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Newsticker zum Krieg in Nahost
Gaza-Spitäler melden mehr als 50 Tote bei israelischen Angriffen
Benjamin Netanyahu trotz internationalen Haftbefehls in Ungarn gelandet
Israel greift Militärflughäfen in Syrien an

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Laut Bericht Neun Tote bei israelischen Angriffen in Syrien

Bei israelischen Angriffen in Syrien sollen am Donnerstag mindestens neun Menschen getötet worden sein. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, bei den Opfern handele es sich um Zivilisten. Die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, es seien bewaffnete Einwohner der Provinz Daraa im Südwesten des Landes gewesen.

Bereits am Mittwochabend hatte Israel fünf syrische Städte angegriffen. Mehr als ein Dutzend Angriffe galten der Gegend um einem strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkt in der Stadt Hama. Die Türkei, ein wichtiger Verbündeter des syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa, ist Berichten zufolge an einer Militärpräsenz in dem Gebiet interessiert. Das syrische Aussenministerium teilte mit, die Angriffe hätten den Militärflughafen Hama fast vollständig zerstört. Dutzende Zivilisten und Militärangehörige seien verletzt worden.

Der israelische Aussenminister Gideon Saar warf der Türkei vor, eine «negative Rolle» in Syrien zu spielen. «Sie tun ihr Möglichstes, um Syrien zu einem türkischen Protektorat zu machen, das ist ihre klare Absicht», erklärte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Paris. Israel halte es nicht für gut, dass Syrien eine Art Stellvertreter des Irans gewesen sei. «Und wir finden nicht, dass Syrien ein türkisches Protektorat sein sollte.» Eine Reaktion von türkischer Seite lag zunächst nicht vor.

Israel hat nach dem Sturz des syrischen Langzeitmachthabers Baschar al-Assad Gebiete im Südwesten Syriens eingenommen und dort eine Pufferzone eingerichtet. Nach israelischen Angaben dient das Vorgehen dem Schutz vor bewaffneten Gruppen. Kritiker sagen dagegen, die Militäroperationen hätten Spannungen geschaffen, die eine langfristige Stabilität in Syrien verhinderten und auch zulasten des Wiederaufbaus in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land gingen. (DPA)

Israelisches Militär ordnet neue Evakuierungen im Gazastreifen an

Nach der Bekanntgabe, den Einsatz im Gazastreifen auszuweiten, hat Israel die Evakuierung weiterer Gebiete angeordnet. Unter anderem sollten Bewohner Schudschaija, Dschadida und Al-Turkman verlassen, wie die israelischen Streitkräfte am Donnerstag mitteilten. In diesen Gegenden gehe das Militär mit extremer Härte vor, hiess es in der Mitteilung. Die Betroffenen sollten in Notunterkünfte westlich der Stadt Gaza flüchten.

Tags zuvor hatte Israel eine Ausweitung seiner Offensive im Gazastreifen und die Schaffung eines neuen Sicherheitskorridors quer durch das Küstengebiet angekündigt. In einer Mitteilung sprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vom Morag-Korridor und legte damit nahe, dass er zwischen Rafah und Chan Junis verlaufen würde, wo es früher eine gleichnamige israelische Siedlung gab. (DPA)

Gaza-Spitäler melden mehr als 50 Tote bei israelischen Angriffen

Bei einer Reihe israelischer Angriffe in der Nacht zum Donnerstag sind nach Angaben von Spitälern im Gazastreifen mehr als 50 Menschen getötet worden. Das Nasser-Spital in Chan Junis teilte mit, dorthin seien 14 Leichen gebracht worden, darunter fünf Kinder und vier Frauen. 19 weitere Tote, darunter fünf Kinder im Alter zwischen ein und sieben Jahren, meldete das Europäische Spital nahe Chan Junis. In der Stadt Gaza berichtete die Ahli-Klinik von 21 Toten, darunter sieben Kinder.

