Newsticker zum Krieg in NahostGaza-Spitäler melden mehr als 50 Tote bei israelischen AngriffenBenjamin Netanyahu trotz internationalen Haftbefehls in Ungarn gelandetIsrael greift Militärflughäfen in Syrien an
Israel geht weiter gegen die Hamas im Gazastreifen vor, ein neuer Geisel-Deal soll kommen. Die aktuellen Entwicklungen im Newsticker.
Artikel zum Thema
Hintergrund: Diese zehn Karten erklären den Nahostkonflikt
Palästina von 1948 bis heute: Das Trauma der Vertreibung
Alle Artikel zu Nahost: News und Hintergründe in der Übersicht
Laden Sie unsere News-App herunter und bleiben Sie mit Push-Nachrichten auf dem Laufenden.
Netanyahus Regierung entlässt Geheimdienstchef Ronen Bar
Israels Regierung hat die höchst umstrittene Entlassung des Inlandsgeheimdienstchefs beschlossen. Das Kabinett habe die Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Schin Bet-Chef Ronen Bar seines Amtes zu entheben, einstimmig gebilligt, teilte Netanyahus Büros in der Nacht mit. Netanyahu hatte den Schritt am Sonntagabend angekündigt und damit Massenproteste ausgelöst. Es ist laut israelischen Medien das erste Mal in der Geschichte Israels, dass eine Regierung den Leiter des Schin Bet entlässt.

Als Grund nannte Netanyahu «Mangel an Vertrauen» in Bar. Die Beziehungen zwischen den beiden gelten seit Längerem als belastet. In einer Untersuchung des Inlandsgeheimdienstes über die Fehler, die das Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 ermöglicht hatten, war Netanyahu nicht gut weggekommen.
Zudem ermittelt Schin Bet zu mutmasslichen illegalen Beziehungen von Vertrauten Netanyahus mit Katar. Katar gehört zu den Unterhändlern bei den indirekten Gesprächen mit der Hamas, gilt aber auch als Unterstützer der Terrororganisation. Kritiker in Israel befürchten, dass Netanyahu Bar durch einen Nachfolger ersetzen könnte, der ihm ergeben ist und die Ermittlungen einstellt.

Ronen Bar werde sein Amt am 10. April beenden, es sei denn, es werde bereits zuvor ein Nachfolger ernannt, teilte Netanyahus Büro weiter mit. Gegen die Entlassung Bars hatte es Massenproteste gegeben. Auch in der Nacht der Entscheidung demonstrierten in Jerusalem wieder Tausende.
Israels Armee beginnt Bodenoffensive in Rafah
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Bodenoffensive auch in Rafah im Süden des Gazastreifens begonnen. Bodentruppen seien dort seit einigen Studen in einem Stadtteil im Einsatz, teilte das israelische Militär mit. Sie hätten dort Infrastruktur von Terrororganisationen zerstört.
Auch im Norden sowie im Zentrum des Gazastreifens würden Bodenangriffe fortgesetzt, hiess es. Gleichzeitig bombardiere die israelische Luftwaffe weiter Ziele im gesamten Gazastreifen. Früheren Angaben zufolge sind Einrichtungen und Mitglieder der Hamas sowie des Palästinensischen Islamischen Dschihads (PIJ) Ziel der Angriffe.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz genehmigte nach Angaben seines Büros weitere Pläne der Armee für Kampfeinsätze im Gazastreifen. «Wir sehen bereits, dass der militärische Druck die Position der Hamas beeinflusst», sagte Katz demnach bei einer Besprechung mit Israels neuem Generalstabschef Ejal Zamir. «Wir werden nicht aufhören, bis die Geiseln freigelassen werden.» (DPA)
Israels Militär fängt weitere Rakete aus dem Jemen ab
Nach einem erneuten Raketenangriff aus dem Jemen haben in mehreren Regionen Israels sowie in Siedlungen im Westjordanland Armeeangaben zufolge Warnsirenen geheult. Eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete sei von Israels Raketenabwehr abgefangen worden, bevor sie in israelisches Gebiet eingedrungen sei, teilte das Militär mit. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte oder Schäden. Raketenalarm gab es auch in Jerusalem.
