve wieder aktiv am Geschehen teilnimmt – und auch der anwesende Teil der GC-Fans singt.
Die Atmosphäre macht es tatsächlich schwierig, dem Spiel eine Bewertung zu geben, zumindest in der ersten Halbzeit. Alles, was schiefläuft, die Fehlpässe und die vergebenen Chancen wirken unter dem Schweigen des Publikums noch einmal schlechter. Es ist phasenweise trostlos – trotz über 18’000 Zuschauenden.
In wenigen Minuten gibt der FCZ viel aus der Hand
Immerhin aber gibt es zwei Tore. Der erste Treffer fällt bereits in der 1. Minute, die GC-Abwehr lässt Umeh Emmanuel sagenhaft viel Platz, über Umwege kommt der Ball zu Mounir Chouiar, der dieses Spiel lanciert. Die Grasshoppers sind danach besser, und sie kommen zum Ausgleich. Tsiy Ndenge erzielt ihn, auch hier wird Vorbereiter Lee Young-jun sehr viel Platz gewährt. Es ist die alte Geschichte beim FCZ, das Tempo fehlt in der Abwehr, und in diesem Fall auch die Abstimmung.
Es sind wenige Minuten, in denen der FCZ viel aus der Hand gibt. Nach Ndenges 1:1 leistet sich Emmanuel zum zweiten Mal ein Rencontre mit Folgen. Er trifft Ayumu Seko im Gesicht und sieht seine zweite Gelbe Karte. Die erste wurde ihm gezeigt, nachdem er Giotto Morandi umgestossen hatte.
Das bietet GC alle Chancen, erstmals seit Ende September wieder zu gewinnen. Aber es ist verblüffend, wie verschwenderisch der Letzte der Super League gegen zehn Gegenspieler mit dieser Möglichkeit umgeht. GC hat vermehrt den Ball, macht damit aber wenig bis nichts. In der 82. Minute schiesst Nikolas Muci aus der Distanz, FCZ-Goalie Yannick Brecher hält, weil er fast nicht anders kann – es ist der zweite Schuss auf das Tor des FCZ.
Und weil auch der FCZ am Ende nicht auf mehr Versuche kommt, bleibt es bei einem 1:1. Es ist ein faires Resultat für einen müden Derbykick – fast so, als würde sich das Schweigen des Publikums in der ersten Halbzeit auf die Leistungen der Spieler übertragen, die auf dem Platz stehen.
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Der Ticker zum Nachlesen
Das Spiel ist aus!
Der FCZ und GC trennen sich 1:1.
Das war es von meiner Seite, in Kürze lesen Sie hier einen ausführlichen Matchbericht!. Ich wünsche nun einen schönen Abend und bis bald!
Drei Minuten Nachspielzeit
Und wir befinden uns kurz vor Schluss, GC drückt noch einmal, doch es scheint nicht mehr, dass hier noch etwas passiert.
Turhan mit der ersten Aktion
Der Neue setzt sich auf der rechten Seite durch, passt ins Zentrum, findet da Schürpf, doch dessen Abschluss fliegt neben das Goal.
Vier Neue
Conceicao und Sabobo gehen beim FCZ, für sie kommen Markelo und der wiedergenesene Marchesano.
Bei GC kommt Turhan zu seinem Super-League-Debüt. Auch Schürpf kommt. Es gehen Lee und Kittel.
Ideenlosigkeit
Kaum mehr Chancen in der Schlussviertelstunde, vielmehr ist das Spiel träge geworden und vom Kampf geprägt. Es ist kein grosser Genuss diese letzten 15 Minuten anzuschauen.
Noch rund zehn Minuten
GC hat es bisher in Überzahl nur einmal in der zweiten Halbzeit richtig gefährlich vors gegnerische Goal geschafft. Zu wenig, denn ihr Gegner zieht sich stark zurück, überlässt GC sehr oft den Ball. Nun versucht sich Muci mit einem Schlenzer, doch das ist eine sichere Beute für Brecher im FCZ-Goal.
Der Captain geht
Meyer kommt für GC-Captain Abrashi in die Partie.
Zweimal Morandi
Erst versucht sich der GC-Spieler mit dem Eckball, dieser wird geklärt und gleich darauf darf Morandi nochmal Flanken. Seine Hereingabe findet Kittel, doch dieser weiss nichts mit dem Ball anzufangen.
Moniz verwarnt
Der FCZ-Trainer ist nicht ganz einverstanden mit der Entscheidung von Schiedsrichter Piccolo. Darauf zeigt dieser Moniz Gelb.
Grosschance GC
Morandi läuft mit dem Ball in den FCZ-Strafraum und passt ins Zentrum, dort steht sein Mitspieler Lee, doch bevor dieser an den Ball kommt, kann Katic klären. Die FCZ-Spieler dürfen ihrem Abwehrspieler einen riesigen Dank aussprechen.
Reklamieren
Conceicao wird hier wohl Worte gesagt haben, die nicht dem gepflegten Sprachgebrauch entsprechen. Schiedsrichter Piccolo zeigt die Karte.
Möglichkeit FCZ
Nun getraut sich der FCZ wieder einmal nach vorne: Conceicao flankt in den Strafraum auf Junior Ligue, dieser wird da aber von Persson gestört und kann den Ball somit nicht wie gewünscht verwerten. Chance vertan.
Zuschauerzahl
18’537 Menschen sollten heute dabei sein, doch viele aus der GC-Kurve sind sicherlich nicht hier. Schade für alle Beteiligten.
Zwei Neue beim FCZ
So, Moniz reagiert: Conde soll das Mittelfeld stärken, Ligue Akzente in der Offensive setzen. Es verlassen Mathew und Chouiar das Feld.
Deutliche Ballbesitzverhältnisse
Das Bild, das die zweite Halbzeit hier abgibt ist eklatant: GC hat in dieser 87% Ballbesitz, sucht den Weg in die gefährliche Zone, doch scheitert immer wieder kläglich. Der FCZ macht hinten dicht und scheint jetzt einfach auf einen möglichen Konter oder den Schlusspfiff warten zu wollen.
GC drückt
Die Grasshoppers nisten sich so langsam in der Hälfte des FCZ ein, doch sie finden noch nicht das richtige Rezept für einen erfolgreichen Angriffsversuch. Doch der FCZ zieht sich meines Erachtens etwas früh gar weit zurück.
Nächster Schuss von GC
Morandi mit einem tückischen Aufsetzer von der Strafraumgrenze. Brecher hält sicher, doch es ist schon in den ersten Minuten der zweiten Hälfte erkenntlich: GC drückt mehr in Überzahl, der FCZ zieht sich etwas zurück.
Abels mit dem ersten Abschluss
Der GC-Aussenverteidiger kommt zum ersten Abschluss der zweiten Halbzeit. Doch sein Schuss ist kein Problem für Brecher.
GC wechselt zur Pause
Muci kommt neu in die Partie, Maurin geht.
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