Tags zuvor hatte Israel eine Ausweitung seiner Offensive im Gazastreifen und die Schaffung eines neuen Sicherheitskorridors quer durch das Küstengebiet angekündigt. In einer Mitteilung sprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vom Morag-Korridor und legte damit nahe, dass er zwischen Rafah und Chan Junis verlaufen würde, wo es früher eine gleichnamige israelische Siedlung gab. (DPA)

Benjamin Netanyahu trotz internationalen Haftbefehls in Ungarn gelandet

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist zu einem Besuch in Budapest eingetroffen. Israelische Medien berichteten über seine Ankunft am frühen Donnerstagmorgen. Es ist die erste Reise Netanyahus nach Europa, seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im vergangenen November wegen des Vorgehens im Gaza-Krieg einen Haftbefehl gegen ihn verhängt hat. Er folgte einer Einladung seines ungarischen Amtskollegen Viktor Orban, der sich an die Bestimmungen des Gerichtshofs nicht gebunden fühlt. Netanyahus Rückreise ist am Sonntag vorgesehen.

Das Flugzeug des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu steht am 3. April 2025 auf dem Rollfeld des Flughafens Liszt Ferenc in Budapest.

Eine Festnahme droht dem israelischen Regierungschef in Ungarn nicht. Orban hatte die Einladung an Netanyahu demonstrativ nach Erlass des Haftbefehls ausgesprochen und diesen als kontraproduktiv und unsinnig abgetan – dabei hat Ungarn das Statut des IStGH selbst ratifiziert.

Israelischen Medienberichten zufolge wird Netanjahu am Donnerstag neben Orban auch den ungarischen Staatspräsidenten Tamas Sulyok treffen. Einzelheiten zu dem Besuch wurden – entgegen den Gepflogenheiten – vorher nicht bekanntgegeben.

Israel greift Militärflughäfen in Syrien an

Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Syrien angegriffen. Wie das israelische Militär weiter mitteilte, wurden der syrische Militärflughafen in Hama im Westen des Landes und die sogenannte T4-Basis, ein weiterer Militärflugplatz weiter südlich, getroffen. Auch in der Hauptstadt Damaskus sei militärische Infrastruktur angegriffen worden. Die syrische Nachrichtenagentur Sana bestätigte die Angriffe ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte soll der Militärflughafen in Hama ausser Betrieb gesetzt worden sein. Dort soll es mindestens vier Tote und elf Verletzte gegeben haben. Bei 18 Luftangriffen seien Landebahnen, Kontrolltürme und Flugzeuge getroffen worden. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten und Aktivisten vor Ort.

Seit dem Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Dezember hat die israelische Armee ihre militärischen Aktivitäten auf syrischem Gebiet deutlich ausgeweitet. Israels Armee griff seitdem Hunderte Male in Syrien an. (DPA)

UN: Mehr als 100’000 Vertriebene in Rafah binnen zwei Tagen

Mehr als 100’000 Menschen im Süden des Gazastreifens sind den Vereinten Nationen zufolge in den vergangenen beiden Tagen vor israelischen Angriffen geflohen. «Gross angelegte israelische Bombardierungen und Bodenoperationen» hätten zudem zu weitreichenden Zerstörungen im Gebiet um die Grenzstadt Rafah geführt, teilten die UN in New York mit.

Zudem zeigte Generalsekretär António Guterres sich schockiert über einen Angriff der israelischen Armee auf einen medizinischen und Notfallkonvoi am 23. März, bei dem 15 Menschen – medizinisches Personal und humanitäre Helfer – in Gaza getötet worden seien, hiess es weiter.

Mehrere im Gazastreifen vermisste Sanitäter des Rettungsdienstes Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS) waren laut der Organisation zuletzt tot geborgen worden. Retter fanden bei ihrer Suche in Rafah die Leichen von acht Sanitätern, wie es in einer Erklärung des PRCS hiess. Ebenfalls gefunden wurden demnach die sterblichen Überreste von Mitarbeitern des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes sowie die Leiche eines UN-Mitarbeiters.