Mit Neubeginn des Gaza-Kriegs hat auch die Huthi-Miliz im Jemen ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Erstmals seit mehr als zwei Monaten heulten deshalb im Grossraum Tel Aviv und in Jerusalem bereits in der Nacht die Warnsirenen. Am Mittwochabend hatte es zudem Raketenalarm im zentralen Abschnitt und im Süden des Landes gegeben. Die Huthi-Miliz äusserte sich zunächst nicht zu dem neuerlichen Angriff.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor eineinhalb Jahren hatten die Huthi Israel immer wieder mit Raketen und Drohnen angegriffen. (SDA)
EU fordert sofortige Wiederaufnahme der Waffenruhe
Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten fordern eine sofortige Rückkehr zu einer Waffenruhe im Gazastreifen. Es müsse unverzüglich zum Abkommen zurückgekehrt werden, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung des Brüsseler Frühjahrsgipfels. Alle Geiseln müssten freikommen und die Feindseligkeiten dauerhaft eingestellt werden.
Es sei auch notwendig, humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza ungehindert und umfassend bereitzustellen, hiess es. So müsse etwa die Versorgung mit Strom – einschliesslich für die Wasserentsalzungsanlagen – unverzüglich wieder aufgenommen werden. (DPA)
Israel lässt weitere Gebiete im Gazastreifen räumen
Nach einem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hat Israel die Palästinenser zur Räumung weiterer Gebiete im Zentrum des Küstengebiets aufgefordert. Der Evakuierungsbefehl vom Donnerstag galt für Bani Suheila in der Nähe der Stadt Chan Junis. Das israelische Militär teilte mit, es werde dort als Reaktion auf den Raketenbeschuss durch die militant-islamistische Hamas einen Einsatz durchführen.
Der Befehl erweiterte eine neue, von Israel verhängte Pufferzone entlang der Nord- und Ostgrenze des Gazastreifens. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte einen Tag zuvor angekündigt, das Militär werde bald die Evakuierung der Palästinenser aus den Kampfzonen anordnen. (DPA)
Israels Militär meldet Beschuss aus dem Gazastreifen
Extremisten aus dem Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs drei Raketen auf Israel abgefeuert. Wie die Armee mitteilte, wurde ein Geschoss abgefangen. Die beiden anderen gingen auf offenem Gelände nieder. In mehreren Gebieten im Zentrum Israels gingen zuvor Warnsirenen los, auch im Osten der Küstenmetropole Tel Aviv.
Seit der Nacht zu Dienstag attackiert Israels Armee wieder mit massiven Luftangriffen Ziele der islamistischen Hamas und der mit ihr verbündeten Islamisten vom Palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen. Damit endete de facto die seit dem 19. Januar geltende Waffenruhe. Beide Seiten weisen sich gegenseitig die Schuld dafür zu. (DPA)
Iran nennt US-Angriffe auf Huthi im Jemen ein Verbrechen
Der religiöse Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat die US-Angriffe auf den Jemen als Verbrechen verurteilt. Die USA seien auch Komplize bei der Wiederaufnahme der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen, sagte Chamenei in einer Botschaft zum iranischen Neujahrsfest am Donnerstag. Israel attackiere das Küstengebeit mit «Erlaubnis oder Unterstützung und grünem Licht der USA». Die muslimischen Staaten müssten sich zusammenschliessen, um dem «zionistischen Regime» (gemeint ist Israel) zu widerstehen.

