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Buch über den Sihlwald
«Bei jedem Ausflug in den Wald gab es irgendeine Überraschung»

Caroline Fink hat für das Fotobuch «Sihlwald – wild und schön» zwei Jahre lang fotografiert.
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«Hier ist eine kleine Schnecke mit Härchen», ruft die Autorin, Filmemacherin und Fotografin Caroline Fink erstaunt. Vorsichtig beugt sie sich über das kleine Lebewesen auf einem Stück Totholz. Tatsächlich, auf dem Haus der Gemeinen Haarschnecke wachsen feine Härchen . An diesem Vormittag ist der Sihlwald noch feucht vom Regen der vergangenen Nacht.

Im Sihlwald  auf  einem Stück Totholz findet  Caroline Fink  eine gemeine Haarschnecke.

Eigentlich ist Caroline Fink in den Bergen zu Hause. Ihre Fotografien und Dokumentarfilme thematisieren raue Alpenlandschaften. Für ihre Projekte reist die erfahrene Alpinistin für gewöhnlich an die abgelegensten Orte in der Welt. Im Auftrag der Stiftung Wildnispark Zürich hat sie nun ein Buch über den Sihlwald geschrieben.

«Der Kosmos Wald war neu für mich. Seit ich mich mit dem Sihlwald auseinandergesetzt habe, schaue ich diese Landschaft völlig anders an», sagt sie. In den Bergen ist Fink normalerweise der Profi. «Vom Wald wusste ich jedoch nichts». Um an die benötigten Informationen zu gelangen, hat sie mit vielen Leuten gesprochen. Auch die Stiftung und die Sihlwald-Ranger hätten sie unterstützt und ihr die Besonderheiten des Sihlwalds, der sich in einen Urwald entwickelt, erklärt.

Um das Buch zu schreiben und mit atmosphärischen Fotografien zu bebildern, hatte Caroline Fink zwei Jahre Zeit. So konnte die in Zürich wohnhafte Fotografin den Sihlwald auch in allen vier Jahreszeiten festhalten.

Tage verliefen anders als geplant

Entstanden ist ein Bildband mit Hintergrundtexten und Interviews mit Fachleuten über den ersten Naturerlebnispark der Schweiz – den Sihlwald. Mindestens 30-mal sei sie mit ihrer Fotokamera durch den Wald gestreift. Meistens habe sie am Morgen ein bestimmtes Ziel gehabt. «Jedoch habe ich mich jeweils von der Stimmung im Wald leiten lassen, und so verlief der Tag jedes Mal anders als geplant.» Einmal habe sie auf dem Aussichtsturm Hochwacht die Schneelandschaft fotografieren wollen. Es herrschte an diesem Tag jedoch dichter Nebel. «Zuerst habe ich mich geärgert. Aber in dem Moment, als ich oben auf der Plattform ankam, hat sich der Nebel verzogen. Das war überwältigend», sagt sie.

Diese Erlebnisse hätten die Arbeit am Buch besonders gemacht. «Jedes Mal, wenn ich im Wald war, gab es irgendeine Überraschung.» Insgesamt hat Fink für das Projekt etwa 4000 Fotografien vom Sihlwald gemacht. 150 davon sind nun im Buch zu bestaunen.

Weg in die Selbstständigkeit

Ihre Leidenschaften für das Bergsteigen und Reisen entdeckte Caroline Fink während ihres Soziologiestudiums. Nach der Universität arbeitete sie für zwei Jahre als Journalistin. Um jedoch bei schönem Wetter in die Berge gehen zu können, hat sich die Autodidaktin im Jahr 2007 als Fotografin und Autorin selbstständig gemacht. «Das war erstaunlich einfach», sagt Fink schmunzelnd. Sie sagt, dass die Nische «Bergwelt» gesucht war. Es habe nur wenige Personen gegeben, die auf professionellem Niveau Fotografien und Artikel aus der Bergwelt geliefert hätten.

Es habe sich eines nach dem anderen ergeben. «Für meine Projekte arbeite ich hart», sagt sie. Neben «Sihlwald – wild und schön» bietet sie auch informatives Audiomaterial an. Darin erzählt sie interessante Geschichten über den Sihlwald. «Ich war während des Lockdown oft mit Freunden im Sihlwald rennen.» Dabei musste sie mehrmals anhalten, um Geschichten zu erzählen. «Meine Freunde haben mich dazu ermuntert, die Erzählungen für alle zugänglich zu machen», sagt sie.

Buchvernissage und Gespräch über die Faszination des Sihlwalds am Mittwoch, 15. Juli, Türöffnung ab 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr, Kaufleuten Zürich. Weitere Informationen unter: https://kaufleuten.ch/event/sihlwald/