Nach Angaben der israelischen Armee hatten sich mehrere Fahrzeuge auf verdächtige Weise – ohne Koordinierung und ohne Scheinwerferlicht – israelischen Truppen genähert. Soldaten hätten auf die Fahrzeuge geschossen und einige Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) getötet. Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass einige der Fahrzeuge Kranken- und Feuerwehrwagen gewesen seien. Die Armee sprach von Missbrauch von Krankenwagen für Terrorzwecke. Das Militär äusserte sich bislang nicht zum Schicksal der vermissten Sanitäter. Auch diese Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. (DPA)

«Wir erobern die Morag-Route»: Israel teilt Gaza-Streifen

Israel wird nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu einen weiteren Korridor, der den Gazastreifen teilt, kontrollieren. «Wir erobern die Morag-Route», sagte er in einer Videoansprache. Morag war einst eine israelische Siedlung im Süden des Palästinensergebiets. Die Route trennt israelischen Medien zufolge Rafah von der Stadt Chan Junis.

Israels Premierminister bei seinem Korruptionsprozess in Tel Aviv am 2. April 2025.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor die Eroberung umfangreicher Gebiete angekündigt, die zu israelischen «Sicherheitszonen» werden sollen. Die Teilung des Gazastreifens erhöhe den Druck auf die Hamas, so Israels Regierungschef weiter. Der Druck werde so lange verstärkt, bis die Islamistenorganisation die Geiseln freilasse.

Israels Armee kontrolliert bereits einen Grossteil des sogenannten Netzarim-Korridors, eine strategisch bedeutsame Route, die den Küstenstreifen in eine nördliche und eine südliche Hälfte teilt. «Heute Abend haben wir im Gazastreifen einen Gang höher geschaltet. Die israelischen Streitkräfte erobern Gebiete, greifen Terroristen an», sagte Netanyahu. (DPA)

Israels Armee umstellt Stadtteil in Rafah

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge ein Viertel in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens umstellt. Israelische Bodentruppen sind in dem Stadtteil Tal al-Sultan bereits seit rund zwei Wochen im Einsatz, um nach Darstellung des Militärs gegen die Hamas vorzugehen.

Seitdem hätten Soldaten dort «Dutzende Terroristen eliminiert» sowie Dutzende Waffen und weitere Infrastruktur von Terrororganisationen zerstört. Sie fanden eigenen Angaben nach auch zwei Raketen in einem Gebäude. Die Armee habe zudem Verdächtige zu Verhören festgenommen, hiess es in einer Erklärung weiter.

Palästinensischen Angaben zufolge gibt es bei den Angriffen und Kämpfen im Gazastreifen regelmässig Tote, darunter sollen auch viele Zivilisten sein. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

In den vergangenen Tagen hatte die israelische Armee die Bewohner der Stadt Rafah und benachbarter Orte aufgefordert, von dort zu fliehen. (SDA)

Spitäler melden mehr als 30 Tote bei israelischen Luftangriffen

Bei israelischen Luftangriffen auf die Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens sind nach Angaben von Spitalangestellten 17 Menschen getötet worden. Weitere 15 kamen nach palästinensischen Angaben im Norden des Küstengebiets ums Leben.

Zwölf Leichen seien in das Nasser-Spital gebracht worden, teilten Krankenhausvertreter in Chan Junis am Mittwoch mit. Unter den Toten seien fünf Frauen, eine von ihnen schwanger, und zwei Kinder, hiess es. Ausserdem seien drei Männer aus ein und derselben Familie sowie der Besitzer eines bombardierten Hauses getötet worden. Weitere fünf Tote wurden in das Europäische Krankenhaus in Gaza gebracht. Sie wurden bei zwei verschiedenen Luftangriffen getötet.

Später am Mittwoch teilten Vertreter des indonesischen Krankenhauses mit, bei einem israelischen Angriff auf ein Gebäude des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) im Flüchtlingslager Dschabalia im nördlichen Gazastreifen seien 15 Menschen getötet worden, darunter neun Kinder und zwei Frauen.