Die USA haben die vom Iran unterstützen Huthi-Rebellen im Jemen in den vergangenen Tagen mehrfach mit Luftangriffen attackiert. Die Rebellen hatten nach Beginn des Gaza-Kriegs wiederholt Frachtschiffe im Roten Meer angegriffen und Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert. Die Miliz beschrieb ihr Vorgehen als Zeichen der Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen, wo Israel gegen die Hamas vorgeht. (DPA)
Israel richtet Blockade des nördlichen Gazastreifens wieder ein
Israel hat die Blockade des nördlichen Gazastreifens wiederhergestellt. Das teilte das Militär am Donnerstag mit. Damit können die Palästinenser diesen Teil des Küstengebiets nicht mehr vom Süden aus erreichen. Betroffen war auch die Stadt Gaza.
Einwohner wurden aufgefordert, die Hauptverkehrsstrasse zur Einreise und Ausreise in diesen Teil des Gazastreifens nicht mehr zu benutzen. Die Fahrt Richtung Süden sei nur noch über die Küstenstrasse erlaubt. Das israelische Militär hatte die Blockade den Grossteil des Krieges über aufrechterhalten – bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hamas im Januar. (DPA)
Spitäler: Mindestens 58 Tote bei Angriffen im Gazastreifen
Bei israelischen Angriffen sind nach Angaben dreier Spitäler im Gazastreifen mindestens 58 Menschen getötet worden. Bei den Attacken in der Nacht zum Donnerstag und am Morgen seien Häuser in den südlichen Städten Chan Junis und Rafah sowie im nördlichen Beit Lahija getroffen worden, erklärten sie.
Das Europäische Spital in Rafah sprach von 26 Menschen, überwiegend Frauen und Kindern, die bei nächtlichen Angriffen auf Familienhäuser getötet worden seien. Einer der Angriffe haben einen Vater und seine sieben Kinder das Leben gekostet. Das Nasser-Spital in Chan Junis nahm die Leichen von sieben in der Nacht getöteten Menschen in Empfang. Das Indonesische Spital im nördlichen Gazastreifen teilte mit, es habe ebenfalls die Leichen von sieben Menschen übernommen, die bei einem Angriff auf ein Haus in Beit Lahija getötet worden seien.
Vom israelischen Militär lag zunächst keine Stellungnahme zu den jüngsten Angriffen vor. Dieses macht für sich geltend, nur Extremisten ins Visier zu nehmen. Für getötete Zivilisten macht das Militär die militant-islamistische Hamas verantwortlich. Diese operiere aus Wohngebieten.
Israel hatte am Dienstag die Waffenruhe durchbrochen, die den Krieg seit Januar auf Eis gelegt hatte und in deren Rahmen mehr als zwei Dutzend Geiseln der Hamas freikamen. Israel machte die Hamas für die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen verantwortlich. Sie haben einen von Israel unterstützten Vorschlag zurückgewiesen, der andere Regelungen vorsah als die ursprüngliche Vereinbarung.
Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden allein am Dienstag mehr als 400 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet, überwiegend Frauen und Kinder. Bis Donnerstagmorgen lagen zunächst weiter keine Berichte darüber vor, dass auch die Hamas wieder Raketen abfeuere oder andere Angriffe verübe. (DPA)
Palästinenser flüchten erneut aus dem Norden des Gazastreifens
Nach der Wiederaufnahme der israelischen Luftangriffe und dem Beginn einer neuen Bodenoffensive sind viele Palästinenser erneut aus dem Norden des Gazastreifens geflüchtet. Wie Reporter der AP berichteten, trugen Menschen am Mittwoch ihr Hab und Gut von Beit Hanun in das nahegelegene Jabalia. In den Autos stapelten sich Kleidung, Matratzen, Plastikfässer und alles, was sie sonst noch tragen konnten. Ein palästinensischer Junge, der auf einem der Wagen sass, hob seine Hände und formte mit zwei Fingern das Zeichen «V» für «Victory», was im Deutschen «Sieg» bedeutet.
