ZoomDas Herz der Fotografie schlägt in Vevey
Die 8. Fotobiennale von Vevey macht die Stadt am Genfersee zum Zentrum der Fotografie. Während drei Wochen sind Arbeiten von 50 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen.

Eigens für die Bilder von Vincen Beeckman, der die bunte Welt der Minigolf-Anlagen humorvoll in Szene setzt, hat die Biennale Images Vevey eine solche Anlage bauen lassen. Damit bekommt die Robin-Hood-Figur, die der belgische Fotograf fotografiert hat, eine ideale Umgebung – und dem Publikum ist ein «immersives Erlebnis» garantiert, wie auf der Webseite des Festivals zu lesen ist.


Das Fotofestival in Vevey, das von Stefano Stoll geleitet wird, versammelt 50 schweizerische und internationale Künstlerinnen und Künstler. Es findet jedes zweite Jahr statt und zeigt seine Bilder überall in der Stadt: auf Strassen, in Parks, im Freien und in Gebäuden.



So findet sich beispielsweise die Reportage des amerikanischen Magnum-Fotografen Alec Soth über die kolumbianische Hauptstadt Bogotá im «Appartement - Espace Images Vevey» im Gebäude des Bahnhofs von Vevey.



Die Bilder des italienischen Fotografen Mimi Mollica sind in der Dépendance des Chateau de L’Aile zu sehen, einem neogotischen Schloss am Seeufer, das zu den kunsthistorischen Bijoux der Stadt am Genfersee gehört.
Mimi Mollica nennt seine Reportage «East London Up Close». Er rückt mit seinen Fotos den Menschen – etwa der hier abgebildeten schwarzen Frau mit dem Korallencollier – sichtlich auf den Leib.



Von einer typisch schweizerischen Form des Eskapismus handeln die Bilder des Zürcher Fotografen Roger Eberhard. Er spürte dem hierzulande verbreiteten Sammeln von Kaffeerahmdeckeln nach. Die Miniatur-Motive fotografierte er mit einer hochauflösenden Kamera, um sie dann zu vergrössern. So werden wir nun im Musée suisse de l’appareil photographique mit einer Wüstenlandschaft konfrontiert, wie sie künstlicher nicht sein könnte.



Siân Daveys Projekt «Martha & Alice», das speziell für das Festival Images Vevey konzipiert wurde, kombiniert zwei ihrer Fotobücher Looking for Alice (2016) und Martha (2018), die ihrer Tochter bzw. ihrer Stieftochter gewidmet sind. Die britische Künstlerin schildert den Alltag von Alice, bei der vor der Geburt das Down-Syndrom diagnostiziert wurde, und der pubertierenden Martha, die von der Missachtung ihrer Stiefmutter geplagt wird.



Festival Image Vevey
3. bis 25. September, Eintritt frei.
www.images.ch
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