Laut Israel Angriff auf Hamas

Der palästinensische Zivilschutz teilte mit, dass es sich bei dem Gebäude um eine UNRWA-Klinik gehandelt habe, in der derzeit Vertriebene untergebracht seien. Der Angriff habe zwei Räume des Gebäudes getroffen, und man habe die Leichen von sieben Getöteten und zwölf Verletzten abtransportiert.

Das israelische Militär erklärte, es habe in dem Gebiet Mitglieder der militant-islamistischen Hamas getroffen. Diese hätten sich in einem Kommando- und Kontrollzentrum versteckt. Israel hat im Gaza-Krieg immer wieder Spitäler angegriffen oder durchsucht und der Hamas vorgeworfen, Spitäler für militärische Zwecke zu nutzen. (DPA)

Israel weitet Bodeneinsatz im Gazastreifen aus

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat eine deutliche Ausweitung der Einsätze der Armee im Gazastreifen angekündigt. Ziel sei es, «das Gebiet von Terroristen und Terror-Infrastruktur zu säubern», hiess es in einer Mitteilung des Ministers. Darin war auch die Rede von der Eroberung umfangreicher Gebiete, die israelische «Sicherheitszonen» werden sollten. Für die Ausweitung der Einsätze im Süden des Gazastreifens entsandte das Militär nach Medienberichten eine weitere Einheit.

Nach neuen israelischen Evakuierungsaufforderungen: Flüchtende Menschen aus Rafah erreichen Khan Younis. (31. März 2025)

«Ich rufe die Einwohner Gazas dazu auf, jetzt für die Vertreibung der Hamas und die Rückführung aller Geiseln aktiv zu werden», hiess es weiter in der Mitteilung von Katz. «Dies ist der einzige Weg, den Krieg zu beenden.» Katz hatte bereits zuvor gedroht, Israel werde Teile des Gazastreifens dauerhaft einnehmen. Je länger sich die islamistische Hamas weigere, Geiseln freizulassen, desto mehr Territorium werde sie an Israel verlieren.

In den vergangenen Tagen hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Stadt Rafah und benachbarter Orte aufgefordert, von dort zu fliehen. Nach vielen Monaten des Krieges war am 19. Januar im Gazastreifen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Viele Vertriebene innerhalb des Gebiets kehrten daraufhin in ihre Heimatorte zurück. Mitte März nahm Israel die massiven Angriffe wieder auf, nachdem keine Einigung mit der islamistischen Hamas auf die Konditionen für eine Verlängerung der Feuerpause erzielt worden war.

Israels Armee begann seitdem auch Bodeneinsätze gegen die Hamas in Rafah, am Samstag weitete sie die Offensive eigenen Angaben nach auf ein zweites Viertel der Stadt aus. Ziel der neuen Bodenoffensive im Gazastreifen ist laut Armee auch die Errichtung einer Pufferzone entlang der Grenzen des Küstengebiets.

DPA

UNO: Israelische Angaben zu Lebensmitteln sind «lächerlich»

Die Vereinten Nationen haben eine Darstellung einer israelischen Behörde zu angeblich ausreichenden Lebensmittelvorräten im Gazastreifen mit ungewöhnlich scharfen Worten zurückgewiesen. «Was die UNO betrifft, ist das lächerlich. Wir sind am Ende unserer Vorräte angelangt, der Hilfsgüter, die über den humanitären Weg geliefert wurden. Das Welternährungsprogramm (WFP) schliesst seine Bäckereien nicht aus Spass», sagte UNO-Sprecher Stéphane Dujarric in New York. Er nahm Bezug auf die vorläufige Schliessung der Backstuben, aus denen das WFP Brot für Zehntausende Bedürftige bezieht. Es gebe schlicht kein Mehl mehr und kein Gas zum Kochen, sagte Dujarric.

Der Sprecher antwortete auf eine Frage zu einer Behauptung der für Palästinenserangelegenheiten zuständigen israelischen Behörde Cogat. Diese hatte mitgeteilt, es gebe trotz der Blockade von Hilfslieferungen «noch lange genug Lebensmittel, wenn die Hamas sie den Zivilisten überlässt».