Viele der Menschen waren während der Waffenruhe in ihre Heimat zurückgekehrt. Nun verliessen sie das Gebiet zu Fuss, in Fahrzeugen und auf Pferdewagen, nachdem das israelische Militär die Palästinenser aus der vom Krieg verwüsteten Stadt Beit Hanun zur Evakuierung aufgefordert hatte.
Tote bei israelischem Angriff in Beit Lahia
Bei einem israelischen Luftangriff im Norden des Gazastreifens in Beit Lahia sind palästinensischen Angaben zufolge am Abend mehrere Menschen getötet worden. Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hiess es, mindestens zwölf Palästinenser seien ums Leben gekommen und rund 30 weitere verletzt worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete mindestens 16 Tote und mehrere zum Teil Schwerverletzte.
Dem Bericht zufolge waren die Opfer Menschen, die um eine getötete Familie getrauert hätten. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, dem Bericht nachzugehen.
Bereits zuvor hatte es palästinensischen Angaben zufolge viele Opfer bei israelischen Angriffen im Gazastreifen gegeben. Das israelische Militär teilte mit, im Gazastreifen Dutzende Stellungen der Hamas sowie auch Mitglieder und Kommandeure der Islamistenorganisation angegriffen zu haben.
Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor rund zwei Monaten hatte die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag wieder verstärkt Ziele im Gazastreifen bombardiert. Israels Armee ist eigenen Angaben nach auch wieder mit Bodentruppen im Einsatz. (SDA)
Israelisches Militär kündigt neue Bodenoffensive im Gazastreifen an
Nach der Wiederaufnahme von Luftangriffen hat Israel auch eine neue Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen. Diese «begrenzte» Operation im Norden des Küstengebiets habe das Ziel den sogenannten Netzarim-Korridor wieder einzunehmen, teilten die Streitkräfte am Mittwoch mit.
Im Rahmen der Mitte Januar vereinbarten Waffenruhe mit der militant-islamistischen Hamas hatte sich Israel aus dem Netzarim-Korridor zurückgezogen, den den nördlichen Gazastreifen vom Süden trennt. (DPA)
Israelischer Minister kündigt Evakuierungen im Gazastreifen an
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat baldige Evakuierungen von Palästinensern aus Kampfzonen im Gazastreifen angekündigt. Israel bereite sich darauf vor, die neue Militäroffensive auszuweiten, teilte Katz am Mittwoch mit. Falls die militant-islamistische Palästinenserorganisation Hamas ihre verbliebenen israelischen Geiseln nicht freilasse, werde «Israel mit einer Intensität handeln, die Sie noch nie gesehen haben», sagte Katz.

Ausserdem zogen sich die israelischen Streitkräfte in Pufferzonen innerhalb des Gazastreifens zurück, und Hunderttausende vertriebener Palästinenser durften wieder in den nördlichen Gazastreifen, wo besonders heftig gekämpft worden war. Die Hamas wirft Israel vor, nicht wie vereinbart über die zweite Phase des Waffenruheabkommens verhandelt zu haben, in der es um einen dauerhaften Waffenstillstand gehen sollte. Israel wollte den Beginn der zweiten Phase auf Mitte April verschieben.
Es wird vermutet, dass die Hamas noch 59 Geiseln in ihrer Gewalt hat, von denen aber nur noch 24 am Leben sein sollen. (DPA)
UN-Hilfskraft bei Explosion im Gazastreifen getötet
Bei einem Angriff auf eine UN-Einrichtung in Gaza ist nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens einer ihrer Mitarbeiter getötet worden. Mindestens fünf weitere Menschen seien verletzt worden, einige davon schwer, sagte der Exekutivdirektor des Büros für Projektdienste (Unops), Jorge Moreira da Silva, in Brüssel. Bereits in den vorigen Tagen habe es Einschläge in der Nähe und auf dem Gelände gegeben, weshalb die Organisation den Kontakt zu den israelischen Streitkräften aufgenommen habe. «Das kann kein Unfall sein», sagte Moreira da Silva.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa hatte zuvor von «Dutzenden von Toten und Verletzten» durch israelische Luftangriffe berichtet, nannte aber keine genaue Zahl.
