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Jungpolitiker aus Rüschlikon
Er kämpft gegen das verstaubte Image der Politik

Benedikt Schmid ist mit 20 Jahren schon Co-Präsident der Jungen Mitte Kanton Zürich.
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«Das politische Interesse wurde mir nicht in die Wiege gelegt», sagt Benedikt Schmid. «Im Gegenteil: Meine Eltern wollten nie mit mir über Politik diskutieren.» Trotzdem ist der Rüeschliker mit seinen 20 Jahren bereits als Co-Präsident der Jungen Mitte Kanton Zürich bekannt. Die Klimabewegung und die starke Rechts-links-Polarisierung hätten ihn politisiert, erzählt der BWL-Student.

Zur Jungen Mitte fand er durch ein Video von Sarah Bünter, der ehemaligen Präsidentin der Partei. Das NZZ-Video, in dem Bünter sich und ihre politischen Visionen vorstellt, habe ihn zum ersten Mal darauf aufmerksam gemacht, dass es im stark polarisierten Kanton Zürich auch eine Mitte gebe. An der Jungen Mitte gefalle ihm die Diversität: «Man hat linkere Leute, rechtere Leute, die einen sind etwas konservativer, andere wiederum sind eher liberal.»

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Für Benedikt Schmid ist die Junge Mitte aber mehr als eine politische Partei, wie er sagt: «Man redet nicht ausschliesslich über politische Themen, sondern auch über Alltägliches wie zum Beispiel über Fussball.» Über die Jahre hat er durch sein politisches Engagement viele Freunde gefunden. Bei den jungen Leuten sei häufig noch ein Bild des versteiften Politikers verbreitet. So sei es aber keinesfalls: «Die Partei ist für mich vergleichbar mit einem Verein.»

Den Diskurs pflegen

In der Politik sei ihm am wichtigsten, einen Diskurs zu schaffen, sagt Schmid: «Man kommuniziert miteinander und findet eine Lösung, welche möglichst viele zufriedenstellt. Mit diesem Diskurs fühlen sich Menschen ernst genommen.»

Zusätzlich liege ihm die Umweltpolitik auf lokaler Ebene am Herzen, und er möchte die Umstände der mentalen Gesundheit der Gesellschaft verbessern. «Es kann nicht sein, dass man neun Monate auf einen Termin beim Psychiater warten muss.» Ausserdem sei es zentral, Junge mehr in die Politik einzubinden. 

Die Jungen seien nämlich am längsten von den Entscheidungen, die wir heute fällen, betroffen. Schmid ist überzeugt: «Wenn mehr Junge sich politisch engagieren, könnte man die Ausgangslage zukunftsgerechter gestalten.» 

Die Jungen einbinden

Bereits heute gibt ein Grossteil der unter 25-Jährigen an, politisch interessiert zu sein. Aktiv an politischen Entscheidungen beteiligen sich jedoch die wenigsten. Woran liegt das? «Teilweise fehlt im jungen Alter sicherlich die politische Bildung, um die manchmal viel zu komplexen Vorlagen zu verstehen. Die Komplexität schreckt ab.» Ausserdem glaubt Schmid, dass viele in diesem Alter noch nicht den Mut haben, ein politisches Statement zu setzen.

«Man muss allen die gleichen Ressourcen geben, damit sie sich unabhängig informieren und dann auch eine Meinung bilden können», findet Benedikt Schmid.

Um das politische Engagement zu stärken, müsse man die politische Bildung fördern, sagt Schmid. «Man muss allen die gleichen Ressourcen geben, damit sie sich unabhängig informieren und dann auch eine Meinung bilden können.» Schmid ist zudem überzeugt, dass eine Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre auch mehr junge Menschen dazu animieren würde, abstimmen zu gehen. «Mit dem Stimmrechtsalter 16 würden sie sich ernster genommen fühlen.» Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie und der Klimakrise findet der Rüeschliker dies besonders wichtig: «Junge haben am meisten gelitten während der Pandemie – etwa weil viele ihrer Freizeitaktivitäten weggefallen sind. Und beim Klimawandel geht es schlicht um ihre Zukunft.»

Benedikt Schmid ist der Meinung, dass das politische Engagement junger Personen in Zukunft ansteigen wird. «Wir haben seit April 50 Prozent mehr Leute bei uns in der Partei.» Das liege vor allem an der Pandemie. «Die Jungen haben bemerkt, dass die Politik ihr Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellen kann. Dies motiviert nun viele zur aktiven Mitarbeit.»