DPA

Palästinensische Kinder inspizieren am 23. März 2025 die Trümmer und den Schutt nach israelischen Angriffen im Nuseirat-Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen. Foto von Eyad BABA / AFP.

Drei Verletzte bei Siedlergewalt im Westjordanland

Maskierte jüdische Siedler haben Berichten zufolge ein palästinensisches Dorf im nördlichen Westjordanland angegriffen und Eigentum der Bewohner in Brand gesteckt. Die Siedler setzten Schusswaffen und Gummigeschosse ein und verletzten drei Palästinenser, teilte der örtliche Rote Halbmond mit.

Nach Angaben des Bürgermeisters des Dorfes Duma fackelten die Angreifer drei Autos und zwei Gärten ab. Den Dorfbewohnern sei es gelungen, die rund 300 Eindringlinge zurückzudrängen, hiess es in den Berichten.

Das israelische Militär teilte mit, dass es Berichte erhalten habe, wonach Dutzende israelische Zivilisten in Duma palästinensisches Eigentum in Brand gesteckt hätten. Militär und israelische Polizei seien ausgerückt und hätten die «verfeindeten Mengen» voneinander getrennt. Fünf Siedler seien festgenommen worden, berichtete das Kan-Radio. Sie wurden von der Polizei festgehalten, konnten aber anschliessend entkommen, schrieb die «Times of Israel» unter Berufung auf Sicherheitskreise.

DPA

Bericht: Hamas-naher Journalist samt Familie getötet

Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen sollen einem Bericht zufolge ein Hamas-naher palästinensischer Journalist, seine Ehefrau und ihre drei Kinder getötet worden sein. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AP vom Dienstagmorgen zeigten ein eingestürztes Haus in Chan Junis im Süden des Küstengebiets, das Mohammed Salah Bardawil mit seiner Familie bewohnte.

Der Anwohner Fathi Nuschasi berichtete, der Luftangriff habe sich wie ein Erdbeben angefühlt. «Ich habe viele Kriege miterlebt, aber noch nie so etwas, das uns passiert ist. Die Trümmer drangen in unser Schlafzimmer ein», erklärte er.

Dutzende Menschen versammelten sich im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis zu Trauergebeten, ein Mann schrie: «Das waren Kinder, die geschlafen haben». Eine Presseweste wurde über einen Sack mit der Leiche Bardawils gelegt.

Der Journalist arbeitete für den mit der Hamas verbundenen Sender Radio Aksa. Er war der Neffe von Salah Bardawil, einem Mitglied des Politbüros der militant-islamistischen Gruppe, der kürzlich durch einen Angriff getötet worden sein soll, bei dem auch dessen Frau umkam. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht zum Bericht über den Angriff auf das Haus von Mohammed Salah Bardawil.

DPA

Netanyahu hebt Ernennung von Geheimdienstchef wieder auf

Kurz nach der Bestimmung eines neuen Geheimdienstchefs in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Entscheidung wieder zurückgezogen. Netanyahu habe dem ehemaligen Kommandanten der Marine, Vizeadmiral Eli Scharvit, bei einem Treffen für die Bereitschaft gedankt, den Posten zu übernehmen, teilte das Büro des Regierungschefs mit. «Er hat ihm jedoch mitgeteilt, dass er nach weiterer Überlegung andere Kandidaten prüfen will.» Gründe für den Rückzieher wurden nicht genannt.

Nach Medienberichten hatte es Kritik an der geplanten Ernennung Scharvits gegeben, weil dieser an Protesten gegen die Regierungspolitik teilgenommen und den US-Präsidenten Donald Trump für dessen Klimapolitik kritisiert habe.

Am Montag hatte Netanyahus Büro mitgeteilt, Scharvit solle Nachfolger von Ronen Bar als Leiter des Geheimdienstes Schin Bet werden. Die Regierung hatte Anfang des Monats beschlossen, Bar zu entlassen, was Massenproteste auslöste. Das Oberste Gericht setzte Bars Entlassung kürzlich mit einer einstweiligen Verfügung vorerst aus. Trotz der einstweiligen Verfügung gegen Bars Entlassung erlaubte das Oberste Gericht, Nachfolgekandidaten zu interviewen.