Israel streitet Angriff ab
Moreira da Silva zufolge handelt es sich um eine frei stehende Anlage, die beim israelischen Militär gut bekannt ist. Was für eine Art Geschoss sie getroffen habe, sei noch unklar. Angriffe auf humanitäre Einrichtungen verurteilte er als einen Verstoss gegen internationales Recht. Die Unops sind in Gaza unter anderem für die Beseitigung von Minen im Einsatz. Einen Unfall in diesem Zusammenhang schloss Moreira da Silva aus.
Die israelische Armee hatte die Berichte zunächst dementiert. «Entgegen den Berichten hat die israelische Armee kein UN-Gebäude in Deir al-Balah angegriffen.» Man rufe die Medien zu Vorsicht mit Blick auf unbestätigte Berichte auf. (DPA)
Berichte über zahlreiche Tote bei Angriff in der Stadt Gaza
Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza sind nach einem Medienbericht zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von «Dutzenden von Toten und Verletzten», nannte aber keine genaue Zahl. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Wafa berichtete zudem von einem mutmasslichen Angriff Israels auf eine UN-Einrichtung in Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Gazastreifens. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden.
Die israelische Armee dementierte dies jedoch. «Entgegen den Berichten hat die israelische Armee kein UN-Gebäude in Deir al-Balah angegriffen.» Man rufe die Medien zu Vorsicht mit Blick auf unbestätigte Berichte auf. (DPA)
Tausende bei Protestmarsch gegen israelische Regierung
Tausende von Menschen haben an einem Marsch in Richtung Jerusalem als Protest gegen die Politik der rechtsreligiösen Regierung in Israel teilgenommen. Eine zentrale Schnellstrasse, die in die Stadt führt, wurde wegen des Marsches gesperrt.
Die Demonstranten protestieren gegen die angekündigte Entlassung des Inlandsgeheimdienstchefs sowie den Neubeginn des Gaza-Kriegs. Sie wollten vor den Amtssitz des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Jerusalem ziehen.

Netanyahu hatte am Sonntagabend die Entlassung von Schin-Bet-Chef Ronen Bar angekündigt. Als Grund nannte er einen «Mangel an Vertrauen» in den Geheimdienstchef. Er wolle die Entscheidung diese Woche von der Regierung billigen lassen.
Die Beziehungen zwischen den beiden gelten seit Längerem als belastet. In einer Untersuchung des Inlandsgeheimdienstes über die Fehler, die das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 ermöglicht hatten, war Netanyahus Politik zuletzt auch kritisiert worden. Ausserdem ermittelt Schin Bet zu mutmasslichen illegalen Beziehungen von Vertrauten Netanyahus mit Katar.
Die Physik-Professorin Schikma Bressler, die bereits als Galionsfigur der Proteste gegen den umstrittenen Justizumbau im Land galt, sagte nach Angaben der «Times of Israel»: «Es ist an der Zeit, dass wir diesen Wahnsinn beenden, bevor wir nichts mehr zu retten haben, bevor wir kein Land mehr haben.»
Die Demonstranten schwenkten blau-weisse Nationalflaggen sowie Flaggen in gelber Farbe, die an das Schicksal der Hamas-Geiseln erinnern sollen. (DPA)
Frankreichs Präsident Macron kritisiert erneuten Angriff Israels
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat die neuen israelischen Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen kritisiert. Die Wiederaufnahme der Angriffe sei ein «tragischer Schritt zurück» für das palästinensische Volk, für den Gazastreifen sowie für die israelischen Geiseln und deren Familien, sagte Macron am Mittwoch bei einem Auftritt mit dem jordanischen König Abdullah II. in Paris.
