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Gemeindeversammlung in Oberrieden
Schulhaus Pünt muss nochmals erweitert werden

Die bereits aufgestockte Lehrschwimmhalle (rechtes Gebäude) soll um eine Etage erhöht werden. 
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An der Oberriedner Gemeindeversammlung vom 17. März wird ein Traktandum für Gesprächsstoff sorgen: Der Gemeinderat will die Bewilligung eines Planungskredits in der Höhe von 290’000 Franken beantragen. Dies, um die Schulanlage Pünt ein zweites Mal innert vier Jahren zu erweitern.

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Mehr Räume für Teamarbeit

Schon die erste Etappe der Schulhauserweiterung sorgte für Diskussionen. An einer Informationsveranstaltung vor fünf Jahren kritisierte ein Anwesender beispielsweise, dass es sich beim 9 Millionen teuren Projekt um «einen weiteren Luxusbau» handeln würde. Seit Herbst 2018 stehen den Klassen mehr Gruppenräume zur Verfügung. Das bestehende Schulhaus wurde umgebaut und die Lehrschwimmhalle aufgestockt, sodass zwei zusätzliche Schulzimmer mit angrenzenden Grossgruppenräumen entstanden. Fast vier Millionen Franken des Budgets steckte die Gemeinde in die umfassende Sanierung der Schwimmhalle.

Zur Freude von Liegenschaftenvorsteher Urs Klemm (parteilos) musste der bewilligte Kredit nicht ganz ausgeschöpft werden. Die beiden Teilprojekte der ersten Erweiterung kosteten rund 205’000 Franken weniger als geplant. «Dass wir unter dem beantragten Kredit abrechnen konnten, verdanken wir der guten Zusammenarbeit in der Baukommission.» An der kommenden Versammlung wird auch diese erste Bauabrechnung den Stimmbürgern vorgelegt.

Nicht mehr Schüler

Doch warum muss das Schulhaus bereits wieder erweitert werden?
«Wir wussten von Anfang an, dass die geplanten Räume, die in der ersten Etappe nicht erstellt wurden, nur aufgeschoben sind», sagt Klemm. So wurde beispielsweise auch die Statik der Schwimmhalle so ausgelegt, dass weitere Geschosse kein Sicherheitsrisiko darstellen. «Eine nochmalige Überprüfung des Raumkonzepts hat gezeigt, dass es notwendig ist, diese zweite Etappe umzusetzen», sagt Klemm.

Nach der jetzt beantragten Erweiterung wird jede Klasse über ein Klassenzimmer mit benachbartem Gruppenraum verfügen. Dies sei nötig, um den Unterricht in Halbklassen und Gruppen zu führen, heisst es im Weisungsheft.

«Fassade muss weichen»

Über der bereits aufgestockten Lehrschwimmhalle soll eine weitere Etage mit zwei neuen Klassenzimmern und Gruppenräumen entstehen. Für diese neue Etage muss das Flachdach rückgebaut werden. Das Gebäude wird zudem seitlich verbreitert, um Platz für einen teilbaren Gruppen- und Therapieraum sowie einen Arbeitsbereich für Lehrpersonen zu schaffen. Weil das Gebäude danach zweistöckig ist, muss ein Lift eingebaut werden. Um diesen zu realisieren, müsste die nordseitige Klinkerfassade teilweise weichen. Ausserdem werden zwei Klassenzimmer im Hauptgebäude in vier Gruppenräume aufgeteilt.

Die Bauarbeiten sollen im März 2023 beginnen und bis August 2024 abgeschlossen sein. Die Kosten für die Realisierung der zweiten Erweiterung werden auf rund drei Millionen Franken geschätzt. Darüber wird voraussichtlich am 15. Mai 2022 an der Urne abgestimmt werden.

«Gemeinde steht nicht gut da»

Das Vorhaben dürfte keinen leichten Stand haben. Dies vor allem wegen der schwierigen Finanzlage der Gemeinde, welche vor allem vonseiten von FDP und SVP regelmässig Kritik erntet. Schon 2019 wurden bei der Gemeindeversammlung aus den Reihen der SVP und FDP Stimmen laut. Sie kritisierten etwa Oberriedens Schuldenberg von 40 Millionen Franken. Eine bürgerliche Interessengemeinschaft der örtlichen FDP, SVP, CVP und GLP forderte gar eine Schuldenbremse, die in der Verfassung verankert ist.

«Einmal mehr steht die Gemeinde nicht gut da», sagt Adrian Wegmann, Präsident der Oberriedner SVP. Man leiste sich in Oberrieden alles, beispielsweise einen neuen Fussballplatz oder ein saniertes Schwimmbad, habe jedoch Schulden, kritisiert er. Sowohl FDP wie auch SVP sind nicht überzeugt, dass die Schule tatsächlich mehr Raum braucht.

Aufgrund der noch unbekannten längerfristigen Auswirkungen von Corona auf den zukünftigen Schulalltag hält Oberriedens FDP-Präsident Benjamin Schenk insbesondere den Zeitpunkt nicht günstig für einen erneuten Ausbau. Er verlangt, dass der Gemeinderat die Auswirkungen des Projekts auf Steuerfuss und Finanzhaushalt transparent mache.