Beziehung Netanyahus zu Bar gilt als belastet

Netanyahu hatte Bars Entlassung mit einem «Mangel an Vertrauen» in den Geheimdienstchef begründet. Die Beziehungen zwischen den beiden galten seit längerem als belastet. Der Schin Bet ermittelt unter anderem gegen Vertraute Netanyahus wegen angeblicher Beziehungen zu Katar. Das Golfemirat gehört neben Ägypten und den USA zu den Unterhändlern bei den indirekten Gesprächen mit der islamistischen Hamas, gilt aber auch als Unterstützer der Terrororganisation.

In einer weiteren Untersuchung des Geheimdienstes über die Fehler, die das Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel ermöglicht hatten, war Netanyahu ebenfalls nicht gut weggekommen. Der Terrorüberfall war Auslöser des Kriegs im Gazastreifen.

DPA

Netanyahu ernennt neuen Geheimdienstchef – gleichzeitig werden zwei seiner Berater verhaftet

Israel greift Beirut erneut an

Ein Bagger steht vor einem beschädigten Gebäude in Süd-Beirut, während Bewohner vorbeigehen. Nachtaufnahme nach israelischem Luftangriff am 1. April 2025. (Foto: Ibrahim AMRO / AFP)

Das israelische Militär hat am Dienstagmorgen ein Gebäude in den südlichen Vororten von Beirut im Libanon angegriffen. In einer Erklärung des israelischen Militärs hiess es, der jüngste Angriff habe einem Hisbollah-Mitglied gegolten, das die palästinensische Hamas im Gazastreifen unterstützt habe. Der Angriff sei «auf Anweisung des Schin Bet», des israelischen Inlandsgeheimdienstes, erfolgt. Es ist der zweite Angriff auf den Libanon innerhalb weniger Tage seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im November.

Das israelische Militär hatte die Bewohner der belebten Vororte eigenen Angaben zufolge vor dem Angriff gewarnt, was die Hisbollah jedoch bestritt. Angaben zu möglichen Todesopfern oder Verletzten lagen zunächst nicht vor.

Fotos und Videos, die in den lokalen und sozialen Medien verbreitet wurden, zeigen, dass die obersten drei Stockwerke eines Wohnhauses durch den Einschlag beschädigt wurden. Unter dem Gebäude sind Trümmerhaufen auf Autos zu sehen. Vor dem Angriff waren in Teilen der libanesischen Hauptstadt in der Nähe des Viertels Hay Madi Jets zu hören. Israel betrachtet das Gebiet als eine Hochburg der Kämpfer und beschuldigt die Gruppe, dort Waffen zu lagern. (DPA)

Trump plant erste Auslandsreise in den Nahen Osten im Mai

US-Präsident Donald Trump im Oval Office während der Unterzeichnung eines Exekutiverlasses zur Durchsetzung von Wettbewerbsgesetzen, 31. März 2025.

US-Präsident Donald Trump will schon bald seine erste Auslandsreise antreten und mehrere Länder im Nahen Osten besuchen. Die Reise könnte schon im Mai stattfinden, wie er am Montag (Ortszeit) mitteilte. Er plane Besuche in Saudi-Arabien, Katar, den Arabischen Emiraten und «auch in anderen Orten», sagte Trump weiter. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Dass er nach Saudi-Arabien reisen wird, hatte Trump bereits zuvor angekündigt. Er wolle das Land damit für seine Investitionen in die Vereinigten Staaten belohnen. Er kündigte an, dass alle drei Golfstaaten während seiner Reise Zusagen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA machen würden. (DPA)

UNRWA: Evakuierung von Rafah löst Panik bei Palästinensern aus

Die Evakuierungsanordnungen des israelischen Militärs für den grössten Teil der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens lösen nach Angaben des Palästinenserhilfswerks UNRWA Panik bei der palästinensischen Bevölkerung aus. «Die Menschen werden wie Flipperkugeln behandelt, weil das Militär ständig mit ihrem Schicksal und ihrem Leben spielt», schrieb der Leiter des UNRWA, Philippe Lazzarini, auf X. «Dies führt zu Panik, Angst und Unsicherheit am ersten Tag des Zuckerfestes, einer Zeit, in der man eigentlich mit seiner Familie und seinen Lieben zusammen ist.» Die Anordnungen des israelischen Militärs erfolgten während des Eid al-Fitr, einem muslimischen Feiertag, der das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert.