Der französische Staatschef forderte einen sofortigen Stopp der Kämpfe und eine Wiederaufnahme von Verhandlungen auch unter Beteiligung der US-Regierung, um eine dauerhafte Waffenruhe und eine Freilassung aller verbliebener Geiseln der Hamas zu erreichen. Macron und König Abdullah II. wollten auch über die Notwendigkeit sprechen, humanitäre Hilfsgüter in den Gazastreifen zu lassen und den Zugang zu Wasser und Strom in dem palästinensischen Gebiet wiederherzustellen, hiess es aus Macrons Büro. (DPA)
Bericht: 14 Palästinenser bei Beschuss in Gaza getötet
Bei neuem Beschuss Israels im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens 14 Menschen getötet worden.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, zwei Menschen seien bei einem Drohnenangriff in Al-Mawasi ums Leben gekommen, einem als humanitäre Zone ausgewiesenen Gebiet in dem Küstenstreifen. Auch im Gebiet von Chan Junis, im Süden des Gazastreifens, seien mehrere Zivilisten getötet worden, darunter eine Frau und ein Kind.
Die israelische Armee teilte mit, im nördlichen Gazastreifen sei in der Nacht ein militärisches Ziel der islamistischen Terrororganisation Hamas angegriffen worden.
Hier wird Inhalt angezeigt, der zusätzliche Cookies setzt.
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Es seien dort gerade Vorbereitungen auf Raketenangriffe auf israelisches Gebiet getroffen worden. Ausserdem habe die Marine mehrere Boote an der Küste vor Gaza angegriffen. Diese seien von der Hamas und dem Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) für Terrorzwecke verwendet worden. (DPA)
Itamar Ben-Gvir ist wieder Polizeiminister von Israel
Der rechtsextreme Politiker Itamar Ben-Gvir erhält das Amt als Polizeiminister Israels zurück. Die israelische Regierung billigte die Wiederernennung in der Nacht, wie das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mitteilte.

Zwei weitere Mitglieder von Ben-Gvirs Partei Otzma Jehudit erhielten ebenfalls ihre Ministerposten zurück. Sie waren im Januar aus Protest gegen die Waffenruhe mit der islamistischen Hamas aus der Regierung ausgetreten und hatten nach Wiederbeginn der Angriffe im Gazastreifen ihre Rückkehr angekündigt.
Die Regierung ignorierte mit ihrer Entscheidung eine Stellungnahme der Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara. Diese hatte festgelegt, dass Netanjahu Ben-Gvir nicht wieder zum Polizeiminister ernennen könne. Sie hatte in der Vergangenheit kritisiert, der ultrarechte Minister habe sich auf illegitime Weise in die Polizeiarbeit eingemischt. Die rechtsreligiöse Regierung Netanjahus strebt eine Entlassung der Generalstaatsanwältin an, die sich immer wieder gegen Entscheidungen der politischen Führung stellt, die sie als nicht rechtmässig ansieht.
Netanyahu: «Verhandlungen nur unter Feuer»
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu droht eine Intensivierung der massiven Angriffe auf Stellungen der islamistischen Hamas im Gazastreifen an. «Wir haben den Kampf wieder mit aller Macht aufgenommen», sagte Netanyahu in einer Videoübertragung. «Von jetzt an werden Verhandlungen nur unter Feuer geführt.» Zu neuen Angriffen mit mehr als 400 Toten sagte Netanyahu: «Dies ist erst der Anfang.»
Israelische Medien berichteten von anhaltenden israelischen Luftangriffen in mehreren Gegenden des Küstengebiets auch in der Nacht zu Mittwoch. Die israelische Armee äusserte sich jedoch zunächst nicht dazu. Den Berichten zufolge wurden Angriffe aus der Gegend um Chan Junis im Süden des Gebietes und bei Gaza-Stadt im Norden gemeldet. Bei den Angriffen sollen demnach mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen sein.
SDA/AFP/DPA/red
Fehler gefunden?Jetzt melden.