Lettland siegt in der VerlängerungFahrige Schweizer mit erster Niederlage
Nach Siegen in 16 WM-Gruppenspielen verliert die Schweiz gegen WM-Gastgeber Lettland 3:4 nach Verlängerung. Im Viertelfinal kommt es zum Duell gegen Deutschland.

Die Ausgangslage hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während der WM-Gastgeber Lettland noch einen Punkt benötigte, um sich erstmals seit 2018 für einen Viertelfinal zu qualifizieren, war der Schweiz der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen. Trainer Patrick Fischer gönnte seinem Team erst einen freien Montag, den viele für einen Ausflug an den Ostsee-Badeort Jurmala nutzten. Dann verschafft er Dean Kukan, Nico Hischier, Denis Malgin und Captain Nino Niederreiter auch gegen Lettland eine Pause. Und setzt mit WM-Debütant Joren van Pottelberghe seinen dritten Torhüter ein. Dass sich angesichts dieser Ausgangslage viele Unzulänglichkeiten im Schweizer Spiel einschleichen, vermag wenig zu überraschen.
Die Schweiz sündigt im Abschluss, kassiert unnötige Tore und Strafen. Alleine im zweiten Drittel kann sich Lettland viermal in Überzahl versuchen. Zweimal gerät das Schweizer Team in Rückstand. Beim ersten Gegentor versucht es Fischer noch mit einer Coaches Challenge. Erfolglos. Denn: Rihards Bukarts wird von Christian Marti in den Torraum befördert. Beim zweiten Gegentor, das nur 32 Sekunden nach dem Ausgleich fällt – Kevin Fiala gelingt sein erstes Tor an dieser WM –, schlägt Van Pottelberghe über die Scheibe.
Die Schweizer zeigen abermals ihre beeindruckende Widerstandsfähigkeit, drehen die Partie bis zur 54. Minute. Andres Ambühl, der für das 3:2 besorgt ist, skort zum dritten Mal in Folge. Doch nur 70 Sekunden nach dem 3:2 spielt der Gastgeber einen Konter perfekt aus, Kaspars Daugavins trifft zum 3:3 und schiesst sein Team in die Verlängerung – und damit in den Viertelfinal gegen Schweden. In der Overtime nutzt Rudolfs Balcers die sechste Überzahlgelegenheit, trifft zur Entscheidung.
Für die Schweiz ist die Niederlage verkraftbar, am Donnerstag trifft sie im Viertelfinal in Riga wie schon vor zwei Jahren auf Deutschland. Damals kassierte Fischers Team 43 Sekunden vor Schluss nach einer 2:0-Führung noch den Ausgleich und verlor schliesslich im Penaltyschiessen. Die sieben letzten Begegnungen endeten mit bloss einem Tor Differenz. Zweimal fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung. Zweimal im Penaltyschiessen.
Deutschland optimistisch
Unvergessen bleibt auch die bittere Niederlage bei den Olympischen Spielen 2018, als die Schweiz gegen Deutschland sogar den Viertelfinal verpasste. «Die Schweizer spielen ungern gegen deutsche Teams, haben die Vergangenheit bestimmt noch im Kopf», mutmasst der damalige Matchwinner Marcel Noebels und sagt keck: «Unsere Reise hat gerade erst begonnen.»
Deutschland geizt nicht mit kernigen Sprüchen. Auch Harold Kreis, der ehemalige ZSC- und Lugano-Coach, der nun das Deutsche Team betreut, sagt gegenüber Deutschen Medien: «Die Schweizer werden das Spiel bestimmt nicht diktieren. Wir werden schon auf Augenhöhe gegen die antreten.»

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