Laut Lazzarini waren mindestens 140.000 Menschen von dem israelischen Evakuierungsbefehl betroffen. Dieser erstreckt sich fast auf die gesamte Stadt Rafah und die umliegenden Gebiete. Das israelische Militär wies die betroffenen Palästinenser an, sich nach Muwasi zu begeben, einer Reihe von Zeltlagern an der Küste. (DPA)

Israel greift Beirut erneut an

Die israelische Luftwaffe hat zum zweiten Mal seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hisbollah in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel der nächtlichen Attacke sei ein Terrorist der proiranischen Miliz gewesen, teilte die Armee mit. Er habe Mitglieder der verbündeten Terrororganisation Hamas bei der Planung eines unmittelbar bevorstehenden Anschlags gegen israelische Zivilisten unterstützt. Der Mann habe eine direkte Bedrohung dargestellt und sei «eliminiert» worden, hiess es.

Es war der zweite Luftangriff in den Dahija bekannten Vororten von Beirut seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im November. Das Gebiet ist eine Hochburg der Miliz. Unbestätigten arabischen Berichten zufolge wurde ein Wohnhaus getroffen. Berichte über mögliche Opfer gab es zunächst nicht. Erst vor wenigen Tagen hatte die israelische Luftwaffe in Dahija eigenen Angaben zufolge ein Drohnenlager der Miliz attackiert. Kurz zuvor hatte die israelische Armee Raketenbeschuss aus dem Libanon gemeldet.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte damals laut einer Mitteilung seines Büros, sein Land werde die Waffenruhe energisch durchsetzen. «Wir werden überall im Libanon angreifen, wenn der Staat Israel bedroht ist», hiess es. Die vom Iran unterstützte Hisbollah hatte Israel seit Beginn des Kriegs im Gazastreifen im Oktober 2023 mehr als ein Jahr lang mit Raketen beschossen. Sie wollte damit nach eigenen Angaben die Hamas im Gazastreifen unterstützen. Israel antwortete mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive. (DPA)

Militär ordnet Evakuierung des grössten Teils von Rafah an

Das israelische Militär hat weitreichende Evakuierungsanordnungen für den grössten Teil der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens erlassen. Die Anordnungen schienen sich auf fast die gesamte Stadt und die umliegenden Gebiete zu erstrecken. Das Militär wies die betroffenen Palästinenser an, sich nach Muwasi zu begeben, einer Reihe von Zeltlagern an der Küste. Die Anordnungen erfolgten während des Eid al-Fitr, einem muslimischen Feiertag, der das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert.

Viele Menschen luden ihre Habseligkeiten auf Esel oder Autodächer. Andere zogen zu Fuss mit Gepäck und Kindern an der Hand los. «Wir sterben. Es gibt kein Essen, kein Trinken, keinen Strom und keine Medizin», sagte Hanadi Dahud, die schon aus der Stadt Chan Junis vertrieben wurde. «Wir wollen leben. Wir wollen einfach nur leben.»

Im vergangenen Mai hatte Israel einen gross angelegten Einsatz in Rafah an der Grenze zu Ägypten gestartet und weite Teile der Stadt in Trümmern gelegt. Die israelischen Streitkräfte besetzten eine Pufferzone entlang der Grenze und zogen sich nicht, wie im Waffenruheabkommen mit der militant-islamistischen Hamas gefordert, aus dieser Zone zurück. Israel erklärte, es müsse dort präsent bleiben, um einen Waffenschmuggel zu verhindern. (DPA)

SDA/AFP/DPA/red