Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

Prognose in Oceana-Studie
Jährlich 600’000 Tonnen Plastik im Meer – alleine durch Coca-Cola

Möwe läuft am Strand voller Plastikmüll entlang, mit Wellen im Hintergrund.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.
BotTalk

Die Umweltschutzorganisation Oceana hat für eine Analyse den Plastikverbrauch von Coca-Cola unter die Lupe genommen. Und prognostiziert, dass der grösste Getränkehersteller der Welt im Jahr 2030 über 4,1 Millionen Tonnen Plastik benötigen wird, 20 Prozent mehr als noch 2023.

602’000 Tonnen davon werde als Plastikabfall in den Weltmeeren und anderen Gewässern landen, schreibt die Non-Profit-Organisation im Bericht. Genug, um die Bäuche von 18 Millionen Blauwalen zu füllen.

Plastikmüll, darunter Plastikflaschen und eine Coca-Cola-Flasche, verteilt auf einem Strand voller Muscheln.

Der grösste Getränkehersteller der Welt ist gemäss einer Studie aus dem Jahr 2024 auch der grösste Verursacher von Plastikverschmutzung und geriet so in den Fokus der Meeresschützer von Oceana. Mindestens 11 Prozent des Plastikabfalls in der Natur stammen demnach von Coca-Cola, 5 Prozent von Pepsi und jeweils 3 Prozent von Nestlé und Danone.

Coca-Cola hat Umweltziele wieder gelöscht

Die Organisation hat auch ausgerechnet, was Coca-Cola machen müsste, um den massiven Verbrauch zu senken. So müssten bis 2030 rund 26 Prozent der Verpackungen wiederverwendbar sein, um den Aufwärtstrend zu stoppen, also beispielsweise Glas- oder PET-Flaschen.

Hier wird Inhalt angezeigt, der zusätzliche Cookies setzt.

An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.

Coca-Cola hatte sich dieses Ziel vor drei Jahren selber gesteckt, die Firma wollte bis 2030 nämlich die Marke von 25 Prozent wiederverwendbaren Verpackungen erreichen. Doch im letzten Dezember wurde dieses Versprechen still und leise gestrichen, es gibt nun kein offizielles Ziel mehr. Und auch das gesetzte Ziel, bis 2030 die Hälfte der Verpackungen aus Recycling-Material herzustellen, wurde eingedampft. Nun will Coca-Cola noch 30 bis 35 Prozent «anpeilen».

Der Marktführer könne ein Vorbild für andere Hersteller sein, betont Oceana. Das ursprüngliche Versprechen war deshalb wichtig, wird nachträglich aber als klassischer Fall von «Greenwashing» betrachtet. Coca-Cola sei dem Einwegplastik verfallen, was der Firma selber schade, schreibt Oceana. Einwegplastik sei schlecht für die Umwelt, den Menschen und für das Unternehmen.

Plastikflasche einer bekannten Getränkemarke im Meeresboden neben einem Korallenriff.

Auch Recycling-Plastik mache die Sache nicht viel besser, da auch dieses letztlich in den Meeren landen könne, betont die Umweltschutzorganisation.

Getränkeriese greift Oceana an, nennt aber keine Details

Coca-Cola nennt den Oceana-Bericht teilweise «inkorrekt». Er stelle die komplexen Herausforderungen des Plastikabfalls falsch dar, heisst es in einer Stellungnahme des Konzerns. Für echte Lösungen brauche es strengere Vorschriften und Gesetze der Regierungen und die Zusammenarbeit in der Industrie. Man habe über 1 Milliarde Dollar in Plastikrecycling investiert und bemühe sich, Einwegplastik wieder einzusammeln, schreibt Coca-Cola.

Auch investiere man in Mehrwegverpackungen, heisst es. Der Oceana-Bericht missachte die Schwierigkeiten, welche wiederverwendbare Verpackungen mit sich brächten. Auch die Methode der Analyse greift Coca-Cola an. Es gebe diverse Ungenauigkeiten und falsche Berechnungen. Details werden in der Stellungnahme allerdings nicht genannt.

Zuletzt schreibt Coca-Cola, dass Oceana irreführende Behauptungen zum Gesundheitsrisiko durch Mikroplastik mache und verschweige, dass die grössten Verursacher von Mikroplastik andere Branchen seien; namentlich Farben, Reifenabrieb und Kleidungsfasern.