Überwachung am Zürcher Seebecken Kameras sind vorerst ausgeschaltet
Das Nachtleben hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend vom See in die Innenstadt verlagert. Deshalb haben auch die Konflikte abgenommen.
18 Kameras sind seit Anfang März rund um das Zürcher Seebecken installiert. Damit wollte die Stadtpolizei Zürich am Utoquai, auf dem Sechseläutenplatz und am Stadelhofen Konflikte und gewalttätige Vorfälle reduzieren. Die angekündigte einmonatige Betriebszeit wurde laufend ausgedehnt. Seit Mitte Juni sind die Kameras nun aber nicht mehr eingeschaltet, wie die Stadtpolizei auf Anfrage des SRF-«Regionaljournals»» sagt.
Ausschlaggebend für diesen Entscheid war eine erneute Beurteilung der Lage vor Ort. Die Lage hat sich nach Angaben der Stadtpolizei Anfang Sommer beruhigt. Dazu dürfte neben dem schlechten Wetter auch ein weiterer Faktor beigetragen haben: die Öffnung der Innenbereiche von Bars. Damit hat sich das Nachtleben wieder vermehrt an die Langstrasse verlagert.
Verlagerung des Nachtlebens in die Innenstadt
Noch Ende Mai liess Polizeikommandant Daniel Blumer verlauten, die Lage am Utoquai sei «sehr herausfordernd». Während der zweiten Phase der Pandemie war der Ort zu einem Treffpunkt für vorwiegend junge Zürcherinnen und Zürcher geworden. Zeitweise haben sich dort nach Angaben der Polizei am Abend bis zu 8000 Leute getroffen – ohne Ziel und mit viel Alkohol. Das hat Konflikte verursacht. An der Langstrasse könne in kontrollierbarerem Rahmen getrunken werden, die Abläufe seien eingespielt, das Sicherheitspersonal vorhanden.
Die Kameras haben durchaus ihre Dienste getan. In sieben Fällen haben sie Täter überführt oder wichtige Hinweise zur Aufklärung geliefert. Vorerst bleiben die Kameras montiert.
Kameras sind umstritten
Die Überwachung ist sehr umstritten. Der Gemeinderat hat eine fixe Installation der Kameras im März abgelehnt. Die beiden SVP-Gemeinderäte Martin Götzl und Stephan Iten hatten dies gefordert.
Bereits im Sommer 2019 hatte die Polizei das Utoquai während zweier Monate überwacht. Auch damals wurde die Massnahme mit Ausschreitungen in diesem Bereich des Seeufers begründet. Unter anderem war ein 22-Jähriger bei einer Schlägerei am Utoquai schwer verletzt worden.
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