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In Herzensangelegenheiten ungleicher Meinung

Im neuen Theaterstück des Dramatischen Vereins Horgen ist Ärger programmiert.
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Seit ihn seine Exfrau nach der Scheidung wie eine Weihnachtsgans ausgenommen hat, will Bernie, gespielt von Rolf Traxler, seine Geschlechtsgenossen vor der Ehe bewahren. Er gründet ein Eheverhinderungsinstitut mit dem Namen: «Bleib allein, aber glücklich».

Im gleichen Haus führt Silvia Rapp (Patricia Furrer) das Ehevermittlungsinstitut: «Gib der Braut eine Chance». Ihr höchstes Glück ist es, Frauen dabei zu unterstützen, sich Männer zu angeln und in den Hafen der Ehe einlaufen zu können. Kein Wunder, dass sich die ungleichen Geschäftsleute in die Haare geraten. Die Komödie in drei Akten von Hans Schimmel, die am Freitag, 19. Januar im Kirchgemeindehause Horgen Premiere feiert, ist ein Stück, das die Lachmuskeln kitzelt und einen entspannten Abend verspricht.

Spass muss sein

Insgesamt zehn engagierte Laiendarstellerinnen und -darsteller spielen ihre Rolle im Prozedere für oder wider die Heirat mit Einsatz und Enthusiasmus. Dabei wird nicht dem pathetischen Schiller-Zitat im «Lied von der Glocke» nachgelebt, das gebieterisch empfiehlt: «Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang...». Viel bodenständiger geht es im Stück unter der Regie von Karin Sifrig, bearbeitet von Alexandra Meuwly, zu und her. Spannend gespielt werden die Irrungen und Wirrungen in der Liebe, die zu seltsamen Auswüchsen führen.

Rolf Traxler, im zivilen Leben Polizist, freut sich, im diesjährigen Stück als Bernie eine grosse und ausdrucksstarke Rolle übernehmen zu können. Er habe diszipliniert viel Text lernen müssen, um die Argumente gegen das Heiraten auf der Bühne zu präsentieren. Zudem würden ihn Mimik und Gestik in seiner Mission unterstützen. Zum Glück sei nichts so todernst gemeint. «Auf der Bühne liegt immer ein Spässli drin», sagt Traxler.

Auch Patricia Furrer hat im Stück eine wichtige Rolle. Die KiTa-Leiterin wird in der Komödie zu Silvia Rapp: Diese Dame alter Schule, die für das Heiraten plädiert, ist einerseits wohlwollend, aber auch aufbrausend und garstig. Für die Laienschauspielerin ist das Interpretieren dieser Person eine Herausforderung, die sie den Alltag für einen Moment vergessen lässt.

Das Leben als Theater

Seit nahezu 40 Jahren steht auch Thomas Seidel immer wieder auf der Bühne. Der langjährige Präsident des Dramatischen Vereins Horgen spielt einen 80-jährigen Rentner. Er tritt mit Manchesterhose, kariertem Hemd und Beret auf und argumentiert für die kurzen Freuden im Liebesleben, aber vehement gegen die Ehe. Seidel, im zivilen Leben Leiter einer Migros-Filiale, schmunzelt und sagt: «Oft ist das reale Leben auch ein wenig ein Theater». Man benehme sich doch anders auf einer Behörde, zu Hause oder am Stammtisch mit Kollegen. Seidel hatte auf der Bühne schon viele «coole» Rollen: Er mutierte schon zu einem Coiffeur, einem Gemeindepräsidenten, einem Butler und sogar zu einem «Schnapsvogt».

«Drum prüfe, wer sich ewig windet...», Premiere: Freitag, 19. Januar, 20 Uhr, ref. Kirchgemeindehaus Horgen. Weitere Infos unter: www.dvh.ch.